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Wilfried Schmickler mit Kabarett der alten Schule im Bürgerhaus in seiner „allerliebsten Lieblingsstadt Rees“. Foto: Stadt Rees
10. März 2026 Von NN-Online · Rees

„Dieser Auftritt ist für mich wie eine Therapie“

Wilfried Schmicker bot in Rees zwei Stunden Kabarett der alten Schule.

REES. Er kam mit einer mittelschweren Bronchitis nach Rees und setzte sich somit über den Rat seines Arztes hinweg. „Berlin, Hamburg, München hätte ich abgesagt“, erklärte Wilfried Schmickler. „Aber doch nicht Rees!“ Und so raspelte der Kabarettist zum Auftakt seines Soloprogramms „Herr Schmickler bitte!“ zunächst munter Süßholz, als er die 300 Zuschauer im Bürgerhaus seiner „allerliebsten Lieblingsstadt Rees“ willkommen hieß.

Auf der Bühne prangte die Friedenstaube auf blauem Grund, quasi als Antwort auf die vielen Kriege und Konflikte der Gegenwart. Er wolle zwei Stunden für Vergnügen sorgen, versprach Wilfried Schmickler, nicht nur für das Publikum, sondern vor allem für sich selbst: „Der Ballast muss raus, die Sorgen und Nöte, die Ängste und Zweifel. Dieser Auftritt ist für mich wie eine Therapie.“

Wilfried Schmickler redete, reimte und rechnete ab, manchmal sang und tanzte er auch. Und wenn den Zuhörern das Lachen im Halse stecken blieb, war der Abend besonders lohnend. Aus seinen wohlgewählten Worten sprach aber nur wenig Hoffnung, dass die Bundesregierung die Masse an nationalen und internationalen Herausforderungen meistern wird. Beweise doch der unbeliebte Kanzler, dass „Sauerland nicht Powerland“ ist, während es ein Gesetz zu geben scheint, dass der Verkehrsminister immer die „größte Knalltüte im Kabinett“ sein muss und man sich fragt, was der Außenminister eigentlich hauptberuflich macht.

Im einzigen Land der Welt, das ein Wort wie „Brückentag“ kennt, bekam auch die „Work-Life-Balance“-verwöhnte Bevölkerung ihr Fett weg. Wilfried Schmickler rechnete aus, dass es unter 80 Millionen Deutschen nur 300 Erwerbstätige gibt (so viele, wie im Bürgerhaus saßen), aber er wiederum der Einzige ist, der an diesem Abend im Bürgerhaus arbeitete. Wirtschaftlicher Aufschwung? Fehlanzeige!

Im einzigen Land der Welt, das ein Wort wie „Brückentag“ kennt, bekam auch die „Work-Life-Balance“-verwöhnte Bevölkerung ihr Fett weg. Wilfried Schmickler rechnete aus, dass es unter 80 Millionen Deutschen nur 300 Erwerbstätige gibt (so viele, wie im Bürgerhaus saßen), aber er wiederum der Einzige ist, der an diesem Abend im Bürgerhaus arbeitete. Wirtschaftlicher Aufschwung? Fehlanzeige!

Am Ende eines gelungenen Kabarettabends der ganz alten Schule wurde Wilfried Schmickler versöhnlich: Es gebe doch eh genug Probleme, da müsse man sich das Leben nicht auch noch gegenseitig schwer machen. Er forderte „Respekt und Anstand“ statt „Hass und Terror“ und blickte durchaus zuversichtlich nach vorn: „Wir schaffen das!“

Mehr Kabarett und Comedy in Rees

Das Kulturbüro Niederrhein und die Stadt Rees setzen ihr Kabarett- und Comedy-Programm im Bürgerhaus fort: 17. April mit Volker Weininger (ausverkauft), 3. Mai mit Steffi Neu und ihren Radiofreunden, 5. September mit Stunk unplugged, 10. Oktober mit Abdel Karim, 9. November mit Stefan Verhasselt und 10. Dezember mit Herbert Knebels Affentheater. Tickets gibt es unter anderem in der Reeser Touristeninformation am Markt und unter www.stadt-rees.de/shop.

Wilfried Schmickler mit Kabarett der alten Schule im Bürgerhaus in seiner „allerliebsten Lieblingsstadt Rees“. Foto: Stadt Rees

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