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Verena Ebel (links) und Sarah Grimberg setzen die Einzelteile des Altares mit größter Sorgfalt zusammen. Nun ist das Werk aus dem frühen 16. Jahrhundert wieder in voller Pracht zu bewundern. Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer
21. April 2026 Von NN-Online · Xanten

Antonius-Altar nach Restauration zurück im Xantener Dom

Kunstwerk aus dem frühen 16. Jahrhundert litt unter Schimmelbefall

XANTEN. Es ist ein 500 Jahre altes Puzzle, das Verena Ebel und Sarah Grimberg mit größter Sorgfalt behutsam zusammensetzen. Filigran aus Eichenholz geschnitzte Ranken, Figuren in festlichen Gewändern, kleine Engel – sie alle sollen am Ende wieder ihren angestammten Platz finden. Als der Blick der beiden Restauratorinnen nach mehreren Tagen auf den wiederhergestellten Antonius-Altar im Xantener Dom fällt, nicken sie zufrieden. „Es fehlt nichts, und es ist auch kein Teil übriggeblieben“, sagt Verena Ebel schmunzelnd.

Mehrere Jahre lang war den Besuchern des Gotteshauses der Blick auf den Antonius-Altar, der links neben dem Hauptaltar steht, verwehrt geblieben. Das Kunstwerk, dessen Schnitzarbeiten um 1505 von Dries Holthuys, Henrik van Holt und Jacob Dericks gefertigt wurden, hatte in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten. Insbesondere die leuchtenden Farben – von Experten „Fassung“ genannt – musste dringend konservatorisch behandelt werden, um nicht für immer verloren zu gehen.

Kunstpfleger Martin Kaspar von der Abteilung Kunst und Kultur im Bischöflichen Generalvikariat, erklärt: „Staub, Ruß und organische Partikel setzen sich über die Jahre auf den Kunstwerken ab und begünstigen Schimmelbildung. Deshalb müssen gerade die Schnitzarbeiten regelmäßig fachmännisch gereinigt werden, um Schäden vorzubeugen. Der Antonius-Altar war allerdings so schwer beschädigt, dass eine umfassende Restaurierung und damit der Ausbau der Schnitzwerke notwendig war.“ Im gleichen Zug wurden auch die Gemäldetafeln, die auf den Altarflügeln links und rechts angebracht sind, gereinigt. Sie wurden um 1510 von Derick und Jan Baegert gemalt.

Propst Stefan Notz freut sich, dass der bedeutende Altar nun wieder in voller Pracht zu sehen ist. „Besucherinnen und Besucher des Doms, aber auch die Gästeführerinnen und Gästeführer haben ihn vermisst und auf seine Rückkehr gewartet“, weiß der Hausherr. Der Heilige Antonius sei, wie die Heiligen überhaupt, im Mittelalter besonders verehrt worden. Für ihn sei der Altar daher besonders wertvoll, erklärt Notz: „Er erinnert an die mittelalterliche Praxis, dass Bruderschaften oder Gilden eigene Messpriester bestellten, die am ,eigenen‘ Altar den Gottesdienst feierten.“

Ermöglicht wurde die umfangreiche Restaurierung durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Förderprogramme. Die Verantwortlichen bedanken sich dafür bei der Geschwister-Fritz-Stiftung, der Rudolf-August Oetker-Stiftung sowie der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).

Nun ist das Werk aus dem frühen 16. Jahrhundert wieder in voller Pracht zu bewundern. Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer

Nun ist das Werk aus dem frühen 16. Jahrhundert wieder in voller Pracht zu bewundern. Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer

Verena Ebel (links) und Sarah Grimberg setzen die Einzelteile des Altares mit größter Sorgfalt zusammen. Nun ist das Werk aus dem frühen 16. Jahrhundert wieder in voller Pracht zu bewundern. Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer

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