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"Armin Mueller-Stahl malt in seinem Atelier; Künstler bei der Arbeit, ausdrucksstarke Kunst, kreativer Prozess."
14. Mai 2026 · Jacqueline Kurschatke · Bedburg-Hau

Armin Mueller-Stahl: Von „Nacht und Tag auf der Erde“ im Museum Schloss Moyland

120 Werke aus dem Leben des Schauspielers / Ausstellungsstart am 17. Mai

BEDBURG-HAU. Armin Mueller-Stahl kann mit fast 96 Jahren auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Bekannt ist er vor allem als erfolgreicher Schauspieler – die Kunst der Musik, das malen und zeichnen begleiten ihn jedoch schon seit seiner Jugend. Das Museum Schloss Moyland widmet dem Künstler nun die Einzelausstellung „Nacht und Tag auf der Erde“, in der Mueller-Stahls Geschichte durch seine eigene kreative Hand dargestellt wird. 120 Werke sind ab Sonntag, 17. Mai bis zum 20. September im Schloss zu begutachten.

Für Antje-Britt Mählmann, Künstlerische Direktorin im Museum Schloss Moyland ist Armin Mueller-Stahl kein Unbekannter. Bereits 2021 arbeitete sie anlässlich seines 90. Geburtstages für eine Ausstellung mit ihm zusammen, damals in der Kunsthalle Lübeck. Mählmann weiß: Armin Mueller-Stahl ist „ein Mensch, der sich immer ausdrücken muss. Egal durch welches Medium. Das liegt daran, dass immer etwas in seinem Inneren vor sich geht.“ Egal ob politisch oder gesellschaftlicher Wandel, sobald dem Künstler etwas nahegehe, womöglich sogar wütend mache, müsse er es durch seine Kunst verarbeiten. Durch sein bisheriges langes Leben, kamen so einige Themen zusammen, denen Mueller-Stahl Gemälde sowie Zeichnungen widmete. Inspiriert wurde er meist auch von seinem eigenen Schaffen als Schauspieler, durch seine Filme, Theaterstücke oder Literatur.

So beginnt die Ausstellung im Erdgeschoss von Schloss Moyland erst einmal mit einer Reihe Selbstporträts. Die Besucher sollen Armin Mueller-Stahl als Menschen kennenlernen. Hier befindet sich unter anderem auch Mählmanns Lieblingsbild mit dem Titel „Mein Stuhl“ aus dem Jahr 1987. Ein weißer Holzstuhl vor sanft-gelbem Hintergrund. Auffällig: Ein Stuhlbein ist gebrochen. Mueller-Stahl selbst kommentiert dazu einmal: „Mehrfach gekippelt, mehrfach gefallen, aber immer wieder oben auf ...“ Eine Anekdote, die sein Leben mit seinen Höhen und Tiefen beschreiben soll und ein Lebensmotto, „dass man sich von ihm abgucken kann“, wie Mählmann betont.

Geboren wurde Armin Mueller-Stahl 1930 kurz vor Beginn des Nazi-Regimes, mit welchem er bis in seine Jugendjahre konfrontiert war. Als Schauspieler in der DDR, musste er später außerdem Erfahrung mit Spionage machen, wanderte in den 90er-Jahren schließlich ohne Englischkenntnisse in die USA aus. Es sind Erlebnisse wie diese die erklären, warum Mueller-Stahl Politik immer einen wichtigen Stellenwert zuschrieb, sie mit seinen Werken kommentierte. Angefangen mit dem Bild „Allegro Furioso“ aus dem Jahr 2017, dass mit den Aufschriften diverser Städte, darunter Manchester, Paris, Kabul oder New York Standorte von Terroranschlägen gedenkt. Es zeigt eine Ansammlung bunter, diverser Menschen. All das bis die Blutflecken auffallen, die zwei Gesichter gänzlich unkenntlich machen. Durch seinen Bezug zur USA kommentierte Mueller-Stahl ein Jahr später außerdem die Politik von Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit. Ein – auf den ersten Blick – bunter Farbensalat mit der Aufschrift: „Donald T. – Dieser Mann stammt aus der Nullserie der Menschheit – so kaputt, dass es sich nicht lohnt, ihn zu reparieren.“

In einem Großteil der Ausstellung wird zudem Armin Mueller-Stahls Bezug zu jüdischen Kunstschaffenden deutlich, von denen er stehts inspiriert wurde oder eine Zusammenarbeit bestand. Eine Vielzahl an Porträts geschichtsträchtiger Personen wie etwa Franz Kafka oder Hannah Arendt finden sich demnach in der Ausstellung. Besonders prägend war für Mueller-Stahl jedoch die Begegnung mit Schauspieler und Regisseur Fritz Wisten, von dem Mueller-Stahl selbst sagt: „Von ihm habe ich das Schauspielern gelernt.“

Die Kunst von Armin Mueller-Stahl ist facettenreich. Nicht zu übersehen sind daher auch seine Litographien zu Goethes „Faust“ oder Thomas Mann‘s „Buddenbrooks“ sowie malerische Auseinandersetzungen mit seinen Filmen „Night on Earth“, „Utz“, „Momo“ oder „Nackt unter Wölfen“, die immer wieder in der Ausstellung aufgegriffen werden.

Nach einem Rundgang im Schloss können Interessierte sich in der Ausstellungshalle einen weiteren Eindruck von Armin Mueller-Stahls Schaffen machen. Hier gibt es einen Zeitstrahl zu seinem Leben, Filmplakate sowie Interviewfilme zu sehen. Hier kommt der Künstler selbst zur Sprache. Die Ausstellung ist eine Kooperation des Museums Schloss Moyland mit der Kunsthalle Emden und der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen in Rüsselsheim. Zur Eröffnung wird Armin Mueller-Stahl persönlich im Schloss Moyland anwesend sein. Anmeldungen zur Eröffnung am Sonntag, 17. Mai ab 14 Uhr sind erforderlich. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zur Anmeldung sowie zum Besuch im Schloss Moyland gibt es online unter www.moyland.de.

"Allegro Furioso Gemälde von Armin Mueller-Stahl 2017, abstrakte Kunst, lebendige Farben"

„Allegro Furioso“ von Armin Mueller-Stahl aus dem Jahr 2017. Foto: Armin Mueller-Stahl/J. kurschatke

"Porträts von Franz Kafka und Hannah Arendt, inspiriert von Armin Mueller-Stahl, in jüdischer Kunst-Ausstellung"

Poträts von Franz Kafka, Hannah Arendt und vielen weitere jüdischen Kunstschaffenden die Armin Mueller-Stahl inspirierten finden sich in der Ausstellung. Foto: J. kurschatke

Armin Mueller-Stahl schafft Kunst die ihn selbst bewegt. NN-Foto: J. Kurschatke

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