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Die Asiatische Hornisse bedroht Bienen und andere Insekten. Foto: freepik.com
28. Februar 2026 · Verena Schade · Kleve

„Die werden wir nicht mehr los“

Asiatische Hornisse breitet sich auch am Niederrhein rasant aus

KREIS KLEVE. „Von fünf auf 273 Nester in drei Jahren – das ist wirklich schlimm.“ Marco Janßen ist Hobby-Imker. Und macht sich mit Blick auf die Meldezahlen im Kreis Kleve wirklich Sorgen. Denn auch hier ist die aus Südostasien stammende Asiatische Hornisse (Vespa velutina) bereits stark vertreten. „Die werden wir wohl nicht mehr los“, befürchtet Janßen und setzt auf Schadensbegrenzung.

Besonders alarmierend, so Janßen, seien die aktuellen Entwicklungen in den angrenzenden niederländischen Regionen: Für den Bereich Limburg werde von Fachleuten inzwischen von über 10.000 Nestern ausgegangen. In der Provinz Gelderland werden für dieses Jahr rund 2.600 Nester erwartet. Beide Regionen grenzen unmittelbar an den Kreis Kleve. Auch hier zeige sich die Dynamik deutlich. „In den vergangenen drei Jahren wurden fünf, dann zwölf und zuletzt 273 Nester gemeldet. Dieser starke Anstieg verdeutlicht, wie schnell sich diese invasive Art etabliert“, sagt Janßen.

Die Asiatische Hornisse ist ein spezialisierter Jäger von Fluginsekten. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 in Baden-Württemberg gesichtet. Abgesehen hat sie es besonders auf Honigbienen, die von ihr vor den Bienenstöcken abgefangen werden. Ein einzelnes Tier kann täglich bis zu 50 Bienen erbeuten. Das dezimiert nicht nur das Volk. Auch der dauerhafte Jagddruck stresst und schwächt die Tiere. Janßen gibt zu bedenken: „Auch Wildbienen, Schwebfliegen und andere Bestäuber zählen zum Beutespektrum. Damit stellt die Art eine zusätzliche Belastung für die ohnehin stark beanspruchte Insektenwelt dar.“ Im Frühjahr sei die Bekämpfung der invasiven Art noch vergleichsweise einfach. „Jetzt entstehen die sogenannten Embryonalnester, die sich häufig in niedriger Höhe und witterungsgeschützt befinden – etwa in Hecken, Schuppen, Carports oder unter Dachvorsprüngen“, sagt Janßen. Bleiben sie unentdeckt, entwickeln sich daraus im Sommer große Sekundärnester, die meist hoch in Bäumen angelegt werden und deutlich schwieriger zu bekämpfen sind. „Aus einem einzigen Nest können mehrere hundert Jungköniginnen hervorgehen und jede überwinternde Königin kann im folgenden Jahr wiederum ein neues Nest gründen“, erklärt Janßen, weshalb sich die Asiatischen Hornissen so rasant ausbreiten können. Sein Appell: „Man kann einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung leisten, indem man frühe Nester erkennt und meldet.“ Allerdings rät er davon ab, das Nest eigenständig zu entfernen. „Der Stich ist nicht gefährlicher als der einer Europäischen Hornisse, aber die Tiere verteidigen ihr Nest aggressiv, häufig auch im Schwarm, und für Allergiker kann schon ein einzelner Stich gefährlich werden“, rät Janßen, die Beseitigung Fachleuten zu überlassen. Da die Behörden die Hornisse im März 2025 als „etabliert“ eingestuft haben, wurde die Beseitigung der Nester aus Landesmitteln zum 1. August 2025 eingestellt. Das bedeutet, dass die Kommunen sie nur noch entfernen müssen, wenn sie die öffentliche Sicherheit gefährden, etwa im Umfeld von Schulen, an Bushaltestellen oder auch auf Friedhöfen. Es können also Kosten anfallen, die die Grundstücksbesitzer selbst zu tragen haben. Im Zweifelsfall sollte man sich hier zunächst beim Kreis Kleve erkundigen. Wichtig ist an dieser Stelle auch, die Asiatische Hornisse nicht mit der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) zu verwechseln, da diese geschützt ist und nicht bekämpft werden darf. Die Asiatische Hornisse erkennt man an der schwarz-braunen Brust und einem gelben Gesicht mit orange-gelber Stirnzeichnung. Markant sind die gelben Füße, die ihr auch den Namen Asiatische Gelbfuß-Hornisse einbrachten. Sie ist kleiner als die Europäische Hornisse.

Was ist zu tun, wenn man ein Nest entdeckt hat? „Den Standort möglichst genau notieren, das Nest beschreiben und fotografieren und es dann der Unteren Naturschutzbehörde melden“, sagt Janßen und betont: „Nur durch gemeinsames und besonnenes Handeln lässt sich die weitere Ausbreitung verlangsamen.“ Im Kreis Kleve hat sich eine Gruppe von Fachleuten zur Beseitigung der Nester organisiert, sodass schnelles Handeln kreisweit möglich ist. Entsprechende Meldungen können per Mail an hornissen@kreis-kleve.de geschickt werden.

Die Asiatische Hornisse bedroht Bienen und andere Insekten. Foto: freepik.com

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