Die „Allee des Jahres 2024“ steht im APX
Jürgen Guhlke aus Köln holt den ersten Platz im Foto-Wettbewerb des BUND Mecklenburg-Vorpommern / Es gibt allerdings immer weniger Alleen
XANTEN. Die Schönheit des LVR-Archäologischen Parks Xanten (APX) hat Jürgen Guhlke schnell erblickt. Der Kölner besuchte die Domstadt im Sommer vergangenen Jahres mit einem Freund. Für einen ausgiebigen Besuch des APX ergab sich damals jedoch nicht die passende Gelegenheit, weshalb der leidenschaftliche Hobby-Fotograf zwei Wochen später mit seiner Frau nochmals nach Xanten fuhr. „Sie musste mit mir viel Geduld haben, weil ich so viel fotografiert habe“, berichtet Guhlke. Eines seiner Bilder, welches die Platanenallee mit Besuchern im APX zeigt, wurde nun bei einem Foto-Wettbewerb des BUND Mecklenburg-Vorpommern als „Allee des Jahres 2024“ ausgezeichnet.
Seit 2008 richtet der Bund für Umwelt und Natur (BUND) Mecklenburg-Vorpommern jährlich diesen Foto-Wettbewerb aus, um den besonderen Wert von Alleen als kulturelles Erbe und wichtige ökologische Lebensräume zu würdigen. „In ganz Deutschland gibt es derzeit noch etwa 20.000 Kilometer Alleen – 17.000 Kilometer davon befinden sich im Osten Deutschlands, genauer in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenberg und Sachsen-Anhalt“, sagt Jasmin Personn vom BUND Mecklenburg-Vorpommern. In den vergangenen Jahrzehnten seien immer mehr Alleen jedoch verkleinert worden oder ganz verschwunden. „Es gab immer mehr Autos und die LKW wurden immer größer, sodass Straßen größer werden und Alleen weichen mussten“, erklärt Personn und ergänzt: „Deshalb steht es nicht gut um unsere Alleen, dabei sind sie so wichtig. Sie dämpfen den Lärm, filtern den Feinstaub in der Luft und bieten Schatten sowie wichtige Lebensräume für Tiere.“
2800 Alleenbäume
Der APX hat deshalb schon vor mehreren Jahrzehnten angefangen, im eigenen Park Bäume zu pflanzen. Die heutigen Alleen stellen dabei die Portikus römischer Gebäude dar, die den Stadtbewohnern damals wie heute Schutz vor Sonne und Regen boten. Genau dort, wo die „Allee des Jahres“ steht, befand sich in der Antike eine der Hauptstraßen der Stadt. Auf dem insgesamt 90 Hektar großen APX-Gelände befinden sich mittlerweile 2800 Alleenbäume, die – genauso wie der Rest des Parkes – von einem mittlerweile siebenköpfigen Gärtner-Team gepflegt werden.
Jürgen Guhlke war bei seinem APX-Besuch im Sommer dieses Jahres besonders von diesen Alleen fasziniert. „Wir hatten tolles Wetter und die Lichtverhältnisse waren gut. Ich musste nur auf den richtigen Moment warten, in dem die Menschen nur von hinten zu sehen waren, wie sie die Allee entlang spazieren“, sagt Guhlke. Die Jury des BUND Mecklenburg-Vorpommerns würdigte mit dem Gewinn des diesjährigen Foto-Wettbewerb, der 2024 unter dem Motto „Alleen in unseren Städten und Dörfern“ stand, genau dieses Zusammenspiel aus Natur und Mensch. „Auf dem Foto wirkt es so, als bilde die Natur den passenden Rahmen für diese Spaziergänger. Es herrscht ein buntes Treiben auf dem Weg, wo die Menschen vom Grün umrahmt werden. Die Natur und die Welt werden vereint. Es ist ein rundum passendes Bild“, betont Personn.
Im Rahmen der Auszeichnung enthüllte nun Martin Müller, Leiter des LVR-Archäologischen Parks Xanten, symbolisch das Schild, das die Platanenallee als „Allee des Jahres 2024“ ausweist.
Sabrina Peters
Jasmin Personn (r.) überreichte Jürgen Guhlke (2.r.) und APX-Leiter Martin Müller (l.) nicht nur das Gewinner-Bild, sondern auch ein Schild, dass die „Allee des Jahres“ ausweist. NN-Foto: SP
Mit diesem Bild gewann Jürgen Guhlke den Foto-Wettbewerb „Allee des Jahres 2024“. Foto: Jürgen Guhlke
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich