Verabschiedung von Knutschi und Krolli am Veener Sportplatz nach Ferienlager (15. August, 15:30 Uhr).
12. August 2026 Von NN-Online · Alpen

Ein ganzes Dorf sagt Danke

Knutschi Gietmann und Krolli van Beek verabschieden sich aus dem Veener Ferienlager

VEEN/AMELAND. Wenn in Veen Kinder ins Ferienlager starten, gehören zwei Gesichter für viele seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich dazu: Cornelia „Knutschi“ Gietmann und Dr. Michael „Krolli“ van Beek. Generationen von Veener Kindern sind mit den beiden ins Ferienlager gefahren.

Sie haben getröstet, organisiert, Verantwortung übernommen, kleine und größere Probleme gelöst und vor allem dafür gesorgt, dass aus zwei Wochen Ferien für viele Kinder Erinnerungen fürs Leben wurden. In diesem Jahr endet nun eine Ära: Knutschi und Krolli verabschieden sich aus der Leitung des Veener Ferienlagers. Kaum jemand kennt das Ferienlager ohne die beiden. Seit 35 Jahren fährt Krolli mit. Sein erstes Lager erlebte er 1990 in Tirol. Knutschi ist sogar seit 42 Jahren dabei. Seit 2015 tragen beide gemeinsam die Verantwortung als Lagerleitung im dänischen Kolding. Zuvor hatte viele Jahre Charly Schweden das Ferienlager geleitet und entscheidend geprägt. Was sich hinter diesem Engagement verbirgt, lässt sich kaum allein in Jahren ausdrücken. Denn für Knutschi und Krolli war das Ferienlager nie einfach nur eine zweiwöchige Fahrt im Sommer. Krolli ist im Berufsleben Orthopäde mit Praxis in Xanten. Wenn das Ferienlager beginnt, wird aus dem Arzt in der Praxis der Lagerarzt für rund 100 Kinder und das gesamte Betreuerteam. Ob aufgeschlagenes Knie, Bauchschmerzen, Heimweh oder eine Verletzung: Krolli ist zur Stelle. Seit Jahrzehnten ist das für ihn selbstverständlich.

Knutschi wiederum gilt für viele als die Seele und eine der großen Säulen des Ferienlagers. Als Mutter von zwei Söhnen kümmerte sie sich über viele Jahre nicht nur um Niels und Erik, sondern gleichzeitig um eine ganze Schar weiterer Kinder. Und die Geschichte geht weiter: Ihre beiden Söhne sind inzwischen selbst als Betreuer dabei. Aus Kindern im Ferienlager wurden junge Erwachsene, die heute Verantwortung übernehmen. Genau darin zeigt sich, was Knutschi und Krolli aufgebaut haben. Viele ehemalige Ferienlagerkinder kommen später als Betreuer zurück. Manche derjenigen, die früher selbst mit ins Lager gefahren sind, schicken heute ihre eigenen Kinder mit. So ist aus einer Ferienfreizeit längst eine Tradition geworden, die Generationen im Dorf miteinander verbindet. Doch wenn das Ferienlager im Sommer in Veen abfährt, ist ein großer Teil der Arbeit bereits getan. Die Vorbereitungen beginnen Monate vorher. Anmeldungen müssen organisiert, Eltern informiert, Einkäufe geplant, Programme vorbereitet und ein großes Betreuerteam koordiniert werden. Unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken in jedem einzelnen Ferienlager. Und auch außerhalb des Lagers engagieren sich Knutschi und Krolli seit vielen Jahren für die Dorfgemeinschaft. Dabei haben die beiden ihren ganz eigenen Stil geprägt. Wer sie kennt, weiß, dass ihre Tür immer offensteht. Kinder finden bei ihnen Trost und Sicherheit, Eltern verlässliche Ansprechpartner und die Betreuer einen Rat, wenn es einmal schwierig wird. Humor, Gelassenheit und ein offenes Ohr gehören dabei genauso zum Lageralltag wie Organisation und Verantwortung.

All das haben Knutschi und Krolli nie allein geschafft. Über die Jahre ist um sie herum ein großes und eingespieltes Betreuerteam gewachsen. Viele engagieren sich seit Jahren, andere sind neu hinzugekommen. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass das Veener Ferienlager jedes Jahr aufs Neue für rund 100 Kinder zu einem besonderen Erlebnis wird. Für viele Kinder sind die zwei Wochen im Ferienlager die schönsten des Jahres. Freundschaften entstehen, Geschichten werden noch Jahre später erzählt. Das Ferienlager ist damit weit mehr als eine Urlaubsfahrt. Es ist für viele ein Stück Veen und ein Stück Heimat. Dass dies heute so ist, daran haben Cornelia „Knutschi“ Gietmann und Michael „Krolli“ van Beek einen ganz besonderen Anteil. 42 beziehungsweise 35 Jahre haben sie Zeit, Kraft und Herzblut investiert. Sie haben Verantwortung für Generationen von Kindern übernommen und das Ferienlager zu dem gemacht, was es heute ist. Wenn nach dem diesjährigen Ferienlager der Bus wieder in Veen ankommt, endet deshalb nicht einfach nur eine weitere Ferienfreizeit. Es endet ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Veener Ferienlagers. Was bleibt, sind Erinnerungen, ein starkes Betreuerteam und eine Tradition, die weitergetragen wird. Und vor allem bleibt ein Wort, das wohl am besten ausdrückt, was viele ehemalige und heutige Ferienlagerkinder, Eltern, Betreuer und Menschen aus Veen den beiden sagen möchten: „Danke, Knutschi. Danke, Krolli. Ein ganzes Dorf sagt Danke!“

Die beiden werden am Samstag, 15. August, nach der Rückkehr des Ferienlagers gegen 15.30 Uhr am Veener Sportplatz gebührend verabschiedet. Alle, die sich Knutschi und Krolli verbunden fühlen, sind hierzu herzlich eingeladen. Foto: privat

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