"Robert Peters liest aus Romanen im Goli Theater, Foto privat, Buchlesung, Autor, Kulturveranstaltung"
28. Oktober 2026 Von NN-Online · Goch

Von Goch nach Jamaika

Robert Peters liest im Goli aus seinem Roman „Die Auswanderer“

GOCH. Er hat es wieder getan. Robert Peters hat seinen fünften Roman geschrieben. „Die Auswanderer“ erzählt die Geschichte von zwei kleinen Gaunern. Jan den Düwel lebt im 19. Jahrhundert, Uwe Schubert im späten 20. Jahrhundert. Beide müssen vor der Polizei fliehen, beide landen am Ende auf Jamaika, im deutschen Dorf Seaford Town. Aus dieser Geschichte wird der Mönchengladbacher Autor Peters am Freitag, 6. November, 18 Uhr, im Goli Theater lesen. Für den musikalischen Rahmen sorgen die beiden Gitarristen Kees Cuypers (Wesel) und Ottmar Nagel (Viersen). Für alle drei ist es ein Heimspiel, denn sie wuchsen in Goch auf.

Peters (Jahrgang 1957) studierte in Düsseldorf und war sein Berufsleben lang Sportjournalist. Rund 20 Jahre leitete er die Sportredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf, noch als Rentner steuerte er aus dem Ruhestand Beiträge für den Sportteil bei. Inzwischen beschränkt er sich auf das Bücherschreiben, und er vertreibt sich die Zeit mit langen Reisen auf seine Lieblingsinsel Usedom. Zum Goli hat er auch eine familiäre Beziehung, sein Onkel Karl Skoetsch betrieb das Filmtheater (die Gocher Lichtspiele) bis Mitte der 1980er-Jahre. Dessen Vater Otto hatte das Goli als eines der ersten Kinos in Deutschland 1911 gegründet. Im Kino hat Robert Peters bereits aus seinen Büchern „Ich war doch nur ein Schmied“, „Sommer 1971“, „Was für ein Theater“ und „Der Torwart“ gelesen.

„Die Auswanderer“ nehmen den Leser mit auf eine wilde Reise durch das Berlin der Vorwendezeit, die Punkbewegung, das Nachtleben der Kleinstadt Goch, Jan den Düwels Spelunke in der Gocher Heide, die Hafenstadt Rotterdam im 19. Jahrhundert, das portugiesische Marmelete bis ins deutsche Dorf auf Jamaika. Die beiden Hauptpersonen hatten Vorbilder im wirklichen Leben. Jan Janssen, den alle den Düwel nannten, betrieb tatsächlich eine Spelunke zwischen Goch und Siebengewald, und Uwe Schubert war in den frühen 1980ern aus der DDR rausgeworfen worden. Damit aber hören die historischen Details schon auf. „Ihre Geschichte im Buch ist reine Fiktion“, sagt Peters, „Uwe Schubert heißt nicht einmal so.“

Kees Cuypers (Jahrgang 1956) ist seit gemeinsamen Schulzeiten mit Robert (Bob) Peters befreundet. Cuypers gehörte zu Aufsehen erregenden Bands wie „Fritz Kids“ und „Kimono Code“. Seit vielen Jahren spielt er mit „Lanko“ quer durch die Musikgeschichte, mit „tr‘Endless Vibes“ Stücke von Pink Floyd, in Duos mit seinem Schwager Frank Schut oder Nikolaus Winkelhausen Musik für zwei Gitarren und vieles mehr. Es fragt sich so mancher, wo er die Zeit für all das hernimmt. Ottmar Nagel (Jahrgang 1954) besuchte ebenfalls das Gocher Gymnasium. Nach Ausflügen in den Rock fand er seine musikalische Heimat vor allem in der klassischen Gitarrenmusik. Sein Können und seine Begeisterung gab und gibt er seinen Schülern weiter. Lange war er in der Leitung der Kreismusikschule. Und er erlangte im Duo „Alvorada“ mit Lori Lorenzen überregionale Bekanntheit. Ein Kritiker schrieb, das Duo spiele „Musik für den Film der eigenen Träume“. Nagels Herz schlägt nicht nur für die klassische Gitarrenmusik, Gitarrenjazz, sondern auch für den Irish Folk – und für Borussia Mönchengladbach, was nicht immer einfach ist in jüngerer Vergangenheit. Alle drei fühlen sich noch immer als „Gochse Jonges“. Das vergeht ja nicht.

Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro gibt es im Vorverkauf online unter pretix oder bei der Kultourbühne Goch im Haus zu den Fünf Ringen, an der Abendkasse kosten Karten zwölf Euro.

Robert Peters hat im Goli Theater bereits aus seinen anderen Romanen gelesen. Foto: privat

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