Grünen-Landtagsabgeordnete besuchen Deichverband in Emmerich
Technischen und ökologischen Hochwasserschutz sinnvoll verzahnen
Erster Programmpunkt des Tages war ein Austausch mit dem Deichverband Bislich-Landesgrenze. Die Abgeordneten wurden von Deichgräf Harry Schulz und Geschäftsführer Holger Friedrich in der Geschäftsstelle in Emmerich empfangen. „Die Deichverbände sind in NRW gesetzlich für den Hochwasserschutz zuständig und werden in ihrer Aufgabenwahrnehmung vom Land NRW finanziell unterstützt“, erläuterte Wille, der auch Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages ist, die Konstellation.
Nach einem fachlichen Austausch verschaffte sich die Grünen-Delegation einen Überblick über den aktuellen Stand der Deichbaustelle zwischen Dornick und Emmerich. „Die Deiche und Schutzmauern in Nordrhein-Westfalen erfüllen eine unerlässliche Hochwasserschutzfunktion. Gleichzeitig ist in NRW ungefähr die Hälfte der Deiche auf insgesamt rund 350 Kilometern sanierungsbedürftig. Wir müssen die Erneuerung und Instandhaltung unserer Deiche konsequent und planmäßig angehen und zwingend eine dauerhafte Lösung für die Finanzierung des Hochwasserschutzes in NRW finden“, sagte Astrid Vogelheim, Sprecherin für Klimafolgenanpassung und Wasserschutz der Grünen-Landtagsfraktion und Vorsitzende der Enquetekommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“.
Im Anschluss ging es für die Abgeordneten weiter zur Emmericher Ward. Diese ist ein bedeutendes Naturschutzgebiet am Niederrhein. Das Gebiet bietet vielfältige Lebensräume wie Feucht- und Überschwemmungswiesen, Flutmulden, Altwasser und Auenwald. Die Renaturierung der Emmericher Ward ist damit ein wichtiger Bestandteil und ein Vorzeigebeispiel für natürlichen Hochwasserschutz, da er neben der Schaffung von Lebensraum für die Pflanzen- und Tierwelt auch notwendige Retentionsräume hervorbringt. „Technischer Hochwasserschutz allein reicht nicht aus. Wir brauchen darüber hinaus einen starken ökologischen Hochwasserschutz, das bedeutet zum Beispiel die Renaturierung bestehender Auengewässer und die Schaffung neuer Retentionsräume“, sagte Wille.
Die Abgeordneten der Grünen im Umweltausschuss des Landtags besuchen derzeit im Rahmen ihrer Umwelttour verschiedene Stationen in Nordrhein-Westfalen. Das Thema Wasser als lebenswichtige Ressource für Mensch und Natur steht dabei im Fokus. Der regelmäßige Austausch mit Organisationen, Verbänden und weiteren Stakeholdern direkt vor Ort sei unentbehrlich für eine praxisnahe Auseinandersetzung mit den vielfältigen Themen der Landtagsarbeit in Düsseldorf.