Für Kultur und Begegnung
Förderung des Projekts „Dritte Orte Ensemble Schlösschen Borghees“ in Emmerich läuft weiter
Zwar reduziert sich die Fördersumme in diesem Jahr auf 50.000 Euro, in den beiden Folgejahren dann weiter auf 40.000 und 30.000 Euro, „da die Einrichtungen ja irgendwann auf eigenen Beinen stehen sollen“, erläutert Hoymann. „Aus diesem Grund müssen wir die Zahl der Veranstaltungen auch etwas zurücksetzen.“ Aber, so betont Hoymann: „Nicht die Qualität.“
Dennoch bleibt das Thema Finanzierung aktuell. Ab 2025 werde man sich – sollte es beim Auslaufen der „Dritte Orte“-Förderung nach 2026 bleiben – auf die Suche nach neuen Unterstützern und anderen Fördermöglichkeiten machen müssen. Für Hoymann ist dies aber weder problematisch noch verwunderlich: „Es gibt keine Oper und kein Theater, das ohne eine Förderung auskommt. Auch nicht die großen Häuser in den Großstädten.“
Groß ist das Ensemble Schlösschen Borghees zwar nicht, doch die Kooperationspartner sind weiterhin bestrebt, ein „großes“ Programm zu bieten. Dazu zählen beispielsweise das Neujahrskonzert mit Ed Motmor am 28. Januar, das Stück „Good House for Lost Souls“ der inklusiven Theatergruppe Fanta 10 (17., 18. und 25. Februar) sowie verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema Klima, darunter der erste Klimatag am 5. Mai als Nachfolge-Event der Saatguttauschbörse. „An diesem Tag haben wir unter anderem einen Vortrag über EM – Effektive Mikroorganismen –, bei dem man erfährt, wie man im eigenen Garten einen gesunden Boden schaffen kann“, berichtet Hoymann. Weitere Themen des Klimatages sind Imkerei und Permakultur. „Insgesamt geht es um die Frage: Was kann jeder Einzelne fürs Klima tun?“
Weiterhin gehören zum Programm am und im Ensemble Schlösschen Borghees Angebote aus den Bereichen Theater und Musik, spannende Mitmach-Projekte für Menschen aller Generationen, Ferienangebote für Kids und verschiedene Workshops. Erstmals dabei sind „Rituale neu entdecken“ mit Heike Beer, bildnerisches Gestalten mit Sandra Heinzel und „Das bin ich“ mit Judith Hoymann. „In diesem dreitägigen Seminar für Frauen geht es darum, Ängste zu überwinden in der Kommunikation mit anderen Menschen“, erläutert die Kursleiterin.
Etablierte Angebote
Neue Angebote gab es auch in den vergangenen Jahren immer wieder – nicht alle haben sich durchgesetzt. „Der Karaoke-Abend war kein großer Erfolg“, sagt Hoymann im Rückblick. „Was sich aber etabliert hat, ist der ‚Bühne frei‘-Abend, der am 22. März wieder stattfindet und bei dem die Besucher mit Beiträgen aller Art auf die Bühne gehen können.“ Ebenfalls gut angekommen ist der Second-Hand-Modemarkt, der am 7. April eine Neuauflage findet und sich an „Frauen jeden Alters, die Lust auf ein neues Outfit haben und gemeinsame Stunden des Austausches erleben wollen“, richtet.
Um dieses breite Angebot aufrecht erhalten zu können, ist man seitens des TIK und des Fördervereins Schlösschen Borghees immer auf der Suche „nach Mitstreitern, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, etwa mit Workshops oder bei der Gartenpflege“, sagt Hoymann.
Apropos Garten: Hierzu hat Judith Hoymann ein großes Anliegen. „Wir haben einen wunderschönen Garten, den die Menschen einfach nutzen und wo sie ihre Freizeit genießen können.“ Das gesamte Areal um Schlösschen und Kulturscheune ist frei zugänglich. Mit Boulebahn, Kräutergarten und Liegebänke lädt es zum Verweilen ein, der Brotbackofen bietet zu bestimmten Terminen die Möglichkeit für einen Ausflug, mit einer Gruppe auch außerhalb dieser festen Zeiten. „Bei allem geht es auch um die Begegnung“, betont Hoymann.Michael Bühs
Beste Stimmung herrscht bei den Projektpartnern (l.) bei der Vorstellung des neuen Programms am Ensemble Schlösschen Borghees. Was das Areal alles zu bieten hat, verrät auch ein hölzerner Schilderpfosten. NN-Foto: Gerhard Seybert