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"Rettungsdienst Kreis Kleve versorgt Verletzte auf Unfallgelände"
20. April 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Hilfskräfte üben Abläufe bei Einsätzen mit vielen Verletzten

Kreis Kleve: 200 Personen verschiedener Organisationen waren im Einsatz

KREIS KLEVE. Was passiert, wenn plötzlich zahlreiche Menschen gleichzeitig medizinische Hilfe benötigen? Für solche Szenarien haben Einsatzkräfte aus dem Kreis Kleve kürzlich in Kalkar die Abläufe geprobt. Die Mitarbeiter aus dem Bereich „Rettungsdienst“ der Kreisverwaltung organisierten auf dem Fingerhutshof des Kreises Kleve am Wisseler See eine so genannte „MANV“-Übung („Massenanfall von Verletzten“). Bei dieser realitätsnahen Simulation arbeiten Rettungskräfte, Feuerwehr und Hilfsorganisationen Hand in Hand – denn im Ernstfall zählt jede Sekunde.

„Ziel ist es, die komplexen Abläufe bei Großschadensereignissen zu trainieren – von der Erstversorgung bis zur koordinierten Patientenübergabe in den Krankenhäusern“, erklärt Jürgen Baetzen, Fachbereichsleiter „Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz“ des Kreises Kleve. Bei einem „MANV-Einsatz“ handelt es sich um Einsatzlagen wie zum Beispiel Unfälle oder Naturkatastrophen mit entsprechend vielen Verletzen. Entsprechende Übungen dazu seien unverzichtbar, um die Handlungsfähigkeit aller Beteiligten zu sichern und mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen – und zu beheben. „Nur durch gemeinsames Training kann sichergestellt werden, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert.“

Das gestellte Szenario: Die Hilfskräfte erwartete vor Ort ein Unfall auf einer Familienfeier mit rund 50 Gästen. Dort gab es eine nachgestellte Verpuffung am Grill. Personen, die sich nah am Grill befanden, waren schwerverletzt, andere nur leicht. Zudem gab es einige vermisste Personen, die beispielsweise auf einem Spaziergang am See waren oder nach der Verpuffung die Flucht ergriffen hatten. Insgesamt wirkten rund 200 Personen auf dem Gelände des Fingerhutshofs als Einsatzkräfte, Verletzendarsteller, Übungsbeobachter und Organisatoren mit. Die Übung dient nicht nur der Schulung der Einsatzkräfte, sondern auch der stetigen Weiterentwicklung der Einsatzpläne. Hervorzuheben ist das ehrenamtliche Engagement vieler Einsatzkräfte im Katastrophenschutz. „Ohne ihren Einsatz, ihre Bereitschaft und ihr Fachwissen wäre ein flächendeckender Katastrophenschutz in Deutschland nicht möglich“, betont Baetzen.

Mit der MANV-Übung waren die Organisatoren am Ende sehr zufrieden. Die Patientenbehandlung und der Abtransport wurden zielstrebig und professionell durchgeführt. „Bei großen Einsatzlagen mit vielen Beteiligten Organisationen ist die Kommunikation immer eine Herausforderung. Hier hat die Übung gezeigt, wo wir uns noch verbessern können. Genau dafür sind solche Großübungen gedacht“, zog Jürgen Baetzen ein positives Fazit und bedankte sich in der Abschlussbesprechung bei den mitwirkenden Einheiten.

Teilnehmende Organisationen an der Übung: Freiwillige Feuerwehr Kalkar, Rettungsdienst des Kreises Kleve, Deutsches Rotes Kreuz Kreis Kleve, Malteser Hilfsdienst Kreis Kleve, Johanniter Unfallhilfe Kreis Kleve, DLRG Kreis Kleve, Informations- und Kommunikationsgruppe des Kreises Kleve, Feuerwehr Kranenburg, ISAR Germany, Notfallseelsorge Kreis Kleve, Krankenhäuser im Kreis Kleve sowie die „RUND-Gruppe“ (realistische Unfalldarstellung) der ISAR Germany, die Jugendfeuerwehr Kalkar, die Malteser Jugend Kalkar und die DLRG Bedburg-Hau als Darsteller von Verletzten. Jeder, der sich auch im Katastrophenschutz engagieren möchte, kann sich bei den Hilfsorganisationen in seiner Stadt oder Gemeinde informieren.

Der Rettungsdienst des Kreises Kleve versorgte auf dem Gelände Leicht- und Schwerverletzte. Foto: Kreis Kleve

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