"Baustelle in der Wüste, neuer Bereich in Entwicklung, NN-Foto"
27. Juni 2026 · Verena Schade · Niederlande

Ein Upgrade für die Wüste

Die Spannung steigt: Burgers‘ Zoo eröffnet bald den neuen Bereich in der Burgers‘ Desert

ARNHEIM. Wer aktuell von einer Reise in die Wüste träumt, kann sich den weiten Flug fast sparen: Die sommerlichen Temperaturen sorgen schließlich schon vor der eigenen Haustür für echtes Wüstenfeeling. Doch schon bald gibt es einen hervorragenden Grund, eine ganz besondere Wüste trotzdem zu besuchen. Im Burgers’ Zoo in Arnheim steht die Eröffnung eines komplett neu gestalteten Bereichs in der berühmten „Burgers’ Desert“ bevor – und die Vorfreude ist riesig.

Zwischen jungen Wüstenpflanzen, Werkzeugkisten und den letzten Bauarbeiten führt Bas Lukkenaar über die Baustelle. Er ist im Burgers’ Zoo für das Marketing verantwortlich und gibt einen exklusiven Einblick in die Zukunft der Felswüste. Eines macht er dabei sofort deutlich: „Fertig wird man hier nie.“ Und genau das sei das Erfolgsrezept. Stillstand gebe es im Burgers’ Zoo nicht.

Zwar neigen sich die Bauarbeiten langsam dem Ende entgegen, doch die eigentliche Herausforderung beginnt erst danach. Schließlich müssen die neuen Bewohner erst einmal ihr Zuhause kennenlernen. „Wir müssen beobachten, welche Tiere gut miteinander harmonieren und wie sich die neuen Gehege im Alltag bewähren“, erklärt Bas. Noch wird fleißig gearbeitet, doch er ist optimistisch, dass der seit November gesperrte Bereich schon in den kommenden Wochen wieder für Besucher geöffnet werden kann. Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es bislang allerdings noch nicht.

Besonders auffällig: Das bisherige Restaurant in Burgers’ Desert ist verschwunden – und macht Platz für noch mehr tierische Vielfalt. Künftig ziehen hier faszinierende Wüstenbewohner ein: Coloradokröten, Kaktusmäuse, Klapperschlangen, Chuckwallas, Wüstenschildkröten und verschiedene große Echsenarten werden die neuen Gehege beleben. Das gesamte Ökodisplay orientiert sich an den beeindruckenden Landschaften der Sonora- und Mojave-Wüste im Südwesten der USA und im Norden Mexikos. „Burgers’ Desert zeigt die Flora und Fauna dieser Regionen möglichst authentisch“, erklärt Bas.

"Socorrotaube in Nahaufnahme, seltene Taubenart, in freier Wildbahn ausgestorben"

Eine absolute Seltenheit: die in freier Wildbahn bereits ausgestorbene Socorrotaube. Foto: vs

Trotz der Bauarbeiten gibt es bereits jetzt jede Menge zu entdecken. Präriehunde, Stachelschweine, Roadrunner, Rotfüchse, Truthahngeier und sogar die in freier Wildbahn bereits ausgestorbene Socorrotaube können weiterhin beobachtet werden. Nur ein kleiner Teil der weitläufigen Felswüste wurde mit speziellen Staubschutzwänden abgesperrt – zum Schutz von Tieren, Mitarbeitern und Besuchern.

Burgers’ Desert ist ohnehin etwas ganz Besonderes: Sie gilt als die größte überdachte Wüste der Welt und ist nur eine von mehreren spektakulären Themenwelten des Zoos. Das Ziel dahinter ist klar: Die Tiere sollen nicht einfach präsentiert werden, sondern in einer Umgebung leben, die ihrem natürlichen Lebensraum möglichst nahekommt.

"Altertümlicher Stein aus Arizona, Geschenk, historische Bedeutung"

Sieht zwar unspektakulär ist, ist aber tausende Jahre alt und ein Geschenk aus Arizona. Foto: vs

Wie viel Liebe zum Detail darin steckt, zeigt ein Blick auf die beeindruckende Kulisse. Jahrtausende alte, versteinerte Baumstämme wurden direkt aus Arizona nach Arnheim gebracht. Hinzu kommen originalgetreu nachgebildete Felsmalereien, die an die Menschen erinnern, die diese Wüstenregionen bereits vor rund 5.000 Jahren besiedelten. Dazwischen wachsen typische Pflanzen wie Yuccas, Agaven, Opuntien, Josuabäume, Kreosotbüsche und die imposanten, meterhohen Saguaro-Kakteen.

Geschwungene Wege, ausgetrocknete Flussläufe und gewaltige Felsformationen schaffen dabei eine beeindruckende Illusion: Für einen Moment fühlt es sich tatsächlich so an, als würde man allein durch die Weite einer echten Wüste wandern.

Auch die Orientierung im Zoo wird künftig einfacher. Direkt neben dem Elefantengehege entsteht ein neuer Ein- und Ausgang. Besucher müssen nicht länger den Umweg durch den Bush-Bereich nehmen. „Dadurch wird die Desert leichter zu finden und deutlich bequemer zu besuchen sein“, sagt Bas. Gleichzeitig verbessert sich die Barrierefreiheit. Darüber hinaus spielt auch der Artenschutz eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit anderen Zoos und Tierparks beteiligt sich Burgers’ Zoo an internationalen Zuchtprogrammen. Durch den gezielten Austausch von Tieren sollen Arten erhalten werden, die stark bedroht oder in freier Wildbahn bereits verschwunden sind.

Infos zum Burgers’ Zoo

Der Koninklijke Burgers’ Zoo ist nicht nur der artenreichste, sondern auch der meistbesuchte Zoo der Niederlande. Seine Geschichte begann bereits 1913, als Johan Burgers in ‚s-Heerenberg die Faisanterie Buitenlust gründete. Nur zehn Jahre später zog der Zoo nach Arnheim um. Schon damals verfolgte Burgers eine visionäre Idee: Inspiriert von Carl Hagenbeck sollten die Tiere – selbst Raubtiere – nicht hinter Gittern leben, sondern in naturnah gestalteten Lebensräumen.

Heute können Besucher innerhalb weniger Stunden einmal um die Welt reisen. Neben der spektakulären Burgers’ Desert gehören auch die Themenwelten Safari (afrikanische Savanne), Bush (tropischer Regenwald), Rimba (malaysischer Regenwald), Mangrove (Salzwasser-Flutwälder) und Ocean (faszinierende Meereswelt) zum Zoo. Jede Halle entführt in ein völlig anderes Ökosystem. Und ganz nebenbei bietet der Burgers’ Zoo noch einen entscheidenden Vorteil: Selbst an regnerischen Tagen lässt sich ein großer Teil der Anlage angenehm trocken erkunden.

Alle Infos für einen erlebnisreichen Tag gleich hinter der Grenze findet man unter www.burgerszoo.de.

Noch ist der neue Bereich der Wüste eine Baustelle. Das wird sich aber sehr bald ändern. NN-Foto: vs

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