Erwachsenwerden als lebenslanger Prozess
Literaturkurs des KvGG begeistert mit bewegender Theateraufführung
KEVELAER. Mit ihrer eindrucksvollen Aufführung „Er(st) wachsen“ hat der Literaturkurs des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Kevelaer unter der Leitung von Katrin Boland im Konzert- und Bühnenhaus Kevelaer das Publikum tief bewegt. Vor voll besetzten Reihen präsentierten die Schüler einen Abend, der weit über eine klassische Theateraufführung hinausging.
Unter dem Leitgedanken, dass Erwachsenwerden kein abgeschlossener Moment, sondern ein lebenslanger Prozess ist, entstand ein vielseitiges und emotional dichtes Bühnenprogramm. Besonders bemerkenswert: Sämtliche Inhalte wurden von den Schülern selbst entwickelt, geschrieben und gestaltet.
Eine mitreißende Mischung
Das Publikum erlebte eine eindrucksvolle Mischung aus Schattentheater, Musik, Tanz, Poetry Slam, Monologen und szenischen Theaterstücken. Die Jugendlichen setzten sich dabei mit Themen auseinander, die Menschen jeden Alters bewegen: Ängste, Zweifel, Erwartungen, Zukunftssorgen, persönliche Entwicklung und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben.
Die selbst verfassten Texte überzeugten durch eine außergewöhnliche Reife, Ehrlichkeit und Tiefe. Immer wieder gelang es den Darstellern, Situationen aus dem Alltag so authentisch auf die Bühne zu bringen, dass sich viele Zuschauer unmittelbar wiederfinden konnten.
Besonders beeindruckend war die Vielfalt der Beiträge: Jede Schülerin und jeder Schüler brachte individuelle Stärken ein und fand sichtbar eine eigene Rolle im Gesamtwerk. So entstand ein Abend, in dem jede einzelne Stimme Bedeutung hatte und zum gemeinsamen Ganzen beitrug.
Viele Rückmeldungen aus dem Publikum machten deutlich, wie nachhaltig die Aufführung wirkte. Besucher beschrieben den Abend als berührend, nachdenklich stimmend und außergewöhnlich authentisch. Gelobt wurde insbesondere die Offenheit, mit der sensible Themen angesprochen wurden.
Dass diese Offenheit möglich wurde, war auch Ausdruck der besonderen Arbeitsatmosphäre im Kurs. Über die Monate hinweg entstand ein kreativer und geschützter Raum, in dem Vertrauen wachsen konnte — eine wichtige Grundlage dafür, dass persönliche Gedanken und Emotionen künstlerisch verarbeitet und schließlich mit großer Stärke auf die Bühne gebracht werden konnten.
„Er(st) wachsen“ war damit weit mehr als ein Theaterabend: Es war eine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit dem Leben selbst — ehrlich, mutig und bewegend.
Der Literaturkurs des KvGG hat mit dieser Aufführung eindrucksvoll gezeigt, wie kreativ, reflektiert und tiefgründig junge Menschen gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und künstlerisch umsetzen können.