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Mitarbeiter der Stadt Geldern und Schausteller freuen sich mit Rettungsdiensten auf Gelderner Pfingstkirmes-Start.
21. Mai 2026 · Andrea Kempkens · Geldern

Großeinsatz für die Kirmes: Aufbau läuft auf Hochtouren

Stadt Geldern und über 160 Schausteller bereiten sich auf die Pfingstkirmes vor

GELDERN. In Geldern laufen die Vorbereitungen für die Pfingstkirmes auf Hochtouren. Seit Mittwochmorgen ist die Innenstadt für den Verkehr gesperrt, damit die Schausteller ihre Fahrgeschäfte und Buden aufbauen können. Von Samstag, 23. Mai, bis Dienstag, 26. Mai, verwandelt sich die Stadt wieder in ein buntes Kirmesparadies. Mehr als 160 Schausteller werden in diesem Jahr erwartet.

Die Nachfrage nach einem Standplatz ist erneut groß: Über 700 Bewerbungen gingen bei den Kirmesplanern der Stadtverwaltung ein. Nur ein Teil der Bewerber erhält am Ende einen der begehrten Plätze auf der beliebten Großveranstaltung.

Premiere für „Gladiator“

Zu den besonderen Attraktionen zählt in diesem Jahr erstmals das Fahrgeschäft „Gladiator“ des Schaustellers Remco Kriek aus dem niederländischen Roermond. Der „Gladiator“ gehört zu den spektakulärsten Hochfahrgeschäften Europas und steht normalerweise auf den größten Kirmesplätzen des Landes, unter anderem in Stuttgart und Münster, in den Wintermonaten sogar in London. Nun feiert das Fahrgeschäft seine Premiere in Geldern.
"Gladiator in Geldern, historisches Event, erster Auftritt, antike Rüstung, Kampfkunst"

Zum ersten Mal in Geldern: der Gladiator. Foto: privat

Mit seiner imposanten Konstruktion zieht der „Gladiator“ schon beim Aufbau die Blicke auf sich. Der Fahrarm erreicht im Betrieb eine Höhe von rund 62 Metern. Die beiden Gondeln drehen sich dabei mit hoher Geschwindigkeit und schleudern die insgesamt 20 Fahrgäste mit bis zu 90 Stundenkilometern durch die Luft.

Der Transport des rund 100 Tonnen schweren Fahrgeschäfts ist aufwendig. Zehn Achsen sind notwendig, um den „Gladiator“ von Ort zu Ort zu bringen. Dafür benötigt Schausteller Remco Kriek jeweils eine Sondergenehmigung. Allein der Transport kostet ihn nach eigenen Angaben rund 10.000 Euro.

Dass der Niederländer in diesem Jahr erstmals den Zuschlag für die Gelderner Pfingstkirmes erhalten hat, freut ihn besonders. „Geldern ist unter den Schaustellern als Top-5-Kirmes bekannt. Ich habe mich schon mehrfach um einen Standplatz beworben und freue mich, jetzt endlich dabei zu sein“, sagt Kriek. Die Kirmes genieße nicht nur unter Schaustellern einen hervorragenden Ruf. Auch zahlreiche Besucher aus den benachbarten Niederlanden zieht es jedes Jahr am Pfingstwochenende nach Geldern.

Der Aufbau des Großfahrgeschäfts mitten in der Innenstadt verlangt allerdings millimetergenaue Planung. „Normalerweise stehen wir auf großen freien Kirmesplätzen“, erklärt Kriek. „Hier stehen wir mitten in der Stadt auf einer Straßenkreuzung.“ Für die Planer der Pfingstkirmes ist das eine besondere Herausforderung. „Für den Gladiator müssen wir einige Schilder abbauen und die Ampel wegdrehen“, erklärt Uwe Eichler vom Planungsteam der Pfingstkirmes. Mit einem Ausschlag von jeweils 30 Metern rechts und links flögen die Gondeln nur knapp an den Häusern vorbei. Deshalb müssten die im Vorfeld aufgebrachten Markierungen beim Aufbau exakt eingehalten werden. „Wenn man das ausmisst, steht einem manchmal der Schweiß auf der Stirn“, sagt Eichler. Nur wenige Meter entfernt werde bereits das nächste Fahrgeschäft aufgebaut.
"Farbenfrohe Kirmesmeile im Aufbau bei Nacht, beleuchtet mit Fahrgeschäften und Lichtern, fotografiert von Michael Bühs"

Die Kirmesmeile nimmt Gestalt an. NN-Foto: Michael Bühs

Eine Fahrt mit dem „Gladiator“ kostet acht Euro. „Eigentlich müsste ich zehn oder elf Euro nehmen, aber das ist vielen Besuchern zu viel“, erklärt Kriek. Besonders teuer sei die vorgeschriebene Generalüberholung im vergangenen Jahr gewesen. Nach zwölf Jahren verlangt der TÜV eine umfassende Erneuerung des Fahrgeschäfts, die den Schausteller für den Gladiator rund 300.000 Euro kostete.

