Ein Tag, der Menschen verbindet
Musik, Begegnung, Inklusion: „Vielklang“ feiert am 3. Oktober Premiere in der Stadthalle
KLEVE. Ein neues Veranstaltungsformat feiert am 3. Oktober von 12 bis 19 Uhr Premiere in der Klever Stadthalle: „Vielklang“ steht für Inklusion, Integration und Musik und bietet bei freiem Eintritt sieben Stunden Programm auf und neben der Bühne. Veranstalter ist der Verein Electric Visions Cleve (EVC), der sich seit vielen Jahren in Kleve und darüber hinaus für gesellschaftliche Teilhabe starkmacht.
„Für uns ist das ein ganz besonderes Projekt, hinter dem auch die persönliche Geschichte unseres Vereins steht“, sagen Jessika und André Müller von EVC. Sie erinnern an die kostenlosen Konzerte, die in den vergangenen Jahren im Forstgarten stattfanden und immer mehr Besucher anzogen. „Von diesem Veranstaltungsort mussten wir uns leider verabschieden“, bedauern sie. Ausgerechnet der Erfolg wurde zum Problem: Nachdem 2025 rund 1.200 Menschen gekommen waren, war die Kapazitätsgrenze erreicht. Bei einem Gespräch Anfang dieses Jahres mit Bürgermeister Markus Dahmen und dem Fachbereich Schulen, Kultur und Sport der Stadt Kleve wurde schnell klar, dass der Verein den mit dem großen Andrang verbundenen finanziellen und personellen Mehraufwand nicht stemmen konnte. Für das Open Air fand EVC im Wunderland in Kalkar eine neue Location. „Das ist auch gut angenommen worden und wird im nächsten Jahr wiederholt“, erzählt André. Allerdings war dort ein reguläres Tagesticket erforderlich. „Den Gedanken, ein kostenfreies und niederschwelliges Kulturangebot zu machen, wollten wir aber auf keinen Fall einfach aufgeben.“ Umso mehr freute sich André über das Angebot, die Stadthalle kostenfrei nutzen zu können. „Das ist für uns auch eine Bestätigung dafür, dass unser Engagement gesehen und honoriert wird.“
So entstand die Idee für „Vielklang“. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, nicht einfach nur eine neue Musikveranstaltung an einem anderen Ort zu organisieren, sondern das bisherige Konzept weiterzuentwickeln“, erklären Jessika und André. Die Besucher dürfen sich am Tag der Deutschen Einheit deshalb auf weit mehr als ein Konzert freuen. Auf der Bühne wechseln sich Live-Musik, Chöre und Tanz mit kurzen Gesprächsrunden ab. Zwischen den Auftritten bekommen Vereine und Einrichtungen, die sich parallel im Foyer präsentieren, die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. „Es soll ein Tag sein, an dem Musik, Inklusion, Integration, Begegnung und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen“, sagt André. Unter dem Leitgedanken „Ein Tag, der Menschen verbindet“ möchte EVC zeigen, wie vielfältig die Region ist.
Mit dabei sind unter anderem das SOS-Kinderdorf Niederrhein, auf Menschen mit Handicap spezialisierte Reiseveranstalter, die MoveFactory, die Hörspielwerkstatt, die Jugendwerkstatt des Berufsbildungszentrums (BBZ) und der Verein Aorta. Daniel Schuster von der Hörspielwerkstatt wird zudem auf der Bühne stehen und singen. Ein Tattoo-Studio bietet gegen eine Spende Tattoos an, weitere Aussteller laden zu kreativen Mitmachaktionen und persönlichen Gesprächen ein. Im Foyer entsteht so ein „Markt der Möglichkeiten“.
Der Sänger und Rapper H1 wurde unter anderem durch virale Songs auf TikTok und Spotify bekannt. Foto: H1 Foto: H1
Für EVC ist „Vielklang“ dabei nur ein weiterer Baustein in einem vollen Veranstaltungskalender. Schon am 24. Oktober findet das Finale des diesjährigen Talent-Castings in der Stadthalle statt, am 14. November steigt im Haus am See in Goch die vierte Auflage der Charity-Gala. Jeden Mittwochnachmittag lädt EVC zudem zum offenen Café ein, dazu kommen Karaoke-Sessions, Motto-Partys sowie Auftritte bei Stadt- und Quartiersfesten. „In diesem Jahr waren es knapp 30 eigene Veranstaltungen“, rechnen Jessika und André vor. Hinzu kommen zahlreiche Termine, zu denen der Verein angefragt wird. „Wir unterstützen da, wo wir können“, sagen die beiden.
Und genau darum geht es auch bei „Vielklang“: Menschen zusammenzubringen, Berührungsängste abzubauen und zu zeigen, was möglich ist, wenn jeder etwas beitragen darf. Am 3. Oktober soll die Klever Stadthalle deshalb nicht nur zur Konzertbühne, sondern vor allem zum Treffpunkt für ganz unterschiedliche Menschen werden. Oder, wie es der Titel bereits verspricht: ein Ort, an dem viele Stimmen, Ideen und Talente zu einem gemeinsamen „Vielklang“ werden.
Freuen sich auf das Festival: Jessika und André Müller mit Sängerin Mariella Overkamp (Mitte). NN-Foto: vs