„Die Niers Kendel Schule mit Weitsicht bauen“
Bürgerforum Goch äußert sich zur Schulplanung in Asperden
GOCH. Wie bereits berichtet, hat der Rat der Stadt den Verwaltungsvorschlag angenommen, bezüglich des Neubaus der Niers-Kendel-Schule in Asperden die Zahlen aus dem Schulentwicklungsplan abzuwarten. Dazu äußert sich das Bürgerforum Goch: „Wir als das Bürgerforum Goch wollen den Neubau der Niers-Kendel-Schule in Asperden. Wir wollen eine Schule, die Kindern gute Lernbedingungen bietet und unseren Dörfern Entwicklung ermöglicht. Deshalb setzen wir uns für eine dreizügig angelegte Schule ein: Mit Weitsicht geplant und mit Raum für die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte. Eine Schule wird für Generationen gebaut. Ihre Größe allein an einer aktuellen Schülerprognose auszurichten, greift deshalb zu kurz. Ein Schulentwicklungsplan ist eine wichtige Grundlage. Er kann aber nicht verlässlich vorhersagen, wie sich Schülerzahlen, Wohngebiete und pädagogische Anforderungen über Jahrzehnte verändern werden. Diese Unsicherheit muss eine verantwortliche Planung berücksichtigen. Der Entwicklungsplan, der fünf Jahre überschaut, ist bereits zum Baubeginn veraltet und überholt.“ Jerome Vermaten, Fraktionsvorsitzender, bringt die Haltung des BFG auf den Punkt: „Wir wollen eine Schule, die nicht auf Kante genäht ist. Kinder brauchen Platz zum Lernen, Lehrkräfte Raum für gute Pädagogik. Wer heute baut, muss die Möglichkeiten von morgen mitdenken.“ Dabei gehe es um mehr als zusätzliche Klassenräume. Ganztag, Inklusion, Sprachförderung und das Lernen in kleinen Gruppen benötigten geeignete Räume. Kinder brauchten Orte für gemeinsames Arbeiten, Bewegung und Rückzug. Auch wenn eine Schule zunächst zweizügig betrieben werde, könnten räumliche Reserven pädagogisch sinnvoll genutzt werden. Die konkrete Nutzung gehöre gemeinsam mit der Schule geplant.
Für Asperden, Kessel und die umliegenden Dörfer sei der Neubau zugleich eine Frage ihrer Zukunft. Wo Familien leben sollen, müsse eine verlässliche Bildungsinfrastruktur vorhanden sein. Die Schule dürfe nicht zum Engpass werden, wenn neue Wohnmöglichkeiten entstehen oder mehr Familien zuziehen. Schulplanung und Dorfentwicklung müssten zusammen gedacht werden. Zudem platzetn die Grundschulen im Stadtgebiet jetzt bereits aus allen Nähten und hätten keine Kapazitäten für einen Ausbau, um eventuelle unvorhergesehene Veränderungen abzufangen. Dominik Hoolmans, Vorstandsvorsitzender des BFG, formuliert es so: „Unsere Dörfer brauchen Perspektiven. Eine gut ausgestattete Schule stärkt Familien und macht unsere Orte lebenswert. Wir sollten so planen, dass Entwicklung möglich bleibt – für die Kinder, für die Dörfer und für ganz Goch.“
Natürlich müsse man dabei die angespannte Haushaltslage ernst nehmen. Gerade deshalb brauche man eine ehrliche Betrachtung der langfristigen Kosten. Ein kleinerer Neubau sei nicht automatisch die wirtschaftlichere Lösung, wenn wenige Jahre später eine aufwendige Erweiterung erforderlich werde. Durch das Warten stiegen die Baukosten bereits jetzt in diesem Jahr allein um 5,5 Prozent. Der Blick nach Bedburg-Hau liefere dazu einen wichtigen Denkanstoß. Dort sei eine zunächst zweizügige Planung zugunsten eines dreizügigen Schulgebäudes verändert worden. Als Gründe seien Zukunftssicherheit und die Vermeidung späterer Erweiterungskosten genannt worden. Zusätzliche Planung, Genehmigungen und eine zweite Baustelle könnten teuer werden und den laufenden Schulbetrieb belasten. Die dortigen Zahlen lassen sich nicht einfach auf Asperden übertragen, so das BFG. Unterschiedliche Gebäude und Raumprogramme müssten sorgfältig verglichen werden. Aber die grundsätzliche Frage stelle sich auch in Goch: Welche Lösung ist über die gesamte Nutzungsdauer wirtschaftlich und pädagogisch sinnvoll?
Marcel Lück, Geschäftsführer der Fraktion, betont: „Sorgsam mit öffentlichen Mitteln umzugehen heißt, die Folgekosten mitzurechnen. Wir bauen eine Schule für Jahrzehnte und nicht nur für die nächsten fünf Jahren des Schulentwicklungsplans.“ Eine Schule sei kein Wohngebäude und ein Klassenraum meist auch kein Schlafzimmer. Bedburg Hau zeige, dass man mit Weitsicht planen müsse. Die Planungsgemeinschaft Völling/Vrede habe die Vorteile einer Dreizügigkeit hier klar herausgestellt. Klaus Völling ist auch stellvertretender Vorsitzender des CDU Stadtverbandes Goch. Den Vorteilen einer Dreizügigkeit, die von ihm genannt worden seien, seien der Rat und die CDU Fraktion der Stadt Bedburg Hau gefolgt und zögen die Dreizügigkeit der Zweizügigkeit vor. Jerome Vermaten fasst den Anspruch des BFG zusammen: „Wir tragen Verantwortung für ein Gebäude, in dem noch viele Generationen lernen werden. Deshalb wollen wir heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass diese Schule mit ihren Aufgaben wachsen kann.“ Das BFG setze sich für einen Schulneubau mit Weitsicht ein: „Für ausreichend Raum, gute Pädagogik und Entwicklungsmöglichkeiten. Für eine Schule, die den Kindern gerecht wird und die Zukunft der Dörfer und der Stadt stärkt.“