Europäische Steinmetze lernen Xantener Dombauhütte kennen
„Xanten hatte ich nicht auf dem Schirm“
XANTEN. Sie kommen aus Großbritannien, Österreich, Slowenien, der Schweiz und den Niederlanden: Fünf Steinmetze absolvieren aktuell einen dreijährigen Lehrgang, der sie zu „European Master of Craft“ macht. Angeboten von der EACD (European Association of Building Crafts and Design) lernen die Teilnehmer unterschiedliche Einrichtungen kennen, in denen ihr Handwerk gefragt ist – in diesem Jahr zählt dazu auch die Dombauhütte in Xanten.
Dombauhüttenmeister Johannes Schubert freut sich über den europäischen Besuch: „Verglichen mit anderen Bauhütten sind wir ja eher klein, aber das macht auch einen besonderen Reiz aus, weil der Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zu unserer täglichen Arbeit viel unmittelbarer möglich ist.“ Es gehe bei den Besuchen nicht darum, praktische Erfahrungen zu sammeln. „Das sind alles ausgebildete Steinmetze mit Berufserfahrung, nur eben nicht in einer Dombauhütte“, erläutert Schubert, der Schatzmeister beim EACD ist.
In Xanten standen, neben einer sachkundigen Führung durch den Dom, während des mehrtägigen Besuchs zwei Schwerpunkte auf dem Programm. Zunächst ging es um die Anwendungsmöglichkeiten einer speziellen 3D-Software, die den Steinmetzen bei ihrer Arbeit helfen kann. Außerdem war für einen Tag eine Geologin vor Ort, die über Art, Herkunft und Eigenschaften der im Dom verbauten Steine Auskunft gab – Fahrten im Steiger an der Außenmauer hinauf inklusive.
Jake Oakley, der aus der Nähe des britischen Birmingham stammt, nun aber in Deutschland lebt und arbeitet, ist sichtlich angetan vom Xantener Dom. „Ich hatte die Stadt und den Dom früher nicht auf dem Schirm“, gibt er grinsend zu, „aber es ist cool und die Leute, die wir getroffen haben, sind super.“ Er bedankt sich bei Dombauhüttenmeister Schubert für den Empfang „mit offenen Armen“, dieser habe viele Türen für die Teilnehmer des Lehrgangs geöffnet. Insgesamt werden die Steinmetze in den drei Jahren sechs Stationen bereisen, am Ende steht eine Abschlussprüfung. „Ich finde es wichtig, dass auf diese Weise Wissen vermittelt und so ein Beitrag geleistet wird, das Steinmetz-Handwerk zu erhalten“ sagt Oakley.