Ehrenamt ist selbstverständlich
Auszeichnung für großes Engagement: Frank van Brandenburg gehört zum „Club 100“ des DFB
ELTEN. Der Duden beschreibt das Ehrenamt als „[ehrenvolles] (besonders öffentliches) Amt, das überwiegend unentgeltlich ausgeübt wird“. Frank van Brandenburg erweitert diese Definition für sich noch um einen Aspekt: „Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit.“ Der 56-Jährige ist seit August 1998 Mitglied bei Fortuna Elten und engagiert sich seitdem in verschiedenen Ämtern im Verein. Er hat im Laufe von mehr als 25 Jahren bereits so ziemlich jede Mannschaft trainiert, war unter anderem Jugendobmann und ist seit März
2. Vorsitzender der Fortuna. Für diese Engagement ist van Brandenburg nun in den „Club 100“ des DFB aufgenommen worden.
Mit Ehrungen hat er eine gewisse Erfahrung, unter anderem wurde Frank van Brandenburg in der Vergangenheit mit Ehrennadeln des FVN ausgezeichnet. „Mir ging es aber nie um die Anerkennung“, versichert er. „Ich mache es eigentlich aus Spaß an der Freud, will mich für Kinder engagieren. Statt im Park herumzulungern, sollen sie lieber einen Mannschaftssport betreiben.“ Entsprechend habe er beispielsweise auch die Aufwandspauschale als Jugendtrainer nie für sich in Anspruch genommen.
Als seine eigenen Kinder bei Fortuna Mitglied wurden, war es auch für ihn selbst der Startschuss, zunächst für eine Trainer- und Betreuer-Karriere; später ging es dann auch im Vorstand weiter. „Durch meinen Beruf ist noch vieles andere hinzugekommen“, erzählt der gelernte Maurerpolier. So packte er nicht zuletzt bei der Sanierung des Vereinsheims, dem Einbau einer neuen Küche und dem barrierefreien Umbau der sanitären Anlagen auf dem Fortuna-Gelände federführend mit an.
Seine Familie teilt das Engagement für das Ehrenamt. So ist seine Frau Sabine seit 25 Jahren Kassiererin, auch die Kinder sind teils im Vorstand, teils als Trainer aktiv. „Es hängt davon ab, was man weitergibt und vorlebt“, weiß Frank van Brandenburg – und sieht genau dort das Problem: „Früher saßen die Eltern nicht nur bei Spielen, sondern auch beim Training immer dabei. Heute geben viele ihre Kinder nur ab und sind dann wieder weg.“ Auch die Kinder zu Spielen zu fahren, sei früher für die Eltern selbstverständlich gewesen; „heute muss man oft nach Fahrern suchen“. Ihm sei durchaus bewusst, dass ein Ehrenamt immer mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden ist. „Ohne geht es aber nun mal nicht.“
Die Vereine wiederum sieht van Brandenburg ebenfalls in der Pflicht. „Man muss etwas für die Freizeit bieten und die ganze Familie einbeziehen.“ Bei Fortuna schaffe man dies mit Veranstaltungen, zu denen die Ehrenamtler samt Familien eingeladen werden. Als beispielsweise die neue Küche im Vereinsheim eingebaut war, „haben wir alle, die geholfen haben, zu einem großen Grillfest eingeladen“, erzählt van Brandenburg. „So erhält jeder eine Anerkennung.“
Insgesamt müsse man versuchen, „den Zusammenhalt zu stärken“, sagt van Brandenburg und nennt die B-Jugend der Fortuna als Beispiel: Für ein einwöchiges Turnier in Venedig „haben die Jungs das Geld mit verschiedenen Aktionen fast komplett selbst zusammengespart“. Insgesamt herrsche in der Mannschaft „ein Riesen-Zusammenhalt – allerdings stehen hier auch die Eltern voll dahinter. Das habe ich so in den vergangenen Jahren nicht erlebt“, freut er sich.
Nach der Feierstunde im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zur Aufnahme in den „Club 100“ des DFB folgt im Laufe des Jahres noch eine offizielle Ehrung. Dann werden in Elten eine Urkunde an Frank van Brandenburg selbst sowie eine Plakette zum Ehrenamt an den Verein übergeben. Michael Bühs
Der Name an der Wand: Frank van Brandenburg vor der Tafel mit den Namen der „Club 100“-Mitglieder des Jahres 2024. Foto: privat
Willkommen im „Club“: Frank van Brandenburg (3. v. l.) mit weiteren „Mitgliedern“ sowie DFB-Präsident Bernd Neuendorf (l.) und Vize-Präsident Peter Frymuth (r.) im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Foto: DFB