Begeisterung ungebrochen
Frauenkarneval im Kranenburger Bürgerhaus: Alte Crew sagt „Tschüss!“
KRANENBURG. Drei Jahre ausquartiert ins Zelt – nun im ausverkauften Bürgerhaus, das sich im Nu in eine Narrenhochburg verwandelte, hieß es am Mittwoch wieder: Frauen heute an die Macht; und sie waren gekommen in Scharen – bunt verkleidet undbei bester Laune.
Punkt 16.11 Uhr startete die bunte Karnevals- und Unterhaltungsshow. Nach dem Motto „Frauen für Frauen“ ziehen sie seit 45 Jahren die Närrinnen weit über die Gemeindegrenzen hinaus in ihren Bann.
Auch wenn in diesem Jahr ein „Führungswechsel“ stattgefunden hat, blieb die Begeisterung ungebrochen, denn mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagte die bisherige Crew der kfd Kranenburg dem Frauenkarneval „Tschüss!“ und hatte die Regie dem neuen Orga-Team der Krunekroane Kranenburg übergeben, dem Barbara Onckels, Simone Peters, Yasmin Borrmann, Tina Pijnappel, Julia Onckels und Maria Rozyn angehören.
Für ihr langjähriges Arrangement im Frauenkarneval wurde die bisherige Organisatorin Karin van Bebber mit dem Karnevalsorden und einer Urkunde sowie später sogar mit dem Prinzenorden ausgezeichnet. Der „rasende Reporter“ alias Annemarie Nickesen als Eisbrecher und Prologsprecher ließ das Jahr sowohl mit lustigen als auch politisch kritischen Begebenheiten Revue passieren.
Nach dem Motto „neue Besen kehren gut“ wurde insbesondere der Wechsel von der Neujahrswanderung zur Kerzenwanderung unter die Lupe genommen.
Sketch- und Büttenvorträge sorgten in der Narrenhochburg wieder dafür, dass Zwerchfell und Lachmuskeln kräftig strapaziert wurden – so jedenfalls auch, als Marion van Appeldorn als „schärpe Trees“ im skurrilen Outfit von ihrer Seereise auf der MS Aperolia, die sie gemeinsam mit ihrem Mann unternommen hatte, berichtete. Im Immobilienbüro „Frohes Heim“ gelang es der Maklerin Silvia Janßen tatsächlich, ihrer Kundin Maria Rozyn eine geerbte „Schrottimmobilie“, einsam in einer Sandkuhle gelegen, als ein wahres Prunkstück vermarkten zu können, woraufhin diese dann natürlich Abstand vom Verkauf nahm. Zwei wahre filmreife Komödiantinnen sorgten dafür, dass kein Auge trocken blieb. Während Wencke de Jong beim „Couchgelaber“ eingehende Ratschläge für das Leben der Frau ab 40 und die damit verbundenen Probleme gab, verriet Ilse Hempel alias Kathrin van de Loo beeindruckende Details über „das bisschen Haushalt“ preis,
Dann kamen sie: die vier „Yoga-Meijsjes“ Marga Cox, Katrin Vossen, Theresa Lacorte und Esther Nickesen im sexy-sportlichen Outfit und rissen mit holländischem, italienischem, sächsischem und tatsächlich auch deutschem Akzent die Närrinnen förmlich von den Stühlen. Zum Schlag der Klangschale hieß es wieder: schwitzen, dehnen, strecken.
Selbstverständlich ließ es sich Prinz Georg der Erfinderische nicht nehmen, den Närrinnen einen Besuch abzustatten – an seiner Seite Funkenmariechen Cira und seine Garde sowie die Tanzgarden, die mit ihren Tänzen tosenden Applaus ernteten. Und auch sie hatte Prinz Georg im „Gepäck“: das Männerballett seiner Garde mit einem feurigen „Wild-West-Tanz“. Nicht unerwähnt bleiben darf der fantastische Gardetanz der Tanzgruppe Reset. Doch was wäre so eine Sitzung ohne die bravouröse Moderation von Barbara Onckels und Simone Peters und ohne Tontechniker, die stets den Finger am richtigen Hebel hatten.