Emmerich: Ein letztes Fest für die St.-Michael-Schützen
Bruderschaft aus Oberhüthum feiert noch einmal gemeinsam mit St. Sebastian
EMMERICH. Längst ist das gemeinsame Schützenfest der St.-Sebastian-Bruderschaft Emmerich und der St.-Michael-Bruderschaft Oberhüthum eine Tradition. Einmal mehr laden sie von Freitag, 8., bis Samstag, 16. August, am Kapaunenberg zum 175. und 111. Fest ein. Doch während bei St. Sebastian die Vorfreude darauf steigt, einen Nachfolger für das amtierende Königspaar Melanie und Gregor Brockmann zu finden, schwingt bei St. Michael auch Wehmut mit – denn für die Bruderschaft aus Oberhüthum ist es das letzte Schützenfest.
Dementsprechend wird ein neuer König auch nicht mehr gesucht. „Der Antrag auf Auflösung ist beim Amtsgericht bereits gestellt“, sagt Brudermeister Herbert Gartenmeier. Er hatte schon im vergangenen Jahr von Problemen berichtet, wie explodierende Kosten, etwa durch Gema-Gebühren, auf der einen Seite sowie fehlende neue Mitglieder und höhere Altersstrukturen auf der anderen Seite. „Uns fehlt weiterhin der Nachwuchs, zudem wird das Ehrenamt durch die ganzen Auflagen immer schwieriger“, sagt Gartenmeier. Schließlich seien da noch die Kosten, die für einen verhältnismäßig kleinen Vereinen wie die Bruderschaft mit ihren knapp 120 Mitgliedern nicht mehr zu stemmen seien. Das Schützenfest wird nun noch einmal gefeiert, „dann wird auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschieden, wie es weitergeht“, sagt Gartenmeier. Einige Schützen werden sich voraussichtlich anderen Bruderschaften anschließen, etwa den St. Sebastianern oder den St.-Georg-Schützen in Hüthum. „Ein Teil wird wohl auch aufhören“, mutmaßt der Brudermeister, der bedauert: „Wir sind der erste von acht Schützenvereinen in Emmerich, der die Segel streichen muss. Mit dem Aus nach 111 Jahren bricht nun eine Tradition auseinander.“
Doch bevor es so weit ist, wollen die beiden Bruderschaften es noch einmal gemeinsam krachen lassen. Los geht es am Freitag, 8. August: Nach dem Kirchgang in Liebfrauen um 18 Uhr treten die Schützen auf der Chamaverstraße an und ziehen über Frankenstraße, Eikelnberger Weg, Ulmenweg, Gerhard-Cremer-Straße, Frankenstraße, Im Grunewald, Hinter dem Kapaunenberg und Speelberger Straße zum Großen Zapfenstreich um 19.30 Uhr im Garten des Schützenhauses am Kapaunenberg. Um 20 Uhr beginnt hier der Schützenball; der Eintritt ist frei.
Am Samstag, 9. August, beginnt um 11 Uhr die Matinee mit Empfang im Schützenhaus Kapaunenberg und Ehrung der Jubilare.
Bereits um 5.45 Uhr steht am Sonntag, 10. August, die Reveille an; an der Gatsstätte „Zum Raben“ gibt es ein Ständchen für die Majestäten beider Vereine mit anschließendem Frühstück. Danach geht es weiter zu einem Ständchen am Krankenhaus. Nach Antreten der Schützen sowie Eintreffen der Ehrengäste, Fahnen und berittenen Korps beginnt um 10 Uhr die Parade auf dem Schulhof der Gesamtschule (Neuer Steinweg), gefolgt vom Umzug durch die Stadt über Neuer Steinweg, Tempelstraße, Steinstraße, Onder de Poort, Rheinpromenade, Parkring, Im Euwer, Kleiner Löwe, Hühnerstraße, Großer Löwe, Am Löwentor, Dederichstraße, Speelberger Straße zum Kapaunenberg. Dort stehen die Ehrung der Verstorbenen, feierliche Ansprachen und das gemeinsame Einrücken in den Saal des Kapaunenbergs an. Mit dem Ehrenschuss der Gäste beginnt um 12 Uhr das Vogelschießen beider Bruderschaften, das nach einer Mittagspause um 14 Uhr ab 15.30 Uhr fortgesetzt wird. Gegen 17 Uhr beginnt das Schießen um die Königswürde der Emmericher St.-Sebastian-Bruderschaft; die St.-Michael-Schützen schießen nur um die Preise. Nach dem Königsschuss beginnt der Schützenball; auch hier ist der Eintritt frei.
Zum Abschluss des Schützenfestes findet am Samstag, 16. August, ab 19.30 Uhr der Königsball statt, mit dem Einzug des neuen Königspaares um 20 Uhr der feierlichen Inthronisation um 20.15 Uhr.
Aus nach 111 Jahren: Heide Götte (r.) ist die letzte Schützenkönigin der St.-Michael-Bruderschaft. NN-Foto: Gerhard Seybert Foto: Ruediger Bechhaus
Für König Gregor Brockmann suchen die St.-Sebastian-Schützen einen Nachfolger. NN-Foto: Seybert