"Dr. Müller und Dr. Murea mit DKG-Zertifikat des Darmkrebszentrums"
14. Juli 2026 Von NN-Online · Goch

Darmkrebszentrum am Wilhelm-Anton-Hospital in Goch erhält DKG-Zertifizierung

Zentrum erfüllt höchste Ansprüche - Fokus auf interdisziplinäre Arbeit und individuelle Patientenbetreuung

GOCH. Ein bedeutender Fortschritt für die Gesundheitsversorgung im Kreis Kleve: Das Darmkrebszentrum am Wilhelm-Anton-Hospital Goch ist erstmals von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden. Damit wird der Einrichtung eine Behandlung nach höchsten Qualitätsstandards bescheinigt. Das DKG-Siegel ist die höchste Zertifizierung, die Gesundheitsanbieter in Deutschland erhalten können. Das Darmzentrum bündelt Expertise, schafft klare Strukturen und ermöglicht Patienten die bestmögliche Therapie. Im Zentrum arbeitet eine interdisziplinäre Gruppe von Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie zusammen. Das Angebot wird durch die Leistungen der Sozialarbeit, der onkologischen Fachpflege und der Psychoonkologie ergänzt. Die Zertifizierung ist ein sichtbares Zeichen für diese medizinische Spezialisierung und Qualität.

Senkung der Sterblichkeit

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die nachgewiesene Senkung der Letalität: Die Behandlung in einem hochspezialisierten Zentrum reduziert die Sterblichkeit bei Darmkrebs nachweislich. Laut Daten des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Todesfälle aufgrund von Darmkrebs im Zeitraum von 2003 bis 2023 bundesweit um 17 Prozent zurückgegangen. Dieser Erfolg ist neben der ausgebauten Früherkennung vor allem auf verbesserte Therapien zurückzuführen. „Genau hier setzt unsere Arbeit an“, erklärt Dr. Frank P. Müller, Leiter des Darmkrebszentrums und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum. „Indem wir die modernen Möglichkeiten der Früherkennung nahtlos mit maßgeschneiderten, interdisziplinären Therapiemethoden verknüpfen, bringen wir diese gesteigerte Behandlungsqualität direkt zu den Menschen in der Region.“

Hohe Fallzahlen als Qualitätsmerkmal

Das Team des Darmkrebszentrums betreut jährlich rund 350 Patienten und führt über 100 Darmkrebsoperationen durch. Diese Zahlen belegen nicht nur Erfahrung, sondern sind auch ein zentrales Kriterium für die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der radikalen Tumorchirurgie. „Unser oberstes Ziel im OP besteht immer darin, den Krebs vollständig und sicher zu entfernen“, betont Zentrumleiter Dr. Müller. „Gleichzeitig setzen wir auf modernste, schonende Verfahren und standardisierte Abläufe, um funktionelle Einschränkungen für unsere Patienten nach dem Eingriff so gering wie möglich zu halten. Das gelingt nur mit einem eingespielten, hocherfahrenen Team.“

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ein zentrales Element des zertifizierten Zentrums ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. In regelmäßigen Tumorkonferenzen beraten Experten aus den Bereichen Chirurgie, Onkologie, Radiologie und weiteren Fachrichtungen gemeinsam über jeden einzelnen Fall. Diese abgestimmte Vorgehensweise ermöglicht eine individuell zugeschnittene Therapie, die von der Operation über ergänzende Behandlungen bis hin zur strukturierten Nachsorge reicht. All dies findet an einem Ort statt: dem Wilhelm-Anton-Hospital in Goch mit der angrenzenden Strahlenklinik, der Nuklearmedizin, der onkologischen Klinik und den zwei im Krankenhaus sitzenden onkologischen Kassenarztsitzen. „Diese Konzentration von Fachabteilungen ist für eine ländliche Region einmalig und findet sich so in Deutschland kein zweites Mal“, erklärt Dr. Frank P. Müller.

Vorsorge und Nachsorge im Fokus

Trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten ist die Vorsorge nach wie vor von entscheidender Bedeutung. Darmkrebs entsteht häufig schleichend, kann aber durch Früherkennungsuntersuchungen oft verhindert oder frühzeitig erkannt werden. Gleichzeitig endet die Betreuung nicht mit der Operation. Die strukturierte Nachsorge ist fester Bestandteil des Behandlungskonzepts. Regelmäßige Kontrollen und eine enge Begleitung der Patienten tragen dazu bei, Rückfälle frühzeitig zu erkennen und die Lebensqualität langfristig zu sichern.

Region mit besonderem Bedarf

Vor dem Hintergrund der regionalen Krankheitszahlen erhält die DKG-Zertifizierung ein besonderes Gewicht. Der Kreis Kleve weist seit Jahren eine vergleichsweise hohe Inzidenz von Darmkrebserkrankungen auf. Eine leistungsfähige und qualitativ hochwertige Versorgung direkt vor Ort ist deshalb von hoher Bedeutung. Das neu zertifizierte Darmkrebszentrum am Wilhelm-Anton-Hospital schließt eine wichtige Versorgungslücke. Es ist das einzige seiner Art im gesamten Kreis Kleve. Die nächste vergleichbare Einrichtung ist das Darmzentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Versorgung auf hohem Niveau

Das Darmkrebszentrum nimmt damit innerhalb des Verbundes der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft eine besondere Rolle ein. Als „Leuchtturmprojekt“ strahlt es weit über den Standort Goch hinaus. Zwar profitieren vor allem die Menschen im ländlich geprägten Kreis Kleve von der wohnortnahen Versorgung, doch mittelfristig könnte das Zentrum auch Patienten aus größeren Städten anziehen. Vergleichbare Entwicklungen gibt es bereits in anderen Fachbereichen des Karl-Leisner-Klinikums: Für spezialisierte Eingriffe, wie etwa in der Schilddrüsenchirurgie, kommen Patienten gezielt auch aus Ballungsräumen in die Klinik. Entscheidend ist dabei nicht die Größe des Standorts, sondern die nachgewiesene Qualität.

Qualität als dauerhafte Aufgabe

Die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft geht mit einer kontinuierlichen Überprüfung einher. Die hohen Anforderungen müssen dauerhaft erfüllt werden. Für das Team am Wilhelm-Anton-Hospital ist die Auszeichnung daher Anerkennung und Verpflichtung zugleich. Das Ziel ist eine Weiterentwicklung des Zentrums zu einem Leuchtturm für die Region und einem Aushängeschild für das gesamte Karl-Leisner-Klinikum.

Dr. Frank P. Müller (l.), Leiter des Darmkrebszentrums, und Zentrumskoordinator Doctor medic Bogdan Murea halten das DKG-Zertifikat in den Händen. Foto: KKLE

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