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Nordrhein-Westfalen bleibt Stauland Nummer eins. Foto: Johannes Giewald
5. Februar 2026 Von NN-Online · Niederrhein

ADAC Staubilanz 2025 für NRW

Keine Überraschung: NRW bleibt Stauland Nummer eins / Mittwoch ist der staureichste Tage der Woche

NIEDERRHEIN. Nordrhein-Westfalen war 2025 wieder Stauland Nummer eins und im vergangenen Jahr wurde es noch schlimmer: Autofahrer standen länger im Stau als 2024, auch die Länge der Staus stieg noch mal an. Das geht aus der Jahres-Staubilanz des ADAC in NRW hervor. Im vergangenen Jahr verbrachten Reisende auf den Autobahnen in Nordrhein- Westfalen fast 7.000 Tage in Staus und stockendem Verkehr. Auf den rund 2.250 Autobahnkilometern summierte sich die Dauer aller Verkehrsstörungen auf knapp 168.000 Stunden. Das sind 13.000 Stunden und damit etwa acht Prozent mehr als 2024 (155.000 Stunden). In zehn von zwölf Monaten (Ausnahme Januar/Februar) lagen die Staustunden über den Vorjahreswerten.

Die Gesamtlänge aller gemeldeten Staus stieg um drei Prozent auf fast 280.000 Kilometer (2024: 271.000). Die Staubelastung (räumlich-zeitliche Stau-Ausdehnung) lag bei 737.000 Kilometer mal Stunden und nahm damit um gut neun Prozent zu. Insgesamt zählte der ADAC auf den NRW-Autobahnen 2025 rund 168.000 Staumeldungen, etwa 4.000 weniger als im Vorjahr (2024: 172.000).

Bundesweit bleibt Nordrhein-Westfalen mit großem Abstand Stauland Nummer eins. Ein Drittel aller Stauereignisse entfiel auch 2025 auf NRW. Dahinter folgen Bayern (17,7 Prozent) und Baden-Württemberg (9,3 Prozent). Auch bei den Staukilometern (32,2 Prozent) und Staustunden (35,1 Prozent) hatte Nordrhein-Westfalen unverändert den größten Anteil.

„Die Verkehrsinfrastruktur in NRW wurde über Jahrzehnte vernachlässigt. Das Ergebnis sehen wir heute: Bröckelnde Brücken, kaputte Fahrbahnen und Engpässe, soweit das Auge reicht. Ein gewaltiger Sanierungsstau, der abgearbeitet werden muss. In keinem anderen Bundesland gibt es deshalb so viele Autobahnbaustellen wie in NRW. Die Maßnahmen sind leider alternativlos, ohne Baustellen geht es nicht voran. Aber sie sorgen auch für maximalen Staufrust bei den Pendlern“, erklärt Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC in NRW.

Bundesweit lagen im vergangenen Jahr zwischen 57 und 68 Prozent der baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen in Nordrhein-Westfalen. Von August bis Oktober gab es auf den NRW-Autobahnen mehr als 740 Einschränkungen pro Monat (Spitzenwert Oktober: 786). „Zugleich bringen extrem hohe Pendlerströme und ein starker Lkw-Transitverkehr das Autobahnnetz zu den Stoßzeiten an die Belastungsgrenze“, erläutert Suthold. Besonders belastet waren in NRW im vergangenen Jahr diese fünf Autobahnen: A1, A3, A4, A40 und A57.

Auf der A40 zählte der ADAC mit 17.203 Meldungen die meisten Staus, auf der A1 mit 41.613 Kilometern die größte Staulänge. Am meisten Zeit im Stau verbrachten Autofahrer auf der A3 (20.272 Stunden). Auffällig im Vergleich zu 2024: Auf der A4 stieg die Staudauer am stärksten an (plus 76 Prozent). Bei der Staubelastung (Dauer eines Staus mal Länge) erreichte die A3 mit 126.140 Kilometer mal Stunden erneut den Höchstwert.

Der Abschnitt mit den meisten Stauereignissen war wie schon in den beiden Vorjahren erneut die A42 zwischen Dortmund und Kamp-Lintfort (13.159 Meldungen). Die in Summe längsten Staus gab es mit 21.716 Kilometern auf der A3 zwischen Köln und Oberhausen. Hier brauchten Autofahrer auch die meiste Geduld (Staudauer: 12.424 Stunden). Gemessen an der Staubelastung waren die Auswirkungen für die Verkehrsteilnehmer auf der A3 zwischen Köln und Oberhausen mit 77.178 Kilometer mal Stunden ebenfalls am größten.

