Drei Meisterwerke und spontane Improvisation
Reihenkonzert mit dem Cellisten Lionel Martin und Pianist Demian Martin
KLEVE. Ein Duo aus zwei jungen Brüdern – das verheißt einen lebendigen und spontanen Konzertabend. Am 18. November um 20 Uhr kann man den Cellisten Lionel Martin (Jahrgang 2003) und den Pianisten Demian Martin (1998) beim dritten Reihenkonzert in der Stadthalle erleben.
Was die Spontaneität betrifft, gehen die beiden Brüder – sowohl einzeln als auch im Duo mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – sogar noch einen Schritt weiter: Zu Beginn der zweiten Konzerthälfte präsentieren sie Musik, die unmittelbar im Augenblick entsteht, und improvisieren über Tonfolgen und Melodien auf Zuruf des Publikums. Diesen spannenden Programmpunkt umrahmen Lionel und Demian Martin mit drei Highlights des Kammermusikrepertoires für Violoncello und Klavier. Mit seiner eigenwilligen Sonate Nr. 4 C-Dur überforderte Ludwig van Beethoven – wie so oft – seine Zeitgenossen, die das Werk „zum Ungewöhnlichsten und Sonderbarsten“ zählten, „was seit langer Zeit geschrieben worden ist“. Die Cellosonate des Russlanddeutschen Alfred Schnittke entstand 1978 und zeugt von der Bewunderung für seinen Kollegen Dmitri Schostakowitsch: Zwischen zwei dunklen, eindringlichen Largo-Sätzen rast ein wahres Perpetuum mobile in irrwitzig schnellem Tempo vorüber.
Wunderbar klangvoll und melancholisch ist die Sonate g-Moll von Sergej Rachmaninow. Der 24-Jährige schenkte das Werk seinem Arzt Nikolai Dahl, der ihn mithilfe einer Hypnosetherapie von einer schweren Depression befreit hatte. Zuvor war Rachmaninow drei Jahre lang unfähig gewesen, auch nur eine Note zu komponieren – so tief hatte ihn der Misserfolg seiner ersten Sinfonie getroffen.
Tickets für 18 Euro (fünf Euro für Schüler und Studierende) gibt es an der Rathaus-Info, und an den bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen sowie unter www.reservix.de. Um 19 Uhr gibt Daniel Ziegler die Konzerteinführung im Gespräch mit Lionel und Demian Martin.
Das Konzert wird vom Westdeutschen Rundfunkt aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt auf WDR 3 gesendet.