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Das Freiheitsmuseum zeigt eine kleinere Version eines der umstrittenen Werke von Jacques Tilly. Foto: Freiheitsmuseum Groesbeek
10. Februar 2026 Von NN-Online · Niederlande

Karnevalskunst von Jacques Tilly im Freiheitsmuseum

Sonderausstellung „Alaaf! & Heil Hitler! Karneval in Krise, Krieg und Freiheit“

NIEDERLANDE. Der deutsche Künstler Jacques Tilly ist international für seine provokanten Karnevalswagen bekannt. In Russland wurden seine Arbeiten nun zum Politikum: Ein Moskauer Gericht hat Tilly wegen angeblicher Beleidigung von Wladimir Putin und der Verbreitung von „Unwahrheiten“ angeklagt. Anlass für das Freiheitsmuseum im niederländischen Grenzort Groesbeek, eine kleinere Version eines seiner umstrittenen Werke zu zeigen.

Das Exponat ist ab sofort in der aktuellen Sonderausstellung „Alaaf! & Heil Hitler! Karneval in Krise, Krieg und Freiheit“ zu sehen. Diese beschäftigt sich mit der Rolle des Karnevals vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Putin im Gefängnisoverall, mit ukrainischer Flagge in einer Badewanne voller Blut oder mit einem sperrigen Keks in Form der Ukraine im Mund: Die Bilder der von Jacques Tilly und seinem Team gestalteten Karnevalswagen sind drastisch und mutig zugleich. Immer wieder sorgen sie für internationale Aufmerksamkeit. Besonders bekannt ist der Wagen „Putin, erstick dran!“, auf dem der russische Präsident versucht, die Ukraine zu verschlingen – und daran zu ersticken droht.

Tilly präsentierte das Werk erstmals am 28. Februar 2022 beim Rosenmontagszug in Düsseldorf, nur wenige Wochen nach Beginn der russischen Großinvasion in der Ukraine. Die Botschaft ist eindeutig: Wer glaubt, die Ukraine sei ein leichter Happen, irrt gewaltig. Im Dezember 2025 erhob Moskau Anklage gegen Tilly wegen Beleidigung Putins und der Verbreitung von Unwahrheiten. Das Freiheitsmuseum reagierte darauf und lud Tilly ein, eine kleine Version seines Karnevalswagens auszustellen. Ab sofort ist das Werk in einer kompakten Version in der Sonderausstellung „Alaaf! & Heil Hitler! Karneval in Krise, Krieg und Freiheit“ zu sehen. Die Sonderausstellung läuft noch bis zum 11. August 2026.

Klare Haltung

Das Werk trifft im Freiheitsmuseum auf einen inhaltlich passenden Kontext. Bereits seit 2022 positioniert sich das Museum klar gegen den russischen Angriffskrieg. Gezeigt wurden unter anderem ein ukrainischer Krankenwagen, ein zerstörter russischer Panzer sowie ein Schild vom Bahnhof in Bachmut. Die aktuelle Karnevalsausstellung greift zudem die lange Tradition politischer Satire im Karneval auf – einschließlich der Bedeutung großer Wagen als Ausdruck gesellschaftlichen Protestes Ergänzend zur Dauerausstellung bietet das Freiheitsmuseum wechselnde Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Dazu zählen Vorträge, Buchvorstellungen, geführte Battlefield Touren, Filmvorführungen und spezielle Aktivitäten für Kinder.

Weitere Infos gibt es unter www.freiheitsmuseum.com.

Das Freiheitsmuseum zeigt eine kleinere Version eines der umstrittenen Werke von Jacques Tilly. Foto: Freiheitsmuseum Groesbeek

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