Benefizkonzert in Goch brachte einen neuen Spendenrekord
Über 7.000 Euro für eine Waisenschule im Irak
GOCH. Eine nie dagewesene Zuschauerzahl und ein neuer Spendenrekord: Das traditionsreiche Benefizkonzert mit dem Luftwaffenmusikkorps Münster in der Aula des Collegium Augustinianum Gaesdonck war zu seinem 30. Jubiläum ein voller Erfolg.
1996 war das Ensemble aus der Westfalenmetropole Münster zum ersten Mal zu Gast auf der Bühne der Gaesdonck – im gleichen Jahr wurde auch der Verein „Lachen Helfen – Kinder in Not“ gegründet. Die Spenden beim Auftritt der Musiker in Luftwaffenuniform gingen schon zum 27. Mal an Lachen Helfen. Über 7.000 Euro hatten die mehr als 600 Besucher an diesem Abend gespendet – so viel wie noch nie zuvor in der langen Geschichte dieses Konzerts.
Gemeinsame Gastgeber waren auch dieses Jahr das Internat Gaesdonck, vertreten durch den Direktor Dr. Markus Oberdörster, die Stadt Goch, erstmals mit Bürgermeister Stephan Luyven, und die Bundeswehr, die durch Brigadegeneral Hans-Jürgen Knittlmeier vom Kalkarer Air Component Command repräsentiert wurde. Als das Luftwaffenmusikkorps Münster 1996 zum ersten Mal in Goch aufspielte, gab es die Reichswaldkaserne in der Weberstadt noch. Diese ist heute Geschichte – die Tradition des Konzerts ist aber geblieben.
Fast zwei Stunden hatten die Musiker unter der Leitung ihres Dirigenten, Oberstleutnant Alexander Kalweit, das Publikum mit einem Streifzug durch die ganze Bandbreite der Musik bestens unterhalten. Da gab es Klassik, wie die „Jubilee Ouvertüre“ von Philip Sparke, Pop-Songs, wie ein Medley von Phil Collins, und natürlich auch den schmissigen Militärmarsch. Die Sängerin Stabsfeldwebel Katharina Stefanz überzeugte mit dem Klassiker „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Das Repertoire der Musiker aus Münster ist riesig. Am Ende hielt es keinen Gast mehr auf seinem Platz. Unter dem Applaus der Zuschauer spielte das Luftwaffenmusikkorps Münster seine letzte Zugabe – traditionell ist dies der Fliegermarsch.
Der Verein Lachen Helfen engagiert sich seit mittlerweile ebenfalls 30 Jahren überall dort, wo sich deutsche Soldaten und Polizeibeamte im Auslandseinsatz befinden. So fließen die Spendengelder dieses Konzerts in eine Waisenschule nahe der irakischen Stadt Erbil, wo seit einigen Jahren Soldaten der Bundeswehr irakische Sicherheitskräfte ausbilden. Entstanden ist der Verein in den 1990er-Jahren aus einer Privatinitiative deutscher Soldaten der ersten Einsatzkontingente im seinerzeit blutig zerfallenen ehemaligen Jugoslawien. Den Kindern das Lachen wiedergeben, das war die Motivation der Soldaten – so entstanden der Verein und der heutige Name Lachen Helfen.
Bei seinem Abschied von der Bühne versprach Alexander Kalweit, dass man im kommenden Jahr gerne wiederkommt. Der Termin für die dann 29. Auflage dieses Konzerts ist der 2. März 2027 um 19 Uhr. Vielleicht wieder mit einem neuen Spendenrekord – ganz sicher aber mit einem tollen Programm dieses großartigen Orchesters.