Gemeinsam aktiv im Ruhestand
Der Probus-Club Kleve setzt seit fast drei Jahrzehnten auf Vorträge, Freundschaft und Engagement
KREIS KLEVE. „Uns gibt es schon seit fast 30 Jahren, aber wenn man sich mal umhört, wissen die wenigsten, wer wir eigentlich sind und was wir machen“, sagt Christoph Verbeet. Das soll sich nun ändern. Der Augenoptikermeister aus Kleve, der mehr als 30 Jahre lang selbstständig tätig war, hat sich 2024 zur Ruhe gesetzt – und damit zugleich eine wichtige Voraussetzung für die Mitgliedschaft erfüllt: Beim Probus-Club können nämlich nur Menschen mitmachen, die aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind.
Gegründet wurde der Klever Probus-Club im Jahr 1998 auf Initiative der Klever Rotarier. Erster gewählter Präsident war Karl Thelosen, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Kleve. „Es ist ein Club für Menschen, die führende Positionen in der öffentlichen Verwaltung, im Schuldienst, in der Industrie, im Geschäftsleben oder im Handwerk innehatten“, erklärt Verbeet (67), der vor Kurzem das Amt des Programmwarts übernommen hat. „Das klingt vielleicht etwas sperrig“, sagt er schmunzelnd. Vermutlich würde man die Aufgabe heute eher mit „Event-Manager“ umschreiben. Tatsächlich sorgt Verbeet derzeit mit großem Engagement dafür, dass die Mitglieder regelmäßig mit interessanten Themen und spannenden Persönlichkeiten in Kontakt kommen und anschließend Gelegenheit zum geselligen Austausch haben. Die Bandbreite der Vorträge ist groß: von sicherheitspolitischen Themen rund um die Nato über einen Reisebericht zu Papua-Neuguinea bis hin zu Besuchen des Comitato Dante Alighieri oder der Polizei. Denn alle drei Wochen treffen sich die Mitglieder des Clubs zu einem Vortragsabend. „Das ist durchaus sportlich“, sagt Verbeet, „aber zum Glück mangelt es nicht an interessanten Themen.“ Außerdem gebe es immer wieder Menschen, mitunter natürlich auch aus den eigenen Reihen, die gern bereit seien, beim Probus-Club zu referieren. In naher Zukunft stehen unter anderem Vorträge zu Feuerwehr und Rettungsdienst sowie zur Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf dem Programm. Zusätzlich beschäftigt Verbeet aktuell die Planung des Clubausflugs im Juli zum Freiheitsmuseum in Groesbeek. Im Herbst folgt eine dreitägige Reise in den Rheingau. „Darum geht es im Kern“, sagt Verbeet: „Die Pflege von Freundschaft und Geselligkeit durch Clubabende, Veranstaltungen und Exkursionen – und darum, geistig aktiv und interessiert zu bleiben.“
Ein durchaus attraktives Angebot, das im Kreis Kleve gern noch bekannter werden darf. „Wenn man über die Grenze schaut, könnte man fast neidisch werden – allein in Nijmegen gibt es rund 15 Clubs“, erzählt Verbeet. Weltweit existieren sogar rund 4.500 Probus-Clubs mit etwa 350.000 Mitgliedern. Besonders stark vertreten sind sie im englischsprachigen Raum, aber auch in den Niederlanden gibt es aktuell mehr als 100 Clubs. Der Name „Probus“ setzt sich ursprünglich aus den englischen Begriffen PROfessional und BUSinessmen zusammen. „Man kann ihn aber ebenso vom lateinischen ,probus‘ ableiten“, erklärt Verbeet. „Das steht für moralische Integrität und Rechtschaffenheit.“
Der Klever Club zählt derzeit rund 50 Mitglieder – Partner eingeschlossen, denn diese sind bei den Vortragsabenden ausdrücklich willkommen. „Früher war es einmal ein reiner Herrenclub, aber das ist längst Vergangenheit“, betont Verbeet. Darüber hinaus organisiert der Club zweimal im Jahr Exkursionen sowie alle zwei Jahre eine mehrtägige Studienreise. Die Mitgliedschaft erfolgt in der Regel auf Empfehlung und Einladung.
Fest etabliert ist außerdem die jährliche Spende, die aus einem Teil der Mitgliedsbeiträge finanziert wird. In der Vergangenheit wurden unter anderem ISAR Germany, die Klever Klosterpforte, Hospize sowie das Frauenhaus der Kreis Klever Awo unterstützt. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das „Rikscha-Projekt“ der Sozial- und Ökologiestiftung. „Im Vorfeld werden im Vorstand verschiedene Optionen besprochen und am Ende gemeinschaftlich entschieden, an wen die Spende gehen soll“, erklärt Verbeet, der die Spende in Höhe von 500 Euro jüngst zusammen mit Präsident Walter Senger und Schatzmeister Willy Looschelders an die „Kleefse Rikscha Fietser“ übergeben hat. Verbeet: „Petra Bossmann und Herbert Looschelders haben uns das Projekt an diesem Morgen noch einmal ausführlich vorgestellt und wir sind überzeugt, dass unsere Spende dort Gutes bewirken kann.“
Wer den Probus-Club näher kennenlernen möchte, mehr über die Veranstaltungen erfahren will oder Interesse an einem unverbindlichen Besuch hat, findet weitere Infos und Kontaktdaten auf der Internetseite des Clubs unter probus-deutschland.de/deutsche-clubs/kleve. „Wir freuen uns über Zuwachs“, sagt Verbeet.
Spendenübergabe in Kleve (v.l.): Willy Looschelders, Petra Bossmann (Rikscha-Projekt), Christoph Verbeet, Walter Senger und Herbert Looschelders (Rikscha-Projekt). NN-Foto: Rüdiger Dehnen