Gemäldebörse in Rees: Warum die Kunstbörse sogar älter ist als „Bares für Rares“
Zum 18. Mal wird das Koenraad-Bosman-Museum zum Treffpunkt für Kunstliebhaber und Sammler. Hunderte Gemälde und Fotografien stehen zum Verkauf – von nostalgischen Motiven bis zu moderner Kunst.
REES. Zwei „kunstvolle“ Wochenenden stehen in Rees an. Zunächst findet am 8. November zum 25. Mal der Kunstsonntag statt, bei dem 36 Künstler ihre Werke an 25 Orten ausstellen (die NN berichteten). Eine Woche später folgt am Samstag, 14., und Sonntag, 15. November, die 18. Auflage der Gemäldebörse im Koenraad-Bosman-Museum. „Damit ist die Gemäldebörse älter als ‚Bares für Rares‘ im ZDF“, sagt Claudia Börgers von der Stadt Rees, die die Veranstaltung seit 2015 organisiert.
Erstmals fand die Gemäldebörse im Jahr 2007, anlässlich des zehnten Jubiläums des Reeser Museums. „Es war ein neues Format, erdacht von Jana Weiß und Ludger Beltermann, das für Abwechslung im Museum sorgen und es bekannter machen sollte“, berichtet Claudia Börgers. Zunächst konzipiert als Börse für den Verkauf von Gemälden, kamen im Laufe der Zeit auch Fotografien hinzu.
Private Sammler und Hobbykünstler verkaufen in Rees
Die Verkäufer sind zumeist private Sammler, die sich verkleinern möchten; eher die Ausnahme sind Hobbykünstler, die mitunter zum ersten Mal ihre Arbeiten in der Öffentlichkeit zeigen. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Rees und der näheren Umgebung, sondern vielfach aus ganz Deutschland, etwa Aachen und Monheim, aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Berlin. Im Schnitt 60 bis 70 Verkäufer sind dabei, die zwischen 170 und 250 Bilder anbieten. „2016 hatten wir den ‚worst case‘ mit 102 Teilnehmern und 343 Bildern. Wir hatten so vielen Stellwände aufgebaut, dass man sich kaum noch durchs Museum bewegen konnte“, erinnert sich Börgers.
Auf Käufer- beziehungsweise Besucherseite finden sich überwiegend private Sammler, aber auch professionelle Kunsthändler sind immer wieder im Koenraad-Bosman-Museum anzutreffen. „Sie stehen oft schon früh morgens vor der Tür und warten, dass wir öffnen“, verrät Börgers schmunzelnd.

Viele verschiedene Stilrichtungen sind bei der Reeser Gemäldebörse vertreten. Foto: Stadt Rees
Käufer kommen nochmals kurz vor Schluss
Während die ausgestellten Kunstwerke zumeist stilistisch zugeordnet werden, Gemälde auch von Fotografien separiert werden, ist laut Börgers bei den Besuchern kein bestimmtes Interesse für eine Kunstrichtung zu erkennen. „Sie gehen sehr offen durchs Museum“, weiß Börgers und ergänzt: „Manche kommen sogar mehrfach, weil sie sich nicht entscheiden können. Für den Kauf kommen sie dann kurz vor Schluss.“
Die Bandbreite der Künstler, deren Gemälde in Rees angeboten werden, ist ebenfalls groß. Auch Reeser Künstler sind darunter, etwa Willy Angenendt und Hein Scholten. „Durch den direkten lokalen Bezug stehen sie hoch im Kurs und werden oft von Generation zu Generation getragen. Reeser bleiben zumeist bei Reesern“, sagt Jörn Franken, Leiter der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit, Stadtmarketing, Tourismus und Kultur der Stadt Rees.
Die Zahl der verkauften Bilder auf der Reeser Gemäldebörse ist übrigens laut Claudia Börgers „relativ niedrig – es geht aber auch nicht um Fünf-Euro-Artikel. Bei einem Gemälde für 500 Euro überlegt man es sich gut, ob man kauft oder nicht.“ Wobei auch immer wieder mal Preise im Wert jenseits von 1.000 Euro erzielt werden. Das teuerste Bild wurde im Jahr 2016 verkauft: „Feierabend“ von H. Baumgart für 4.100 Euro. Doch, wie Börgers betont: „Uns geht es darum, unserem Publikum etwas zu bieten und das Museum zu beleben.“
Öffnungszeiten der Gemäldebörse in Rees
Die Gemäldebörse im Koenraad-Bosman-Museum in Rees findet am Samstag, 14., und Sonntag, 15. November, jeweils von 11 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ins Museum ist an beiden Tagen frei.
Organisatorin Claudia Börgers und Stadtpressesprecher Ole Engfeld werben für die Gemäldebörse im Reeser Museum. NN-Foto: Michael Bühs