Irene Möllenbeck mit Rheinlandtaler für Kulturerhalt in Emmerich ausgezeichnet
Seit 25 Jahren engagiert für kulturelle Vielfalt und jüdische Erinnerungskultur
EMMERICH. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat Irene Möllenbeck für ihr Wirken in Emmerich mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie Kultur ausgezeichnet.
Irene Möllenbeck hat sich vor 25 Jahren als Mitbegründerin der Bürgeraktion Pro Kultur, deren 1. Vorsitzende sie mittlerweile ist, für den Erhalt der kulturellen Vielfalt in Emmerich stark gemacht. Zu den ersten und erfolgreichen Vorhaben des Vereins gehörte das Engagement für das PAN Kunstforum sowie den Erhalt des Plakatmuseums am Niederrhein. Schon bald dehnten sich die Aktivitäten auf ein breites Kulturprogramm mit Lesungen, Vorträge, Kunstausstellungen, Gedenkfeiern, Kinoabende, Exkursionen oder Führungen aus.
Zu den wichtigsten Säulen der Vereinsarbeit gehört inzwischen die Erinnerung an die jüdische Geschichte und Kultur der Stadt Emmerich. Es begann mit der Aufarbeitung der Biografien jüdischer Mitbürger und der Verortung und Sichtbarkeit der Opfer des Nationalsozialismus im Stadtbild. Mittlerweile organisiert Irene Möllenbeck jedes Jahr am 9. November die Aktion „Stolpersteine leuchten“ zum Gedenken an die Reichspogromnacht. Über die vielen einzelnen Bausteine der Beschäftigung mit dem jüdischen Leben in Emmerich war es dem Verein Pro Kultur ein Anliegen, einen angemessenen Ort für die Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte zu schaffen. So wurde 2019 der jüdische Kulturraum im PAN eröffnet. Pro Kultur hat den Kulturraum initiiert, organisiert und sich um die Finanzierung gekümmert.
Der Verein sucht den Austausch und ist daher mit vielen Akteuren vernetzt. Zu den wichtigsten Partnern gehören die Schulen. Der Verein organisiert seit einigen Jahren eine Schülerfahrt zu Holocaust-Gedenkstätten in den Niederlanden: Jährlich begleitet Irene Möllenbeck 50 Schüler zum Besuch der Synagoge und dem Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Pro Kultur besorgt die finanziellen Mittel, übernimmt die Organisation und sorgt mit einem niedrigschwelligen Vermittlungsansatz dafür, dass auch Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf an diesen Bildungsangeboten teilnehmen können.