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„Kurze Beine, kurze Wege“: Unter anderem auch darin sehen Lars Wagner und Bernd Thönnesen den Vorteil des Schulstandorts Kessel.NN-Foto: Archiv/CDS
14. Juni 2023 · Goch

Bürgerinitiative will weiter für Standort Kessel kämpfen

Der Rat der Stadt Goch entscheidet am Donnerstag in Sachen Niers-Kendel-Schule und Schulneubau in Asperden – Initiative will Bürgerbegehren vorbereiten

GOCH. Das Thema Niers-Kendel-Schule ist für viele Menschen im Dorf noch lange nicht ausgestanden (die NN berichteten mehrfach), auch wenn sich der Gocher Hauptausschuss in seiner Sitzung am 6. Juni mit elf zu acht Stimmen gegen den Teilstandort in Kessel und für einen kompletten Schulneubau in Asperden entschieden hat. „Von der Bürgerinitiative haben wir bewusst niemanden zur Sitzung geschickt“, erläutern Lars Wagner (BI) und Bernd Thönnesen (Verkehrs- und Heimatverein) – denn das Ergebnis sei aufgrund der Listenverbindung von BFG, SPD und Grünen schon vorhersehbar gewesen: „Die Parteien haben sich intern so entschieden“, bedauern Wagner und Thönnesen das Ergebnis.

Auch der Rückblick auf die Veranstaltung im Saal des Restaurants Rhodos, bei der die Verwaltung im Mai den Kesseler Bürgern ihre Entscheidungen erläutern wollte, sorgt in der Rückschau bei beiden nicht gerade für Begeisterung. „Die Kesseler waren enttäuscht, dass ihre Vorschläge und Ideen nicht berücksichtigt wurden“, macht Thönnesen deutlich. Ebenso seien die Nachbardörfer Hassum und Hommersum über die Entscheidung der Verwaltung fassungslos gewesen. „Die Gräben zwischen der Stadt und Kessel werden dadurch deutlich tiefer“, befürchtet Thönnesen, „hier in Kessel gibt es kein Einsehen, geschweige denn Verständnis; wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen und ‚beiseite‘ geschoben.“

Lars Wagner ergänzt: „Wir als Bürger finden, dass der Einfluss der Schule im Ort viel zu wenig gewichtet wurde; unsere Argumente wurden nicht gehört.“ Das enttäusche ihn umso mehr, als er ein Gepräch immer für den richtigen Weg halte. Das Statement von GO!-Geschäftsführer Wolfgang Jansen, eine belastbare Kostenschätzung sei nicht möglich, habe ihm deshalb sehr zu denken gegeben: „Das muss doch möglich sein, sonst ist das doch keine Grundlage für eine millionenschwere Entscheidung.“ Thönnesen ergänzt: „In einem ähnlichen Fall konnte man in Kalkar bis auf eine Stelle hinter dem Komma rechnen.“ Das Treffen sei aus Sicht der BI und der Kesseler Bürger in keinster Weise lösungsorierentiert gewesen. Lars Wagner führt weiter aus: „Auch in Kessel ist es möglich, das zweistöckige Gebäude, in dem sich die Klassenzimmer befinden, abzureißen und neu zu bauen, ohne den Schulhof zu tangieren.“ Dasselbe sei für Asperden möglich, so dass man den Kindern auch bei dem Vorschlag der Bürgerinitiative komplett neue Klassenräume in ausreichender Größe für den Schulbetrieb in zwei kleineren Systemen an zwei Standorten bieten könne: „Kurze Beine, kurze Wege“. Das hätte wiederum große Vorteile, auch pädagogisch für Lehrer und Kinder. Einige Lehrer, die befragt worden seien, bevorzugten die kleinere, übersichtliche Schule mit der „Eins-zu-Eins-Beziehung“ zu den Kindern und weniger Stress für die Lehrer als mit 300 Kindern an einer Schule. Dass, so Thönnesen, sei sogar aus einer Fraktionsbesprechung, wo ein Lehrer darauf hinwies, gekommen. Für das Dorf sei zudem eine leerstehende Niers-Kendel-Schule überflüssig, unterstreicht Bernd Thönnesen: „Zum einen fallen trotzdem Unterhaltskosten an und zum anderen haben die Vereine alle ihre Räume in Kessel. Sie brauchen keine neue Unterkunft.“

Am morgigen Donnerstag, 15. Juni, entscheidet schließlich der Rat der Stadt Goch über die Zukunft der Niers-Kendel-Schule in Kessel. Auch hier erwarten Wagner und Thönnesen mit Blick auf die oben genannte Listenverbindung Zustimmung zum Schulneubau in Asperden. Kampflos aufgeben wollen sie dennoch nicht. Sie haben Kontakt zum Verein Mehr Demokratie aufgenommen und holen sich dort Rat. Geprüft werden soll das Vorgehen der Verwaltung bei der Entscheidung und mit einem Bürgerbegehren soll ein Bürgerentscheid vorbereitet werden, den dann die Stadt Goch durchführen müsste. „In den Dörfern bekämen wir genügen Stimmen“, ist sich Thönnesen sicher. In Asperden werde auch schon über das zu erwartende Verkehrschaos durch die vielen PKW der Eltern, die dann kommen, nachgedacht, so Wagner. „Wir hoffen, dass sich die Gocher Bevölkerung dafür interessiert, was bei einem Schulneubau an Kosten auf den einzelnen Bürger zukommt. Was bedeuten die neuen Schulden für Goch, für die künftigen Steuern, die die Bevölkerung tragen muss?“, fragt sich Thönnesen.Corinna Denzer-Schmidt

„Kurze Beine, kurze Wege“: Unter anderem auch darin sehen Lars Wagner und Bernd Thönnesen den Vorteil des Schulstandorts Kessel. NN-Foto: Archiv/CDS

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