Emmerich: Mehr Leerstand zu Wohnraum
SPD Emmerich will Umnutzung leerstehender Ladenlokale erleichtern
EMMERICH. Die SPD-Fraktion im Rat der Emmerich bringt einen Antrag ein, der die Umnutzung leerstehender oder dauerhaft verwaister Ladenlokale im Innenstadtbereich zu Wohnraum deutlich erleichtern soll. Ziel ist es, planungsrechtliche Hürden abzubauen, Verfahren zu vereinfachen und so neuen, innenstadtnahen Wohnraum zu schaffen.
Die Verwaltung soll beauftragt werden zu prüfen, wie bestehende Bebauungspläne angepasst, die Gestaltungssatzung überprüft und Verfahren zur Nutzungsänderung beschleunigt werden können. Eigentümer sollen einen rechtssicheren, planbaren und möglichst bürokratiearmen Rahmen erhalten, um leerstehende Gewerbeflächen in Wohnungen umzuwandeln. Die Innenstadt ist seit Jahren von einem tiefgreifenden Wandel im Einzelhandel geprägt. Zunehmender Onlinehandel und verändertes Konsumverhalten führen dazu, dass immer mehr Ladenlokale leer stehen. Dieser Leerstand beeinträchtigt nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Aufenthaltsqualität und die wirtschaftliche Dynamik. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie immer mehr Schaufenster dunkel bleiben“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Meike Schnake-Rupp. „Wenn eine gewerbliche Nutzung langfristig nicht mehr realistisch ist, müssen wir alternative, sinnvolle Lösungen ermöglichen. Wohnraum in der Innenstadt ist eine große Chance für mehr Leben, mehr Sicherheit und mehr soziale Kontrolle.“
Gleichzeitig wächst auch in Emmerich der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum – insbesondere an kleineren Wohnungen für Singles, Senioren, Auszubildende und Pendler. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jan Ludwig betont: „Wir sprechen hier nicht über neue Baugebiete auf der grünen Wiese. Wir sprechen über die kluge Nutzung bestehender Gebäude. Das ist nachhaltig, ressourcenschonend und stärkt unsere Innenstadt als Wohn- und Lebensraum.“ Durch die Umnutzung könnten Leerstände reduziert, vorhandene Bausubstanz sinnvoll genutzt und neuer Wohnraum geschaffen werden – ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.
Die SPD-Fraktion stellt klar, dass es nicht um eine vollständige Aufgabe innerstädtischer Einzelhandelsflächen geht. Vielmehr sollen in klar definierten Bereichen oder unter bestimmten Voraussetzungen Wohnnutzungen ermöglicht werden, wenn eine gewerbliche Perspektive dauerhaft fehlt. „Wir wollen eine behutsame, aber zielgerichtete Anpassung der bestehenden Regelwerke“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Lisa Braun. „Unsere Innenstadt soll lebendig bleiben – mit Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und eben auch mehr Wohnen. Eine flexible Stadtentwicklungspolitik ist der Schlüssel, um Emmerich zukunftsfest aufzustellen.“
Mit ihrem Antrag setzt die SPD-Fraktion ein klares Signal für eine aktive und vorausschauende Stadtentwicklungspolitik, die Leerstände reduziert, Wohnraum schafft und die Innenstadt von Emmerich nachhaltig stärkt.