Die A40 zwischen Duisburg und Essen erreichte bei der Anzahl der Staustunden je Kilometer Autobahn sowohl in NRW wie auch bundesweit den Höchstwert (357). Den mit 28 Kilometern längsten Stau in NRW gab es am 8. April auf der A3 (Oberhausen - Köln) zwischen Mettmann und dem Kreuz Köln-Ost.

Bundesweit zählte der ADAC 2025 rund 496.000 Verkehrsstörungen auf deutschen Autobahnen (minus 4 Prozent). Die gemeldeten Staulängen summierten sich auf etwa 866.000 Kilometer Stau und stockenden Verkehr (plus 1 Prozent). Die registrierten Staustunden beliefen sich auf mehr als 478.000 Stunden (plus 7 Prozent).

Der stauintensivste Tag in Nordrhein-Westfalen war mit 949 Staustunden der Mittwoch vor Christi Himmelfahrt (28. Mai). Es folgen der Donnerstag vor dem Tag der Deutschen Einheit (2. Oktober) und der Mittwoch vor dem Tag der Arbeit (30. April) mit 885 beziehungsweise 882 Staustunden. Die in Summe längsten Staus gab es ebenfalls am 28. Mai (1.878 Kilometer) sowie aufgrund des Wintereinbruchs am 9. Januar (1.877 Kilometer).

Im Tagesverlauf traten 2025 unter der Woche vor allem zwischen 7 und 9 Uhr morgens (Montag bis Donnerstag) sowie zwischen 15 und 18.30 Uhr (Montag bis Freitag) nachmittags/abends die meisten Staus auf. Die schlimmsten Stautage im Wochenverlauf sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Für den Mittwoch ermittelte der ADAC im Durchschnitt die meisten Staumeldungen (599), Staukilometer (1.100) und Staustunden (617). Am Montag war die Verkehrslage auf den Autobahnen hingegen etwas weniger schlimm (509 Staus/804 Kilometer/484 Stunden). Vor allem die Morgen- und Nachmittagsspitze war montags schwächer ausgeprägt. Den geringsten Berufsverkehr auf den NRW-Autobahnen gab es unter der Woche am Freitagmorgen. Dafür hatte der Freitag eine breitere und höhere Nachmittagsspitze. Schon ab Mittag (12/13 Uhr) brauchten Autofahrer freitags oft mehr Geduld. Am wenigsten Stau gab es im Schnitt am Wochenende, Samstag (251/283/221) und Sonntag (185/237/173). Am meisten Zeit im Stau verbrachten Pendler im Oktober (16.318 Stunden). Staumagneten waren hier die fast 750 baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf den NRW-Autobahnen. Die in Summe längsten Staus gab es mit 27.308 Kilometer im November.

Ausblick: Eine Entspannung der Staulage auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ist auch 2026 nicht in Sicht. Das liegt an der weiterhin stark sanierungsbedürftigen Verkehrsinfrastruktur in NRW, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Bundesweit liegen etwa 60 Prozent aller baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen (Autobahnen) in NRW. Hinzu kommen alleine im Rheinland bis Ende 2026 rund 30 Großbaustellen bei der Bahn, darunter die beiden Generalsanierungen der Pendlerstrecken Köln-Wuppertal-Hagen und Troisdorf-Koblenz mit monatelangen Sperrungen. Hier sind Verlagerungseffekte zu erwarten.

Ein Teil der Bahnpendler wird während der Sperrung auf das Auto umsteigen, vermutlich vor allem diejenigen, die sonst Park&Ride-Anlagen an den Bahnhöfen nutzen und dann mit dem Zug weiterfahren. In der Regel sind die Maßnahmen auf Straße und Schiene aber alternativlos, ohne Baustellen und Einschränkungen lässt sich der Sanierungsstau nicht abbauen.

ADAC Tipps gegen den Staufrust: Pendler, die flexible Arbeitszeitmodelle nutzen können, sollten antizyklisch fahren und die Stoßzeiten meiden. Wir empfehlen, wo es möglich ist, Home-Office-Tage verstärkt auf den Mittwoch oder Donnerstag zu legen, da an diesen Wochentagen die Staugefahr am größten ist. Wer morgens zu einer festen Zeit am Arbeitsplatz sein muss, der sollte sehr früh losfahren. Außerdem sollten Bahnpendler, die von den Generalsanierungen betroffen sind, prüfen, ob der angebotene Schienenersatzverkehr eine Alternative sein kann. Auch Fahrgemeinschaften können eine Alternative sein.

Nordrhein-Westfalen bleibt Stauland Nummer eins. Foto: Johannes Giewald

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