Gemeinsam für mehr Vielfalt
Mit der Rückkehr der Saatgutbibliotheken startet die Initiative „Pflanzenvielfalt“
Im Mittelpunkt dessen steht samenfestes Saatgut, das über Generationen von Hand zu Hand weitergegeben wird. Über die Zeit hinweg soll es sich auf diese Weise weiterentwickeln und im Idealfall an die hiesigen regionalen Bedingungen anpassen. Das industriell gefertigte, nicht selbst vermehrbare Hybrid-Saatgut dagegen – zu erkennen am „F1“ auf der Tüte – eignet sich nicht für dieses Projekt.
Ein breites Angebot
Das Saatgut-Angebot kann sich wieder sehen lassen: Erbsen, Salat, Melde und neuerdings Mangold sind unter anderem dabei – auch innerhalb der Sorten gibt es Untersorten mit eigenen Eigenschaften zu entdecken. Der Renner schlechthin waren letztes Jahr die Tomaten, dementsprechend schnell waren sie vergriffen. Als Ladenhüter stellten sich nur die Stangen-Bohnen heraus, wie Inken Schoofs von der Bücherei Emmerich zugibt. „Innerhalb kürzester Zeit waren die Samentütchen verliehen“, fasst sie zusammen.
Auch die Rückgaben fielen am Ende üppig aus, dementsprechend gut gelingt der jetzige Neustart. 260 Samentütchen gibt es dieses Jahr allein in Emmerich. Dort ist die Saatgutbibliothek schon am vergangenen Dienstag gestartet, in den anderen Kommunen soll es am Freitag, 17. März, soweit sein. Allein gelassen wird man mit dem Anbau übrigens nicht: Infos liefern nicht nur die Flyer zu jedem Tütchen und der Newsletter. Mehr Wissen zum Thema bieten die Bibliotheken unter anderem mit passenden Büchern an - den Ausweis für die Ausleihe hat man ja schon.
Schon 2022 hatten sich viele Leute eigens für das Saatgut in den Büchereien angemeldet, erzählt Inken Schoofs. Auch vor dem Start der zweiten Auflage sei das Interesse wieder früh groß gewesen. Mit der Kita St. Martini ist die Emmericher Bibliothek nun eine neue Zusammenarbeit eingegangen. In Goch hat sich bereits die Elterninitiative Pusteblume für eine Kooperation gemeldet. „Wir freuen uns über alle Institutionen und Personen, die uns ansprechen“, sagt Dr. Elvira Neuendank von der VHS Goch.
Säen, genießen, erhalten
Das Thema „Pflanzenvielfalt“ mit einem vielseitigen Programm voranbringen möchte auch die Initiative „Pflanzenvielfalt säen, genießen, erhalten“. Die Veranstaltungen für die erste Jahreshälfte stehen nun fest. Die Kooperationspartner widmen sich darin den Nutz- und Wildpflanzen und den Zusammenhängen mit der Natur. Dazu zählt die große Bedeutung für den Menschen. Auch wenn das sehr ernst klingt und es in der Tat ein sehr wichtiges Thema ist: „Das Projekt soll Spaß machen“, betont. Dr. Elvira Neuendank, die das Projekt leitet. Dafür sorgen unter anderem Führungen, Vorträge, Workshops oder Pflanzentauschbörsen. Ein Übersicht gibt es digital unter anderem unter www.emmerich.de. Einfach „Pflanzenvielfalt“ in die Suchleiste eingeben.
Die Kooperationspartner wissen um die große Bedeutung der Bürger, wenn es darum geht, etwas zu verändern. „Nur gemeinsam kommt man bei dem Thema weiter.“ Weil das Projekt nachhaltig wirken soll, freuen sie sich in diesem Sinne nicht nur über rege Teilnahme, sondern auch über weitere Institutionen und Personen, die im nächsten Jahr zum Projekt beitragen wollen.
Die Volkshochschulen stehen als Ansprechpartner für Kooperationen zur Verfügung und stellen auf Anfrage auch gerne Beratungsangebote für interessierte Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtung und weitere Institutionen mit Interesse an Pflanzenvielfalt bereit.
Für das Programm der zweiten Jahreshälfte denken die Verantwortliche bereits an erste Kochkurse. Eine wichtige Rolle sollen aber immer die Wünsche der Bevölkerung spielen. „Wir bleiben jedenfalls am Thema dran!“, verspricht Dr. Elvira Neuendank. TLIm Kreis Kleve öffnen wieder die Saatgut-Bibliotheken. NN-Foto: TL