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Gruppenfoto von Fachdienstleiterin Katja Reintjes mit OGS-Leitungen Kirstin Schlünzen-Mulder, Stephanie Geßmann und weiteren Teammitgliedern.
20. April 2026 Von NN-Online · Kleve

Bereit für den Ganztag von morgen

Caritas ist startklar für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in NRW

KREIS KLEVE. Ab dem 1. August haben alle Familien in Nordrhein-Westfalen einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Grundschulkinder. Grundlage dafür ist ein aktueller Erlass des Schulministeriums, der die Umsetzung des Bundesrechts auf Landesebene regelt. Zunächst gilt der Anspruch für die Erstklässler. In den folgenden Jahren wird er schrittweise auf alle Grundschulklassen ausgeweitet.

Die Caritas Kleve, die an sieben Grundschulen im nördlichen Kreis Kleve Träger der „Offenen Ganztagsschulen“ (OGS) oder des „Rhythmisierten Ganztages“ ist, sieht sich dafür gut vorbereitet. Katja Reintjes, Fachdienstleiterin Schule, sagt: „Der Rechtsanspruch ist für alle Beteiligten sicherlich eine Herausforderung, keine Frage. Aber er ist eben auch eine Chance. Stadt, Schule und Jugendhilfe rücken dadurch noch einmal stärker zusammen als zuvor. Davon profitieren am Ende alle.“ Zum Hintergrund: Der Erlass, der bereits im Sommer 2024 vom Kabinett verabschiedet wurde, legt fest, dass die Betreuung mindestens acht Stunden pro Werktag umfasst. Sie schließt sowohl den Unterricht als auch Nachmittagsangebote ein und wird in enger Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe organisiert. Auch die Ferienzeiten sind einbezogen: Ganztagsschulen dürfen künftig höchstens vier Wochen im Jahr schließen. „Nur noch 20 Schließtage – das verlangt ein hohes Maß an Planung“, weiß Katja Reintjes. Zum Vergleich: Bisher waren es rund 35 Tage. Mit Blick auf ihre OGS-Leitungsrunde zeigt sie sich dennoch zuversichtlich: „Wir sind gut aufgestellt.“

Denn nicht nur die Städte und Gemeinden haben ihre Schulbauten erweitert – in Kellen, Reichswalde und Uedem sind die Erweiterungsbauten bereits fertiggestellt, Materborn und Hasselt folgen. Auch die Caritas als Träger der „Offenen Ganztagsschule“ hat sich auf den Weg gemacht und die bestehenden Bildungs- und Betreuungskonzepte weiterentwickelt. „Ganz wichtig dabei: Jede Schule geht ihren eigenen Weg. Denn was in der Klever Oberstadt gut funktioniert, ist noch lange nicht das geeignete Konzept für einen Standort wie Reichswalde“, betont Katja Reintjes. „Wir orientieren uns deshalb an den individuellen Bedarfen der Schüler:innen und ihrer Sorgeberechtigten.“

Fest steht: An allen OGS-Standorten der Caritas Kleve wird es ab dem Schuljahr 2026/2027 genügend Plätze für die Ganztagsbetreuung geben. „Gerade in Kleve hat sich im vergangenen Schuljahr sehr viel getan“, erklärt Katja Reintjes. „In Materborn und Reichswalde wurden jeweils 25 zusätzliche Plätze im OGS-Bereich sowie im verlässlichen Halbtag geschaffen. In Kellen kamen sogar 50 neue OGS-Plätze hinzu, weitere 25 werden voraussichtlich im kommenden Schuljahr folgen.“

"Stephan Schultze und Sabrina Giglio in neuen OGS-Räumen der Grundschule Uedem"

Uedems Grundschulleiter Stephan Schultze mit der OGS-Leitung Sabrina Giglio in den neuen OGS-Räumen. Foto: Caritas

Auch in Uedem sind mit der Aufstockung und den damit neu geschaffenen Räumlichkeiten die baulichen Voraussetzungen für eine optimale Betreuung geschaffen. Nun gilt es, ein Raumkonzept zu erarbeiten, dass vor allem den Schülern dort gerecht wird. Oder wie es Uedems Schulleiter Stephan Schultze formuliert. „200 von aktuell 366 Kindern haben einen Platz in der Betreuung. Sie sind teilweise von 7.30 bis 16 Uhr hier. Das müssen wir uns immer vor Augen halten und Hand in Hand arbeiten.“ Bei den Schließzeiten wird es künftig mehr Verlässlichkeit für die Eltern geben. Alle OGSStandorte der Caritas sind zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Die restlichen Tage werden mit den jeweiligen Standorten individuell abgestimmt. In Kleve und Rees gibt es Überlegungen, standortübergreifend zusammenzuarbeiten.

Was noch unklar ist, ist die Finanzierung des Rechtsanspruches. „Hierzu sind wir gerade mit allen Vertretern der jeweiligen Städte und Gemeinden im Austausch“, erklärt Katja Reintjes und ergänzt: „Ich bin zuversichtlich, dass hier gute Entscheidungen getroffen werden. Neuerungen bringen immer auch Unsicherheiten mit sich. Das gilt auch für unsere rund 150 Kolleginnen und Kollegen, die an den sieben Grundschulen arbeiten. Gleichzeitig setzen sie sich aktuell mit großem Engagement dafür ein, die Qualität der Betreuung weiter zu verbessern.“

Fachdienstleiterin Katja Reintjes (unten links) mit den OGS-Leitungen Kirstin Schlünzen-Mulder, Stephanie Geßmann, Heiko van Essen, Gabriele Eul, Sabrina Giglio, Stephanie Ingensand und Manuela Witzke.

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