Übergabe Förderbescheid für klimaresilienten Schulhof der St. Michael Grundschule Reichswalde durch Thomas Schürmann in NRW.
29. Juni 2026 Von NN-Online · Kleve

Ein zukunftsfähiger Schulhof

Ein klimaangepasster und naturnaher Schulhof für die St. Michael Grundschule in Reichswalde

REICHSWALDE. Am Mönnekenwald soll in den kommenden Monaten ein zukunftsfähiger Schulhof entstehen: Die Stadt Kleve plant die umfassende Umgestaltung des Außengeländes der St. Michael Grundschule in Reichswalde. Das rund 5.800 Quadratmeter große Schulgelände wird dabei nicht nur erweitert, sondern zugleich zu einem modernen, klimaangepassten und naturnahen Lern- und Lebensraum weiterentwickelt. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität für die Schüler deutlich zu verbessern und den Schulhof gleichzeitig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

„Mit der Neugestaltung investieren wir in einen Schulhof, der den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Wir schaffen einen Ort, der Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und kindgerechte naturnahe Gestaltung sinnvoll miteinander verbindet“, betont Bürgermeister Markus Dahmen. „Schulhöfe spielen eine wichtige Rolle für die Klimaanpassung in unseren Städten. Mehr Grünflächen, neue Bäume und eine verbesserte Regenwasserbewirtschaftung sorgen nicht nur für ein angenehmeres Schulklima, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Hitze und Starkregen“, erklärt Pascale van Koeverden vom Fachbereich Klimaschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Kleve.

Die Klimaanalysekarten zeigen, dass sich die Grundschule in einem Bereich mit einer hohen thermischen Belastung befindet. Gerade Kinder gehören zu den besonders hitzeempfindlichen Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig sind große Teile des bestehenden Schulhofs versiegelt, wodurch Regenwasser bislang kaum versickern kann und die Kanalisation bei Starkregen zusätzlich belastet wird.

Herzstück der Umgestaltung ist die klimaangepasste Neustrukturierung des gesamten Schulgeländes. Rund 1.400 Quadratmeter bestehende Asphalt- und Pflasterflächen werden zurückgebaut und durch versickerungsfähige Beläge ersetzt. Ergänzt werden diese durch neue Rasenflächen, Pflanzbeete und wassergebundene Wege. Zusätzlich wird Regenwasser künftig auf dem Gelände zurückgehalten und versickert, wodurch die Kanalisation entlastet und das Wasser unmittelbar der Vegetation zur Verfügung gestellt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer deutlichen Begrünung des Schulgeländes. Die vorhandenen Bäume bleiben erhalten und werden durch verbesserte Bodenverhältnisse gestärkt. Zusätzlich werden 13 klimaresiliente Laubbäume sowie zahlreiche Blühsträucher, Stauden, Hecken und Kletterpflanzen gepflanzt. Dadurch entstehen neue Schattenbereiche, wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie eine insgesamt höhere Aufenthaltsqualität.

Auch das Naturerleben rückt stärker in den Mittelpunkt. Ein neues Grünes Klassenzimmer mit Naturstein-Sitzgruppen schafft Raum für Unterricht im Freien. Ergänzend entstehen Bereiche, in denen die Kinder Obst, Gemüse oder Kräuter anbauen und die Natur unmittelbar erleben können. Damit wird der Schulhof zu einem außerschulischen Lernort, der Umweltbildung und nachhaltiges Handeln fördert.

Neben den ökologischen Maßnahmen wird auch das Bewegungsangebot deutlich erweitert. Im Zuge der Schulhoferweiterung entsteht ein neuer Bolzplatz, ergänzt durch eine Weitsprunganlage, einen Spielhügel, zusätzliche Spielflächen sowie neue Fahrradabstellplätze. Bestehende Spielangebote wie werden in das neue Konzept integriert. Alle Schulhofbereiche werden auch außerhalb der Schulzeiten öffentlich nutzbar sein. Für Erholung sorgen künftig großzügige Ruhebereiche mit Sitzgelegenheiten im Grünen. Hier können die Schüler ihre Pausen verbringen, gemeinsam lernen oder ihre Hausaufgaben im Freien erledigen.

Die Planung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Kleve, der Schulgemeinschaft und dem Fachplanungsbüro. Bereits frühzeitig wurden Lehrkräfte, Eltern sowie Schüler in Workshops beteiligt und konnten ihre Wünsche und Ideen einbringen. Viele Anregungen – etwa mehr Schatten, zusätzliche Ruhebereiche, neue Spielangebote und ein Grünes Klassenzimmer – flossen direkt in die Planung ein und stärken die Identifikation der Kinder mit ihrem Schulhof.

Die geplanten Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach der Kostenberechnung auf rund 1,18 Millionen Euro, davon förderfähige Kosten rund 894.000 Euro und rund 715.000 Euro (80 Prozent Förderung der förderfähigen Kosten) aus Fördermitteln der EU sowie des Landes NRW aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 - Klimaanpassung.Kommunen.NRW. Mit dem geplanten Baubeginn in den Sommerferien 2026 soll die Fertigstellung der neuen Schulhofanlage voraussichtlich im Sommer 2027 erfolgen.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Umbau zum klimaresilienten Schulhof der St. Michael Grundschule Reichswalde. Regierungspräsident Thomas Schürmann übergab Bürgermeister Markus Dahmen den Förderbescheid gleich vor Ort. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Prospekte
weitere Artikel