„Brennpunkte“ in Emmerich und 100-Tage-Ziele der BGE
Bürgergemeinschaft und ihr Bürgermeisterkandidat Christopher Papendorf stellen das Wahlprogramm vor
EMMERICH. „Emmerich sicher, lebenswert und zukunftsfähig machen“, so lautet das Ziel, das die Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) und ihr Bürgermeisterkandidat Christopher Papendorf für die Kommunalwahl am Sonntag, 14. September, ausgegeben haben. „Wir machen Schluss mit Verwaltungsträgheit und bringen Bewegung in die Stadt“, verspricht Papendorf. Das Programm umfasst eine „Sofortstrategie“ für Emmerich und zielt auf fünf „Brennpunkte“ ab. Zudem hat die BGE nun ein 100-Tage-Programm vorgestellt, mit dem sie konkrete Verbesserungen erreichen will.
Drei Punkte sind aus Sicht von Christopher Papendorf besonders drängend: das Rheinparkcenter sowie die Themen Sicherheit und Jugend. Sie stehen auch auf der Liste der 100-Tage-Ziele, „denn diese Punkte kann und muss man sofort angehen – und man kann sie am schnellsten umsetzen“. In Sachen Rheinparkcenter will sich Papendorf „sofort mit dem Investor zusammensetzen“ und in einem intensiven Austausch eine Einigung erzielen, die dann zur Wiedereröffnung führen soll. Die Jugend soll eine eigene „Area“ für Jugendliche – „eine ganz pragmatische Lösung, etwa mit Bänken“, sagt Papendorf – und einen Bolzplatz erhalten, gegebenenfalls auch in Kombination.
Recht umfangreich ist der dritte Punkt, das Thema Sicherheit. Dabei denkt Papendorf an die Einrichtung von Tempo-30-Zonen, beispielsweise vor allen Kitas, Grundschulen, Sport- und Spielplätzen, „sofern nicht schon vorhanden“, sowie an der Zufahrt zum Gesundheitszentrum. Ergänzt wird diese Maßnahme um zusätzliche mobile Tempoanzeigen in den Problemstraßen sowie provisorische Drempel gegen Raser. „Das können wir als Kommune auch selbst umsetzen“, betont Papendorf. Aber auch die Situation am Franz-Wolters-Platz will er „aktiv angehen“ und regulieren. Mittels einer „Citystreife“, die unter das „SOS“-Konzept (Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit) der BGE fällt, soll die Stadt generell mehr Präsenz. Um das Ordnungsamt zu entlasten, kann sich die BGE hier eine Lösung mit externen Kräften vorstellen, bis weitere eigene Mitarbeiter, etwa nach Zusatzausbildungen, zur Verfügung stehen.
Die weiteren 100-Tage-Ziele auf einen Blick: Die historische Wildbrücke nach Spyck soll Lkw-frei werden; über eine Lösung für die landwirtschaftlichen Verkehr haben bereits Gesprächen mit den Landwirten vor Ort stattgefunden, „sie sollen die Brücke weiter befahren können“, betont Papendorf. Für mehr Sauberkeit sollen zehn Hotspots gereinigt, gemeldet und dokumentiert werden. In Sachen Kommunikation will die BGE ein Bürgerforum und Feedback mittels App, Website und Vor-Ort-Gesprächen innerhalb der ersten 100 Tage nach der Wahl umsetzen. Für die medizinische Versorgung sollen ein Rückkehrer-Dialog und eine Imagekampagne an den Start gebracht werden. Die Bushaltestellen am Nonnenplatz in Krankenhaus-Nähe will die BGE barrierefrei gestalten. „Nur drei von 82 Haltestellen im gesamten Stadtgebiet sind einigermaßen für Rollstuhlfahrer geeignet“, kritisiert Papendorf; dies zu ändern, erfordere Zeit, zumindest am an der Krankenhaus-nahen Haltestelle müsse – und könne – sich kurzfristig etwas ändern. Hier gelte, was an viele Stellen in Emmerich zutreffe: „Viele Probleme sind bekannt, man muss nur daran arbeiten.“
Auch „brennende“ Themen teils nur längerfristig umzusetzen
Während diese Ziele sich aus Sicht von BGE und Papendorf innerhalb von 100 Tagen umsetzen lassen, gilt dies nicht für andere Punkte, „die auch brennend sind, zum Beispiel Kita-Ausbau und Grundschulen“, sagt der Bürgermeister-Kandidat. Hier sei die Umsetzung eher längerfristig angelegt, da verschiedene Prozesse dahinterstehen. Die fünf „Brennpunkte“, die die BGE in ihrem Wahlprogramm 2025 benennt, umfassen neben einigen der 100-Tage-Ziele wiederum auch verschiedene Unterthemen.
