Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Sabine Hanzen-Paprotta, Susanne van de Boom (beide Agentur für Arbeit), Michael Müller, Birgit Trothe und Hans-Josef Bruns (alle Berufsbildungszentrum Kreis Kleve; v.l.) stellten die „Assistierte Ausbildung flex“ vor. NN-Foto: SP
29. Januar 2026 · Sabrina Peters · Niederrhein

„AsA flex“ bringt Azubis sicher zum Abschluss

Bei der „Assistierten Ausbildung flexibel“ bekommen Auszubildende Hilfe

KREIS KLEVE. Wer eine Ausbildung erhalten hat, hat die erste Hürde schon mal genommen. „Eine Ausbildung ist aber kein Sprint, sondern ein Marathon – und manchmal treten eben auf der Strecke auch mal Hindernisse auf“, weiß Birgit Trothe, Ausbildungsleiterin und Sozialpädagogin beim Berufsbildungszentrum (BBZ) Kreis Kleve. Die Gründe dafür könnten vielfältig sein: Fachtheoretische Schwierigkeiten in der Berufsschule, das Fehlen von Grundlagen in der schulischen Ausbildung, persönliche Probleme oder auch Sprachbarrieren seien hier als Beispiele zu nennen. „Genau hier setzt auch die ,Assistierte Ausbildung flexibel‘ (kurz: AsA flex; Anm. d. Red.) an“, betont Trothe.

„AsA flex“ soll Jugendliche nämlich sicher bis zum Berufsschulabschluss führen und damit Ausbildungsabbrüche verhindern. Die sind bundesweit, aber auch im Kreis Kleve gar nicht selten: „2024 wurde fast jeder dritte Ausbildungsvertrag gelöst“, sagt Sabine Hanzen-Paprotta, Pressesprecherin bei der Agentur für Arbeit Wesel. Das heiße zwar nicht zwangsläufig, dass die Ausbildung auch abgebrochen wurde, da auch Arbeitgeberwechsel und damit die Fortführung der Ausbildung bei einem anderen Arbeitgeber darunterfallen würden, dennoch sei diese Quote recht hoch. Bundesweit seien zudem rund drei Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung.

„Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels ist es jedoch wichtiger denn je, kein Potenzial ungenutzt zu lassen. Mit der ,AsA flex‘-Maßnahme schlagen wir deshalb eine Brücke zwischen den Anforderungen der Betriebe und den individuellen Voraussetzungen der jungen Menschen“ erläutert Hans-Josef Bruns, Referent für Ausbildung und berufliche Bildung beim BBZ in Kleve „Im letzten und im laufenden Jahr ist die Bedeutung dieser Maßnahme gewachsen, da sie flexibel auf individuelle Defizite reagiert. Das ist sehr wichtig, um potenzielle Abbrüche zu verhindern und wertvolle Nachwuchskräfte im System zu halten“, ergänzt Bruns.

Die „Assistierte Ausbildung flexibel“, die von der Agentur für Arbeit oder vom Jobcenter komplett finanziert wird und deshalb für alle Teilnehmer kostenlos ist, habe daher für beide Seiten nur Vorteile: Der Auszubildende erhalte mit dem Stützunterricht eine gezielte Nachhilfe in Fachtheorie und allgemeinen Schulfächern, um seine Noten zu verbessern und die Prüfungsvorbereitung dadurch zu sichern. Zudem gebe es eine sozialpädagogische Begleitung, die bei Alltagsproblemen oder Schwierigkeiten im sozialen Umfeld helfe. Für die Betriebe sei das Angebot darüber hinaus eine gute und kostenlose Unterstützung bei der Ausbildung ihrer Auszubildenden, die die Chancen erhöhe, dass die Auszubildenden ihre Prüfungen bestehen und damit als Fachkräfte im Betrieb weiter beschäftigt werden können. Dazu gebe es die Möglichkeit eines Coachings des Ausbildungspersonals und Unterstützung bei der Verwaltung oder bei Konfliktgesprächen.

„Das Ziel von ,AsA flex‘ ist es, den jungen Menschen bei der Aufnahme einer Ausbildung und soweit erforderlich auch bis zur Erlangung ihres Berufsabschlusses Unterstützungsleistungen anzubieten. Die Palette der Leistungen von ,AsA flex‘ orientiert sich am individuellen Bedarf des jeweiligen Teilnehmers – eine Ausbildung zu erhalten ist ein Meilenstein, aber diese bis zum erfolgreichen Abschluss durchzustehen ist dann die wahre Herausforderung“, sagt Susanne van de Boom, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit und zuständig für den Nordkreis Kleve.

Damit Auszubildenden an „AsA flex“ teilnehmen können, müssen die Noten in der Berufsschule ziemlich schlecht sein. „Es reichen auch schon Vieren mit der Tendenz zu einer Fünf oder der Einschätzung, dass das erfolgreiche Absolvieren der Ausbildung in Gefahr ist“, sagt van de Boom. Dabei helfe es, wenn der Auszubildende schon früh die Förderung von „AsA flex“ in Anspruch nehme. „Wenn jemand vier Wochen vor der Abschlussprüfung kommt, kann das noch klappen, aber die Gefahr, dass es nicht klappt, ist um einiges größer“, betont Michael Müller, Bereichsleiter Berufliche Bildung beim BBZ. Zeit sei hier sehr wertvoll. „Auszubildende sollten sich deshalb schon im ersten oder zweiten Ausbildungsjahr melden, wenn sie merken, dass sie Probleme haben“, sagt Müller. Je früher die Lehrkräfte im Rahmen von „AsA flex“ helfen könnten, desto höher seien die Erfolgschancen. Davon würde letztlich auch der Betrieb, vor allem aber natürlich der Auszubildende profitieren, der einfach nur Zeit in seine Zukunft investiere.

„Eine Ausbildung ist das Sprungbrett in die berufliche Tätigkeit, vor allem aber auch dafür, später finanziell gut abgesichert zu sein. Wir müssen jungen Menschen zeigen, dass sie mit einer abgeschlossenen Ausbildung die Chance haben, ihre Karriere aktiv in die Hand zu nehmen und dass sie sich finanziell dadurch besserstellen können. Nach einem erfolgreichen Abschluss kann man sich zudem lebenslang weiterbilden und noch viel mehr erreichen und damit auch die Welt von morgen aktiv mitgestalten. Jeder hat es in der Hand. Jeder kann das Beste für sich herausholen. Und jeder hat andere Bedarfe. Dafür haben wir eine ganze Palette an Möglichkeiten und Maßnahmen. Wir bieten gerne unsere Unterstützung an und freuen uns, wenn diese angenommen wird“, sagt van de Boom.

Interessierte Betriebe und Auszubildende können sich an das Berufsbildungszentrum (BBZ) Kreis Kleve wenden. Ein Einstieg in die Förderung ist während der gesamten Ausbildungszeit möglich.

Sabrina Peters

Sabine Hanzen-Paprotta, Susanne van de Boom (beide Agentur für Arbeit), Michael Müller, Birgit Trothe und Hans-Josef Bruns (alle Berufsbildungszentrum Kreis Kleve; v.l.) stellten die „Assistierte Ausbildung flex“ vor. NN-Foto: SP

Prospekte
weitere Artikel