Eine Dose im Kühlschrank für den Fall der Fälle
Kostenlos erhältlich in den Caritas-Sozialstationen
GELDERLAND. Der Kühlschrank ist normalerweise für Milch, Butter und Käse zuständig. Künftig kann dort auch etwas liegen, das im Notfall richtig wichtig werden kann: eine kleine Notfalldose. Der Caritasverband Geldern-Kevelaer gibt sie kostenlos in seinen Caritas-Sozialstationen aus.
Die Notfalldosen sorgen dafür, dass wichtige Informationen für Rettungskräfte schnell zur Hand sind – auch dann, wenn Betroffene selbst nicht mehr Auskunft geben können.
Was steckt drin? Ein ausgefülltes Informationsblatt mit Angaben, die im Ernstfall wichtig werden können: Dazu können beispielsweise Angaben zu Medikamenten, Erkrankungen, Allergien, behandelnden Ärzten oder Kontaktpersonen gehören. Ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür und an der Kühlschranktür weist Rettungskräfte darauf hin, dass eine Notfalldose vorhanden ist.
„Wenn Menschen in einer Notsituation nicht mehr selbst Auskunft geben können, sind solche Informationen für die Helfer besonders wertvoll“, sagt Andreas Kunze, Bereichsleiter Ambulante Pflege und Hilfe zu Hause beim Caritasverband Geldern-Kevelaer. „Die Notfalldose ersetzt natürlich keine medizinische Dokumentation. Aber sie kann im entscheidenden Moment helfen, schnell einen Überblick zu bekommen und wichtige Informationen zu finden.“
Besonders sinnvoll ist die Notfalldose für ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder für Personen, die regelmäßig mehrere Medikamente einnehmen. Auch Angehörige können davon profitieren: Sie wissen, dass wichtige Informationen an einem festen und leicht zugänglichen Ort hinterlegt sind und im Notfall schnell gefunden werden können.
„Wir erleben in unserer täglichen Arbeit, wie wichtig es ist, dass Angehörige und Fachkräfte wissen, welche Unterstützung jemand benötigt“, ergänzt Franziska Eickmans, vom Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas. „Die Notfalldose ist dabei eine einfache Möglichkeit, wichtige Informationen griffbereit zu haben. Wir erklären gerne, wie sie ausgefüllt und richtig genutzt wird.“
Die Notfalldosen sind kostenlos in den Caritas-Sozialstationen vor Ort erhältlich. Interessierte können die Dose dort abholen und sich bei Bedarf auch beim Ausfüllen der Unterlagen beraten lassen. Wer Fragen zu Pflege und Unterstützung zu Hause hat, kann sich ebenfalls an die Caritas wenden. Die Mitarbeitenden beraten unter anderem zu Pflegebedürftigkeit, ambulanten Pflegeangeboten, Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige und weiteren Hilfen im Alltag.
„Unser Anspruch ist, Menschen nicht erst dann zu unterstützen, wenn bereits alles kompliziert geworden ist“, sagt Andreas Kunze. „Wer Fragen zur Pflege hat, kann sich jederzeit an uns wenden. Oft hilft ein frühes Gespräch dabei, die nächsten Schritte deutlich einfacher zu machen. Wir helfen dabei, den Überblick zu behalten und gemeinsam passende Lösungen zu finden.“