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"Krimi-Lesung mit Daniel Stenmans in der Reeser Stadtbücherei, interaktive Veranstaltung, Publikum beteiligt sich aktiv"
30. Mai 2026 Von NN-Online · Rees

Krimi-Lesung zum Mitmachen in Rees

In der Lesung mit Daniel Stenmans spielten die Zuhörer Szenen aus dem Buch nach.

REES. Brutal spannend war die Autorenlesung mit Daniel Stenmans, die vor kurzem in der Stadtbücherei Rees stattgefunden hat. Der Autor stellte seinen zweiten Roman „Imitator“ vor, der in Krefeld spielt. In dem Buch jagt die Polizei einen Serienmörder, der Ehepaare in ihren Häusern überfällt und nach tagelangen Misshandlungen und Folterungen schließlich ermordet. „Meine Frau hat die ersten zwanzig Seiten gelesen und mich dann gefragt, ob ich das wirklich laut vorlesen würde“, gab Stenmans zu. Brutale Szenen hat er in Rees aber nicht vorgelesen, sondern vor allem zu den Hintergründen des Buches erzählt.

Im Hauptberuf arbeite er als Erzieher in Kevelaer und schmunzelnd meinte er, dass er Menschen, die ihm sympathisch seien, als Vorlagen der Figuren in seinen Büchern dienen würden. „Und wen ich nicht mag, den bringe ich im Buch um“, verriet er dann unter dem Gelächter des Publikums. Für das Buch „Imitator“ hat er zwei parallele Handlungsstränge verfasst, nämlich den von Björn, der dem Killer knapp entkommen konnte, und den der Polizistin Sonja, die dem Killer auf der Spur ist.

Krefeld als Handlungsort seines Romans hat Stenmans gewählt, weil er die Stadt von seinem Wohnort aus gut erreichen kann. „Ich lege großen Wert darauf, dass die Ortsbeschreibungen im Roman mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen“, versicherte der Autor. Eine Szene sollte in einem Hochhaus auf dem Gelände der Rheinischen Kliniken in Süchteln spielen, das er aus seiner Zeit als Praktikant in den Kliniken kannte. Als er aber dann aber noch einmal auf das Klinikgelände kam, stellte er fest, dass das Hochhaus inzwischen abgerissen war. „Da musste ich die Szene wieder umschreiben“, gab Stenmans lachend zu. Aber für seine Bücher hat er noch weiter recherchiert, denn die alten Derrick-Folgen würden als Vorlagen für Ermittlungen nicht mehr ausreichen.

Um die Verletzungen der Opfer in seinen Büchern realistisch zu beschreiben, hat Stenmans sowohl mit einer Unfallärztin wie mit einer Rechtsmedizinerin telefoniert. „Ich wurde dann sogar eingeladen, mir einmal die Pathologie anzuschauen, aber das habe ich mir bislang doch noch nicht zugetraut“, verriet Stenmans den über 20 Besuchern in der Stadtbücherei. Die Zuhörer durften bei seiner Lesung aber nicht nur zuhören, sondern auch mitmachen. Eine Freiwillige aus dem Publikum wurde mit Kabelbindern auf einem Stuhl fixiert, um so die Situation der Opfer in dem Buch anschaulicher darzustellen. Dann verteilte Stenmans einen Nussknacker, Streichhölzer, Bratenspieße und weitere Küchenutensilien und fragte dabei die Besucher, ob sie sich vorstellen könnten, damit jemandem zu foltern. „Die Reeser haben viel Fantasie“, fasste Stenmans die Antworten zusammen. Ein weiteres Geheimnis verriet er noch, denn mit der Lesung in Rees hätte er Neuland betreten. „Das ist meine erste rechtsrheinische Lesung“, gab der Autor aus Kevelaer lachend zu. Für die unterhaltsame und informative Veranstaltung dankte ihm das Publikum mit lautem Applaus.

Eine Krimi-Lesung zum Mitmachen bot Autor Daniel Stenmans in der Reeser Stadtbücherei. Foto: Stadt Rees

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