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"Teilnehmerinnen beim Vortrag im modernen Design-Studio, kreatives Arbeitsumfeld"
14. Mai 2026 Von NN-Online · Goch

Frauen und Teilhabe in der Gesellschaft und im Beruf

Tour der Pfalzdorfer Landfrauen mit einem besonderen Thema

PFALZDORF. Die Pfalzdorfer Landfrauen organisieren schon seit Jahren eine kleine Radtour in und um Pfalzdorf. Diesmal wurden aber nicht wie bisher verschiedene Privatgärten angesehen, sondern es wurden vier Frauen mit unterschiedlichen Berufen besucht. Es sollte der heutige Einsatz der Frau im Berufsleben und der Gesellschaft unter Berücksichtigung von Familie und Alltag deutlich gemacht werden. Da das kalte und regnerische Wetter aber nicht zu einer Radtour einlud, wurden die einzelnen Stationen kurzerhand mit Autos angesteuert.

Zu Katharina Pleines, der 1. Stellvertreterin des Bürgermeisters der Stadt Goch, machten sich 23 Frauen auf den Weg. Die Frauen erfuhren zunächst etwas über die derzeitige Zusammensetzung des Rates der Stadt Goch, der eine Stärke von 40 Mitgliedern plus Bürgermeister hat und in dem fünf Fraktionen und zwei Einzelpersonen vertreten sind. Etwa ein Viertel der Ratsmitglieder sind inzwischen Frauen. Interessant für die Anwesenden waren die Erklärungen zur Entscheidungsfindung über Ausschüsse bis hin zur Abstimmung im Rat. Katharina Pleines, die schon seit 22 Jahren dem Rat der Stadt Goch angehört, füllt im Rahmen des Ehrenamtes die Funktion der 1. Stellvertreterin des Bürgermeisters aus. Sie machte Ausführungen dazu, wie sie den Alltag mit Familie, Beruf bei der Wasserburg Rindern und Ehrenamt bewältigt. Dabei kam auch die Rolle der Frau in diesen Bereichen zur Sprache. Sie merkte an, dass bei der jüngeren Generation inzwischen ein Umdenken hinsichtlich der früheren festgelegten Rollenverteilung vom Mann als alleinigem Versorger und der ausschließlich für den familiären Bereich zuständigen Frau stattgefunden hat.

Nach dieser sehr informativen Gesprächsrunde ging es zu einem noch recht jungen, von zwei Frauen geleiteten Unternehmen. Es handelt sich um das Geschäft „Hübsch & Heimelig“ in Pfalzdorf, das von Eva Engler und Christina Peter geführt wird. Dort werden handgemachte Duftkerzen, Duftwachs – sogenannte Melts - und andere hübsche Artikel angeboten. Eva Engler ist Naturkosmetikerin und Aromatherapeutin, Christina Peter Physiotherapeutin. Ein großer Erfolg war und ist die „Babyerkältungskerze“, die – wie der Name schon sagt - bei Babys eingesetzt wird, aber auch bei Erwachsenen gute Dienste leistet. Seit Kurzem haben die beiden jungen Frauen in Pfalzdorf noch ein weiteres Geschäft eröffnet, in dem Eva Engler Kosmetikbehandlungen und Christina Peter physiotherapeutische Behandlungen anbietet. Beide Frauen stellten im Laufe des Gesprächs sehr anschaulich den Werdegang ihrer Unternehmen dar und zeigten dabei auch die Hürden auf, die sie dabei – auch aus Sicht einer Frau - zu meistern hatten.

Das Designstudio „Pinoo“ an der Bundesstraße 9 in Goch auf der Klever Straße war die nächste Anlaufstelle für die Landfrauen. Diese Firma ist von Pia Noll-Burkhard gegründet worden und wird von ihr geleitet. Im Jahr 2023 ist sie aus dem Rheinland an den Niederrhein gekommen, wo sie mit ihrem Mann ein Haus mit einer früheren Schmiede gekauft hat. Sie hat „Design“ studiert und ist geschäftsführende Inhaberin des Designstudios. Ihr Studio hat sie in der früheren Schmiede eingerichtet. Sie stellte ihren beruflichen Werdegang, angefangen vom Studium bis hin zu der Arbeit in verschiedenen Unternehmen, dar. Den Focus ihrer Arbeiten legt sie derzeit besonders auf die Bereiche Wohnen und Innenraum. Sie erklärte den Frauen die Herstellung von bunten Stoffen mit von ihr entworfenen Mustern - unter anderem für Bettwäsche. Die entsprechenden Stoffe und auch von ihr designte Papierservietten wurden gezeigt. Auf Nachfrage merkte Pia Noll-Burkhard an, dass die KI inzwischen auch im Bereich „Desigen“ Einzug gehalten hat und für eine Designerin als Konkurrenz nicht außer Acht gelassen werden kann. Dabei müsste man sich fragen, ob mit KI generierte Muster die gleiche Individualität und den künstlerischen Anspruch haben können wie die Entwürfe einer Designerin. Sie erklärte, dass sie in ihrem Betätigungsfeld – Gestaltung des Wohn- und Innenraums – vielfach mit Frauen zusammenarbeitet. Die Tour der Landfrauen dauerte vier Stunden und hat den Teilnehmerinnen einen aufschlussreichen Einblick in das Berufsleben der vier von ihnen besuchten Frauen gegeben.

Einige Teilnehmerinnen beim Vortrag im Design-Studio. Foto: privat

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