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Zum Tag der Ausbildung im Berufskolleg Geldern freuen sich die Veranstalter auf viele Besucher. NN-Foto: Thomas Langer
29. Januar 2026 · Thomas Langer · Niederrhein

160 Angebote an einem Ort

Am Tag der Ausbildung ist die Welt der Berufe im Berufskolleg Geldern zuhause

KREIS KLEVE. Ein weiteres Mal haben es die Veranstalter geschafft, mit dem 21. „Tag der Ausbildung“ einen neuen Teilnehmerrekord aufzustellen. Mit 145 Ausstellern hat das Berufskolleg Geldern des Kreises Kleve zum 21. „Tag der Ausbildung“ seine Kapazitäten zwar so gut wie ausgeschöpft, doch das ist eine gute Nachricht für die Besucher: Denn damit bietet der Mix aus Berufsbildern, Ausbildungsmöglichkeiten und schulischem Angebot einen so konzentrierten Einblick in die vielfältigen Zukunftschancen für junge Menschen am Niederrhein wie nie zuvor. Erwartet werden rund 3.000 Gäste.

Unternehmen mit den Arbeitnehmern von Morgen zusammenbringen: Dafür sorgt der „Tag der Ausbildung“ am Samstag, 7. Februar, wieder von 10 bis 14 Uhr am Nierspark 35 in Geldern.

Insgesamt 160 Angebote erwarten die Besucher. Da wären zum einen die 145 Aussteller, die von Unternehmen über öffentliche Einrichtungen bis hin zu schulischen Anbietern reichen. „Wir haben alle großen Player aus der Region hier“, sagt Schulleiter Andreas Boland, aber auch die kleineren Unternehmen finden ihren Platz.

In den überbetrieblichen Lehrwerkstätten der Innungen wiederum geben Dachdecker, KFZ-Azubis, Tischler und Bäcker praktische und anschauliche Einblicke in ihre Berufe – ganz nach dem Motto „show, don’t tell“. Während man bei den Dachdeckern zum Beispiel den Kran besteigen darf, kommen bei den Bäckern ganz andere Sinne zum Einsatz.

Das verdeutliche laut Boland einen großen Vorteil einer solchen Veranstaltung: Als nicht-kommerzielle Messe lebe der Tag der Ausbildung nämlich von der Motivation und dem Engagement der Aussteller, ihren Beruf vorzustellen, was auch Brigitte Jansen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve hervorhebt. In diesem Sinne bringen viele Aussteller gleich ihre Azubis mit, die ihre Erfahrungen gerne in vertrauten Gesprächen auf Augenhöhe teilen. „Damit ist die Hemmschwelle geringer“, sagt Boland, „und es führt zu einer entspannten Atmosphäre“ – trotz des Wuselfaktors auf den Gängen.

Zudem warten noch einige spezielle Angebote, wie das Speeddating in der Sporthalle. Mit dem diesjährigen Schwerpunkt auf der grünen Branche nehmen daran rund 50 Unternehmen teil. „Letztes Jahr waren es gut 30“, sagt Julia Höger-Pelzer vom Berufskolleg, „und schon jetzt haben sich 100 Schülerinnen und Schüler angemeldet.“ Jeder Schüler spreche hierbei mit fünf bis sieben Betrieben, um erste Kontakte auszutauschen oder auch Praktika zu vereinbaren. Noch immer sind Anmeldungen möglich: per Mail an sarah.brons@bkgeldern.de.

Darüber hinaus präsentiert sich die grüne Branche in der Aula. Gäste sind neben dem Blumenmädchen aus Straelen und der Heideprinzessin aus Lüllingen auch der Vizepräsident des Landesverbands Gartenbau NRW, sagt Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein. Mitmachaktionen, Gewinnspiele und eine Fotobox runden das Angebot ab.

Seit zehn Jahren dabei, habe auch Pellens Hortensien aus Geldern immer wieder Auszubildende über die Messe gewonnen, berichtet Andreas Pellens, dessen Kundenstamm sogar bis in den mittleren und nahen Osten reicht. Auch wenn sich die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen gebessert habe, möchte er den Auftritt auch dafür nutzen, das Image des Gartenbaus geradezurücken, um jungen Menschen so Perspektiven in einer „sehr interessanten“ Branche aufzuzeigen. Denn: „Es ist nicht mehr so, wie man es von früher kennt. Technik hat hier deutlich Einzug erhalten.“ KI ersetze allerdings keine Stellen, „es erleichtert uns die Arbeit.“ Statt Strohhut, Gießkanne und Kiste vorm Bauch arbeite man mit der Klimasteuerung vom Smartphone oder am PC, um ein Beispiel zu nennen.

Neben dem Gartenbau gilt ähnliches für Berufe wie Dachdecker und Pfleger: Der Tag der Ausbildung präsentiere Berufe, die zwar mit Blick auf KI und Co. Veränderungen unterliegen würden, „aber die Perspektiven sind immer noch absolut erfolgsversprechend. Bestimmte Leistungen sind nicht durch KI zu ersetzen“, sagt Boland.

Für den Besuch empfiehlt er, entweder besonders früh zu kommen, oder später. Die meisten Besucher kämen zwischen 10.30 und 11.30 Uhr, ab 13 Uhr sei es hingegen besonders ruhig. Wer sich am Berufskolleg für das neue Schuljahr anmelden möchte, kann das ebenfalls an diesem Tag tun – dafür gerne den Lebenslauf und das Halbjahreszeugnis als PDF mitbringen.

Der Sinn einer solchen Veranstaltung liegt für Andreas Boland auf der Hand: „Bald verlassen 900 Vollzeitschüler das Berufskolleg. Sie müssen in Lohn und Brot.“ Und das Berufskolleg sei wiederum in der Lage, breite Perspektiven dafür aufzuzeigen.

Doch auch auf Seiten der Arbeitgeber bestehe Bedarf, denn in den letzten fünf Jahren sei gut ein Drittel der Ausbildungsplätze in der Region nicht besetzt worden. „2023 wurden 719 von 1.547 Stellen nicht besetzt, das sind 46,5 Prozent. 2024 lagen wir immer noch bei 36 Prozent unbesetzter Stellen.“ Und 2025? 40 Prozent.

Der „Tag der Ausbildung“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve, der Wirtschaftsförderungen der Stadt Geldern und des Kreises Kleve, des Vereins Agrobusiness Niederrhein, der AOK Rheinland/Hamburg und der Kreishandwerkerschaft Kleve.

Zum Tag der Ausbildung im Berufskolleg Geldern freuen sich die Veranstalter auf viele Besucher. NN-Foto: Thomas Langer

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