1. Innenstadt und Rheinpromenade beleben: Fassaden sollen gereinigt und städtische Flächen verschönert werden. Durch „Promenaden-Patenschaft“ sollen zusätzliche Blumen, Kunst und Sitzflächen entstehen. „Promenadenwächter“, die entweder über das Stadtmarketing oder das Ordnungsamt organisiert werden, behalten die Rheinpromenade beispielsweise auch in den Abendstunden im Blick, verschließen die Strandkörbe und achten auf Schmierereien. „Denn die Promenade ist das prominenteste Stück Emmerichs“, sagt Papendorf.
2. Verkehr entschärfen – Sicherheit erhöhen: Hierunter fallen einige der 100-Tage-Ziele, wie die zusätzlichen mobile Tempoanzeigen in den Problemstraßen, Drempel und barrierefreien Bushaltstellen.
3. Öffentliche Sicherheit sofort stärken: Die BGE möchte Sicherheitstage mit der Polizei und dem Ordnungsamt in Schulen und an Brennpunkten einführen und den Mängelmelder beschleunigen. „Die Rückmeldungen dauern hier teils sehr lange“, weiß Papendorf, der hierzu das Gespräch mit den KBE suchen will. Das Ziel: Binnen 48 Stunden soll ein Feedback gegeben und die entsprechende Maßnahme, etwa das Entfernen einer illegalen Müllkippe, umgesetzt werden. Gegebenenfalls sollen hier auch Aushilfs- und Teilzeitkräfte eingesetzt werden.
4. Gesundheit sichern – Fachkräfte zurückholen: Die aus Sicht der BGE sehr gelungene Fachkräfte-Kampagne „Homecoming“ soll gezielt auf den Gesundheits- und Pflegebereich erweitern, unter Umständen sogar mit einer eigenen Kampagne. „Gerade nach der Rettung des Krankenhauses“ sieht Papendorf hier Handlungsbedarf. Zudem wünscht man sich bei der BGE einen regelmäßigen Ärzte-Dialog zur Frage: Welche Voraussetzungen braucht gute Versorgung? „Dazu gehören sicherlich auch ‚weiche Standort-Faktoren‘ wie eine gute Kita-Landschaft und Wohnraum“, sagt Papendorf.
5. Bürgernähe durch schnelle Ergebnisse: Ähnlich der Spielplatz-AG, plant die BGE auch eine Sportplatz-AG sowie eine Sauberkeitsschau mit Bürger und Verwaltung. Dabei gehe es aber auch darum, dass Bürger „subjektive Angsträume aufzeigen, an denen die Stadt nachsteuern muss“, erläutert Papendorf. Zudem will die BGE einen Ehrenamtstag und einen Unternehmerpreis vorbereiten und so die Botschaft sichtbar machen: „Emmerich sagt Danke!“
Bürgermeister-Amt in Emmerich: 100 Prozent Stichwahl
Mit Blick auf das Rennen um das Bürgermeister-Amt und die insgesamt acht Kandidaten sieht Christopher Papendorf „zu 100 Prozent“ eine Stichwahl. Ob dies die Chancen steigert oder eher schmälert, sei schwer zu prognostizieren: „Wir haben ganz unterschiedliche Charaktere, die jeweils ganz andere Wählerpotenziale ansprechen. Das macht es auf jeden Fall für die Wähler unglaublich schwierig.“ Generell sieht Papendorf sich und die BGE für den Wahlkampf aber „gut aufgestellt“. Man habe das Team in den Vordergrund gestellt, viele Wahlkampf-Materialien barrierefrei gestaltet.
Papendorf verspricht für den Fall eines Wahlerfolgs abschließend: „Ich verspreche keine Wunder. Aber ich verspreche: In 100 Tagen werden die Bürgerinnen und Bürger spüren, dass sich was bewegt – sichtbar auf der Straße, spürbar im Alltag und hörbar in jedem Gespräch.“
Christopher Papendorf, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Emmerich und Bürgermeister-Kandidat 2025. Foto: privat