"Pfadfinderinnen bieten Glitzertattoos auf Friedensparcours-Station an, DPSG St. Georg Weeze-Kervenheim, Foto von Gerhard Seybert"
6. Juli 2026 Von NN-Online · Kevelaer

„Jeder Mensch – ob Jude, Christ oder Muslim – sucht den Frieden“

Interreligiöse Friedenswallfahrt ruft zu gemeinsamer Verantwortung auf

KEVELAER. Es sind eindringliche Worte, die Ahmed Aweimer, Mitglied des Zentralrats der Muslime, auf den Stufen der Kevelaerer Marienbasilika wählt: „Die Heiligen Bücher – Tora, Koran und die Evangelien – sind alle von Gott gesandt, zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten. Wir sollen miteinander freundlich, verständig, entgegenkommend und friedlich diskutieren. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

Nur, wenn die Menschen aller Religionen gemeinsam für den Frieden arbeiten, könne sich etwas bewegen. Aweimer weiter: „Manche mögen diesen Gedanken nicht und wollen das nicht hören.“ Es sei jedoch die Wahrheit, und die Aufgabe der Menschen auf der Erde. „Jeder Mensch – ob Jude, Christ oder Muslim – sucht den Frieden“, unterstrich er.

Seit elf Jahren gibt es in Kevelaer die Interreligiöse Friedenswallfahrt, organisiert von der Aktion pro Humanität mit ihrer Vorsitzenden Dr. Elke Kleuren-Schryvers. Aweimer ist ebenso von Anfang an dabei wie Michael Rubinstein, Gemeindedirektor der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Auch er steht auf den Stufen der Basilika und begrüßt die Pilger als „liebe Freundinnen und Freunde“ – denn das seien sie in den vergangenen Jahren geworden. Auch er betont, dass es zwar Unterschiede zwischen den Religionen gebe, „aber diese dürfen niemals ein Grund sein für Hass und Gewalt“. Daher ruft er die Menschen auf, gemeinsam Verantwortung für die Welt zu übernehmen.

Ein Ort des Friedens

Zuvor hatte bereits Pastor Paul Hagemann von der Kevelaerer Wallfahrtsleitung daran erinnert, dass Kevelaer „ein wunderbarer Ort des Friedens“ sei. Hier habe der erste Pax-Christi-Kongress nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden, und auch heute noch würden die Menschen rund um das Gnadenbild Frieden erfahren und erleichtert nach Hause gehen. Daher freue er sich, an diesem Tag gemeinsam mit Muslimen, Juden und Christen beider Konfessionen beten zu können.

Neben dem Gebet und musikalischer und literarischer Untermalung durch Okko Herlyn und Heike Kehl wartete auf die Friedenspilger ein Parcours mit acht Stationen auf dem Kapellenplatz. Da gab es Glitzertattoos von den Pfadfinderinnen der DPSG St. Georg Weeze-Kervenheim, Ölzweige, Gesprächsangebote und eine Kleidersammlung für Flüchtlinge auf der Insel Lesbos. Und die Möglichkeit, ein Gebet mit einer virtuellen Friedenstaube gen Himmel zu senden. Davon machten Elke Kleuren-Schryvers, Aweimer, Rubinstein und Hagemann gemeinsam Gebrauch. Nach einem Druck auf einen großen roten Knopf erhob sich eine weiße Friedenstaube auf einer LED-Wand, um die interreligiösen Friedenswünsche in die Welt zu tragen.

"Okko Herlyn und Heike Kehl bei musikalisch-literarischem Event"

Um musikalische und literarische Untermalung kümmerten sich Okko Herlyn und Heike Kehl. Foto: Gerhard Seybert - 47608 Geldern

"Ahmed Aweimer, Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Michael Rubinstein und Paul Hagemann fördern Frieden"

Gemeinsam für den Frieden: (v.l.) Ahmed Aweimer, Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Michael Rubinstein und Paul Hagemann. Foto: Gerhard Seybert - 47608 Geldern

Auf einer Station des Friedensparcours boten die Pfadfinderinnen der DPSG St. Georg Weeze-Kervenheim Glitzertattoos an. NN-Foto: Gerhard Seybert

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