Container bringt Backofen vom Niederrhein nach Dogbo
Maschinen für das Ausbildungsprojekt von pro dogbo in Benin
KLEVE/DOGBO. Die letzten Tage waren dann nochmal spannend. Am Ende erreicht der in Kleve gepackte 40-Fuß-Container nach Monaten der Planung, Vorbereitung und Transport von Europa nach Westafrika per Seeweg sein finales Ziel: Das Ausbildungsprojekt von pro dogbo in der Stadt Dogbo in Benin.
Die Reederei, die den Container nach Benin transportierte, meldet sich wenige Tage vor dem Transport nach Dogbo mit der Information, dass man auf dem Seeweg einen Container verloren habe und sich nicht sicher sei, ob dies der Container von pro dogbo wäre. Alarmstimmung! Hektische Telefonate mit Reederei und Spedition. Doch dann die Entwarnung: Der Container steht wohlbehalten im Hafen von Cotonou und liegt nicht auf dem Meeresgrund. Zehn Jahre ist der letzte Containertransport von pro dogbo bereits her. 2016 brachte ein Transport unter anderem einen Teigkneter und Maschinen aus Deutschland zum Ausbildungszentrum nach Dogbo. Danach lief der im Jahr 2005 mit der beninischen Regierung unterzeichnete Vertrag aus, in dem pro dogbo die meisten Zölle erlassen wurden.
Nach mehreren Projektbesuchen von Ministeriumsvertretern vor Ort, gab es dann seitens der beninischen Regierung „grünes Licht“: Der „Accord de siège“ wurde 2024 erneuert und ist für fünf Jahre gültig. So machte nun auch ein Containertransport wieder Sinn. Denn die Geräte und Maschinen im Ausbildungszentrum sind in die Jahre gekommen. Der Backofen in Dogbo ist seit 2008 im Einsatz und musste zuletzt immer wieder repariert werden.
Mit der Veränderung der Ausbildungsanforderungen aufgrund der technischen Weiterentwicklung, wurde eine Modernisierung des Inventars notwendig. Parallel werden zurzeit die Ausbildungsinhalte von einem Expertenpool überarbeitet, damit die Qualität des vermittelten Wissens und Fähigkeiten in den Werkstätten (Kfz-Reparatur, Metallbau und Schweißen, Feinbäckerei & Bäckerei) gesteigert werden kann.
Und so wurden über ein Jahr lang in Deutschland die Geräte und Maschinen gesucht. Dabei unterstützte die Kisters-Stiftung für Aus- und Weiterbildung aus Kleve tatkräftig und steuerte auch einen finanziellen Beitrag bei. Auch die treuen Förderer aus Alme im Sauerland beteiligten sich an der Zusammenstellung. Aus Münchberg in Oberfranken kam Material nach Kleve. Viele Menschen waren involviert, engagierten sich freiwillig - ein großer Dank gilt ihnen allen!
Gefördert wurde der gesamte Transport über die internationale Rotary Stiftung, die einen Großteil der Kosten übernimmt – ermöglicht wurde dies durch die Vermittlung des Rotary Clubs Kevelaer und des beninischen Rotary Clubs Rive Droite aus Cotonou. Die Rotarier aus Kevelaer finanzierten auch den Backofen, der nun den alten Ofen in Dogbo ersetzen wird.
In Kleve kümmerte sich Daniel Giebels (2. Vorsitzender von pro dogbo) um die logistischen Fragen, die Zusammenstellung des Containers und Zollformalitäten in Deutschland. Bernd Vos (Vorstandsmitglied) vermittelte die Förderung durch die Rotary-Stiftung und regelte die (nicht ganz einfachen) Finanzierungsformalitäten. Neben freiwilligen Helfern und dem Vorstand von pro dogbo, war auch Josef Joeken, stellvertretender Vorsitzender, beim Beladen in Kleve mit dabei. Er hatte vor 25 Jahren, als Kleves Bürgermeister, den allerersten Container, der von Kleve nach Dogbo ging, vor dem Rathaus offiziell verabschiedet.
Die Klever Elektro-Firma Hussmann stellte das notwendige Elektromaterial zusammen, damit im Projekt die gesamte elektrische Installation, die zum großen Teil über 20 Jahre alt ist, erneuert werden kann. Hier hatte es in der Vergangenheit immer wieder Kurzschlüsse und zuletzt einen Brand am Stromzähler gegeben. Auch die Firma Willing Hebetechnik GmbH aus Kevelaer steuerte Material für die Werkstätten bei.
Im Mai kam dann endlich alles wohlbehalten im Hafen in Cotonou an. Die Auslösungsformalitäten nahmen noch einmal Zeit in Anspruch, gingen aber gut vonstatten. Formulare in 12-facher Ausfertigung machten die Runde zwischen den Ministerien, bis der LKW sich dann am Freitag vor Pfingsten auf den Weg nach Dogbo machen konnte.
In Zusammenarbeit mit dem Straßenbauunternehmen, das in Dogbo tätig ist, wurde kurzerhand eine neue provisorische Trasse erstellt und befestigt. Foto: pro dogbo

Am Ende erreicht der in Kleve gepackte 40-Fuß-Container nach Monaten der Planung, Vorbereitung und Transport von Europa nach Westafrika per Seeweg sein finales Ziel. Foto: ROGHIS MATTA
Der Ofen und die Maschinen werden nun in den kommenden Wochen installiert und bald in Betrieb genommen. Denn im Juli haben sich die in Benin akkreditierten EU-Botschafter zu einem Projektbesuch angekündigt. Sie machen auf einer Rundreise durch Benin auch im Ausbildungszentrum von pro dogbo Station. Bis dahin soll dann alles funktionsbereit sein.