Auch bekannte Klassiker dabei

Neben neuen Attraktionen dürfen sich die Besucher auch auf viele bekannte Klassiker freuen. Traditionell mit dabei sind unter anderem der „Rockexpress“ und der „Breakdancer“. Ein Wiedersehen gibt es außerdem mit dem Riesenrad „Solar Wheel“. „Das solarbetriebene Riesenrad feierte vor zwei Jahren seine Premiere in Geldern“, sagt Eichler. „Es ist das erste Riesenrad, das allein mit dem Strom fährt, den es selbst erzeugt.“

Zu den weiteren Großfahrgeschäften zählen der „Fire Ball“, eine Mischung aus „Scheibenwischer“ und „Top Spin“, sowie die Achterbahn „Heidi Coaster“. Als besondere Attraktion gilt außerdem „Fuzzy‘s Lachsaloon“, ein fünfstöckiges XXL-Funhouse im Westernstil, das als eines der größten transportablen Funhouses seiner Art gilt. Auf insgesamt fünf Ebenen und rund 260 Metern Laufweg warten zahlreiche Hindernisse und Effekte sowie ein kleiner Freefall-Tower auf die Besucher. Weitere Highlights sind die Fahrgeschäfte „Highway No1“, die Überkopfschaukel „Intoxx“, der moderne Kettenflieger „Fly Over“ mit 40 Metern Höhe sowie „Rock & Roll“.

Organisatorische Herausforderungen

Die Pfingstkirmes bedeutet allerdings nicht nur für die Schausteller viel Arbeit. Auch für Rettungsdienste, Polizei, Ordnungsamt und Bauhof ist die Veranstaltung ein Großeinsatz. „Gemeinsam mit allen beteiligten Behörden stimmen wir im Vorfeld ein Einsatz- und Ablaufkonzept ab“, erklärt Johannes Dercks, Leiter des Bereichs Ordnung der Stadt Geldern. Die Pfingstkirmes gilt als Großveranstaltung und muss nach den Handlungsrichtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen umfassend abgesichert werden.
"Aufbauarbeiten am Mittwochmorgen, Fotograf: Michael Bühs, Baustelle, Konstruktion"

Seit Mittwochmorgen läuft der Aufbau. NN-Foto: Michael Bühs

Auch die Mitarbeiter des Bauhofs sind seit Tagen im Einsatz. Themen wie Verkehrssicherung, Reinigung, Abwasser oder die genaue Platzierung der Fahrgeschäfte müssten organisiert werden. „Die Kirmes ist in jedem Jahr eine Herausforderung, die Personal und Ressourcen beansprucht“, betont Bauhof-Chef Robert Greef. Ein großes Thema sei zudem die Müllentsorgung. Für die Schausteller werde eigens ein zusätzlicher Sammelplatz eingerichtet. Rund 110 Kubikmeter „Kirmesmüll“ fallen während der Veranstaltung normalerweise an. Auch die Verkehrsführung verlangt umfangreiche Vorbereitungen. Verkehrszeichen und Mülleimer müssen abgebaut und später wieder aufgestellt werden. Hinzu kommen 30 Absperrblöcke, 220 Halteverbote sowie 230 Drängelgitter und Bauzäune.

Zwei bewachte Fahrradparkplätze

Eingerichtet werden erneut auch zwei bewachte Fahrradparkplätze. Sie befinden sich am Ja-Hotel am Südwall sowie an der Ecke Egmondstraße/Issumer Tor gegenüber von Netto. Erwachsene zahlen dort zwei Euro pro Fahrrad, Kinder bis 14 Jahre parken kostenlos. Am Familientag, dem Kirmesdienstag, kostet das Abstellen für Erwachsene nur einen Euro.

Entscheidend für den Erfolg der Pfingstkirmes bleibt am Ende auch das Wetter. Bürgermeister Sven Kaiser zeigt sich optimistisch: „Die Aussichten sind perfekt. Wir können unsere Gäste bei sommerlichen Temperaturen in Geldern willkommen heißen.“ Dirk Janßen, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Kleve-Geldern, hofft allerdings, dass die Temperaturen nicht zu hoch steigen – auch wenn dies den Getränkeständen zusätzliche Umsätze bescheren dürfte. Die Preise bleiben nach seinen Angaben stabil. „0,25 Liter Bier kosten wie im letzten Jahr 3,50 Euro. Das ist die Obergrenze, damit das Bier noch schmeckt“, sagt Janßen. Insgesamt bewegten sich die Preisanpassungen der Schausteller in einem Rahmen, den die Besucher akzeptierten. Dies habe bereits die Kirmes am vergangenen Wochenende in Kevelaer gezeigt.

Eröffnet wird die Pfingstkirmes am Samstag, 23. Mai, mit dem traditionellen Sternenmarsch der Spielmannszüge und der bunten Fahnenparade der Schaustellerverbände (Start: 14 Uhr). Direkt im Anschluss, um 14.30 Uhr, eröffnet Bürgermeister Sven Kaiser die Kirmes mit dem Fassanstich und Freigetränken. Anschließend ist Happy Hour. Alle Infos gibt es unter www.geldern.de/pfingstkirmes

Die Mitarbeiter der Stadt Geldern freuen sich mit den Schaustellerverbänden und den Rettungsdiensten auf den Start der Gelderner Pfingstkirmes. NN-Foto: Andrea Kempkens

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