Die Vielfalt der Berufswelt zu Gast im Weezer Bürgerhaus
Die erste Ausbildungs- und Stellenbörse Weeze findet am kommenden Mittwoch, 11. Juni, von 13 bis 17 Uhr statt
Ins Rollen gekommen ist das Projekt vor gar nicht allzu langer Zeit durch ein Unternehmerfrühstück der Kreis Klever Wirtschaftsförderung zu einem Thema, das in der Wirtschaft allgegenwärtig ist: dem Fachkräftemangel. Nachdem die Weezer Unternehmen hierbei ihr Interesse an einer Ausbildungsbörse äußerten, nahm die Gemeinde den Ball auf: „Das war der Anstoß dafür, dass wir nun das erste Mal die Börse aufziehen“, sagt Daniel Mülders, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Weeze und federführender Organisator der Veranstaltung. Vor allem sollte es eine Kombination aus Ausbildungs- und Stellenbörse werden. „Viele Betriebe suchen Fachkräfte. Viele sagen aber auch, dass, weil sie die Fachkräfte nicht finden, sie sie einfach selbst ausbilden.“ Aber nicht nur hierbei möchte man Schützenhilfe leisten – es gebe zudem Fachkräfte, die sich beruflich umorientieren möchten. Statt sich also an eine bestimmte Gruppe zu richten, bietet die neue Ausbildungs- und Stellenbörse verschiedenen Zielgruppen etwas.
Diese Vielfalt setzt sich bei der Austellerriege fort: Pflege, Handwerk, Industrie, Gastronomie und einiges mehr – die Besucher können trotz der eher kurzfristigen Planung schon zur ersten Veranstaltung aus dem Vollen schöpfen. Das macht es auch für die Verantwortlichen spannend: „Ich bin hin und weg, wie groß die Nachfrage ist“, sagt Mülders. Einige Betriebe seien auch in den letzten Tagen vor dem Anmeldestopp noch dazugestoßen. Die meisten Unternehmen stammen aus Weeze selbst, „einige Unternehmer haben aber auch auswärts ihren Betrieb.“ Damit hat sich das Einzugsgebiet der Börse auf die Region ausgeweitet: Kevelaer, Uedem, Kleve, Straelen oder auch Geldern. „Unsere Aussteller sind quer über den Kreis verteilt.“
Neben großen Betrieben wie dem Flughafen Niederrhein und Rheinmetall gehören kleinere Betriebe ebenso zum Kader. Das Berufsbildungszentrum Kleve sowie die Agentur für Arbeit als Kooperationspartner runden die Teilnehmerliste ab – die Agentur für Arbeit bringt zu dieser Gelegenheit ihre Berufsberater mit.
Echte Hingucker
Neben dem Gespräch mit den Ausstellern dürfen sich die Besucher beim ein oder anderen Stand auch auf besondere Anschauungswerte freuen. Die Betriebe wissen heute mehr denn je, ihre Möglichkeiten zu nutzen: „Ein Betrieb ist zum Beispiel mit VR-Brillen unterwegs, durch die man das Gefühl bekommt, dass man gerade durch den Betrieb läuft“, erzählt Daniel Mülders. Das Schloss Wissen wiederum bringe einen Rasenmäher-Trecker mit.
Wer zwischendurch eine Pause vom Rundgang braucht, kann sich abseits der Ausstellungsfläche bei einer Schale heißer Fritten und einem kühlen Getränk mit anderen Besuchern in gemütlicher Atmosphäre austauschen. Informationen zur Anreise mit dem PKW hat Daniel Mülders ebenfalls noch parat: „Das Bürgerhaus liegt direkt am Bahnhof und hat nur eine geringe Zahl an Parkplätzen“, sagt er. Auf der anderen Seite der Bahnlinie am Holtumsweg gebe es jedoch noch weitere Parkplätze, direkt neben dem Park-and-Ride-Parkplatz.
Die diesjährige Auflage soll laut Daniel Mülders nur der erste Aufschlag sein. „Das Bürgerhaus bietet einen schönen Rahmen. Wir müssen nun erst einmal schauen, wie es mit den 23 Betrieben funktioniert. Wachsen können wir dann immer noch.“ Daran, die Veranstaltung auf die ein oder andere Weise zu erweitern, denken Mülders und sein Team dennoch schon jetzt – zum Beispiel mit einem Bustransfer, um die Klassen der weiterführenden Schulen nach Weeze zu holen. „Wir haben sie schon in diesem Jahr angeschrieben, um sie als Besucher gewinnen zu können“, erzählt Mülders. Er weiß: „Sie haben viele Möglichkeiten, Ausbildungsbörsen zu besuchen, müssen den Transfer aber immer irgendwie organisieren. Da kann ich verstehen, dass eine neunte Klasse nicht gleich fünf Messen besucht.“ Daher sei ein bereits im Vorfeld organisierter Transfer eine sinnvolle Ergänzung. Aber auch ein Rahmenprogramm könnte in Zukunft Teil der Weezer Börse werden.
Eines steht damit also schon heute fest: Fortsetzung folgt in 2026. „Wir werden auf jeden Fall eine zweite Auflage machen. Ich habe kürzlich noch ein Telefonat mit einem Betrieb geführt, der sich für nächstes Jahr anmelden wollte.“ Auch diejenigen, die für 2025 absagen mussten, wollen nächstes Jahr dabei sein. Bürgermeister Georg Koenen betont seinerseits die Bedeutung der Veranstaltung: „Eine solche Börse leistet einen wichtigen Beitrag für unsere Region. Sie bringt Menschen zusammen, schafft Orientierung und unterstützt unsere heimische Wirtschaft bei der Suche nach Fachkräften und qualifizierten Nachwuchskräften.“
Betriebe, die Interesse an einer Teilnahme in 2026 haben, können sich direkt an Daniel Mülders wenden: unter Telefon 02837/910120 oder per Mail an daniel.muelders@weeze.de. Für Besucher gilt: Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Thomas Langer
In ungezwungenen Gesprächen können sich Jobsucher bald auch erstmals in Weeze aus erster Hand über die jeweiligen Berufe und Branchen informieren. NN-Foto: Archiv/Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten