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"Grammy-nominierte Saxophonistin Lakecia Benjamin spielt Saxophon, USA, Konzert, Jazz"
18. Mai 2026 Von NN-Online · Niederrhein

„… wie im Märchen: Wolf, Wahrheit und Wagemut beim 55. moers festival“

Fünf Tage Âventiure, internationale Impulse und die Rückkehr in das Herz von Moers

MOERS. Das bundesgeförderte moers festival, das vom 21. bis 25. Mai stattfindet, präsentiert die 55. Jubiläumsausgabe. Unter dem Motto „… wie im Märchen“ werden an Pfingsten rund 200 Künstler aus über 20 Nationen spannende Hörimpulse setzen und erneut musikalischen Wagemut nach Moers bringen. Das Festival trägt in diesem Jahr den Subtitel „Jazzfestival für Rotkäppchen, klatschende Frösche, Wirklichkeitsflucht und: Âventiure“ und findet erstmals wieder direkt in der Moerser Innenstadt, auf dem Kastellplatz, statt.

„Das 55. moers festival will seinem Publikum und allen beteiligten Künstler*innen fünf Tage klangliche Âventiure und Wirklichkeitsflucht ermöglichen — eine Wirklichkeitsflucht, die imstande ist, uns zu verzaubern und die Realität zu entzaubern“, beschreibt Festivalleiter Tim Isfort den Grund des Mottos. „Denn heute propagieren so manche Märchenonkel und -tanten ihre ‚Wahrheiten‘ in Politik, sozialen Medien und zunehmend autokratischen Systemen. Der ‚böse Wolf‘ lauert also auch heute noch überall.“

Rückkehr in die Stadt

Der bereits verkündete Standortwechsel zum Kastellplatz, in direkter Nähe zum Ursprung des Festivals im Schlosshof, ist die Initialzündung für die längste und intensivste Ausgabe in der Geschichte des Festivals: Erstmals erstreckt sich das Jubiläumsprogramm über fünf Tage (21. bis 25. Mai). Zudem kehrt das Zelten zurück in den Freizeitpark: Auf der Ballonwiese – in direkter Nähe zur dortigen Plaza und dennoch nur einen kurzen Spaziergang vom Festivalgeschehen entfernt – entsteht so ein zusammenhängendes Festivalareal, das kurze Wege mit dem charakteristischen Moerser Gemeinschaftsgefühl vereint.

Den feierlichen Auftakt gestaltet die WDR Big Band unter Leitung von Vince Mendoza (US). Gemeinsam mit dem südafrikanischen Jazzpianisten Nduduzo Makhathini wird sie den Kastellplatz bereits am Donnerstag, 21. Mai, dem bundesweiten „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“, in großer Besetzung zum Klingen bringen. Aus den USA reisen Größen wie die — zuletzt für einen Grammy nominierte — Saxophonistin Lakecia Benjamin und das New Yorker Ensemble Yarn/Wire — bestehend aus Russell Greenberg und Sae Hashimoto (perc), Laura Barger und Julia Den Boer (p) — an. Parallel stark dazu setzt das Festival die Reihe „?Afrika“ mit einem Fokus auf die Region Togo, Benin und Ghana fort: Rund 20 Künstler, darunter die Anagoko Family (Benin) und Nana Benz du Togo, bringen traditionelle Serepewa-Musik, Voodoo-Kultur und westafrikanische Erzähltraditionen in einem Dutzend verschiedenen Festival-Settings auf die Bühnen. Das Festival widmet dem US-Amerikaner Morton Feldman einen Themenschwerpunkt, in dessen Zentrum eine ‚immoersive‘ Aufführung seines Werks „Rothko Chapel“ steht. Dem gerade erst 100 Jahre alt gewordenen ungarischen Komponisten György Kurtág wird durch seinen Sohn, György Kurtág Jr., und den Cimbalom-Meister Miklós Lukács gratuliert. Märchenhafte Entdeckungen finden sich in allen Winkeln der Welt: Das indonesische Duo Senyawa wird in fünf verschiedenen Konstellationen die Grenzen von Stimme und Instrument ausloten. Weitere Impulse kommen aus Brasilien mit „So Says the Drum“ (Bella Comsom & Bruna Cabral), Island (Lilja Maria Asmundsdottir) oder Ägypten (The Dwarfs of East Agouza). Die aktuelle 19. Improviser in Residence Evi Filippou schlägt mit ihrem achtköpfigen Ensemble InEvitable extended (GR/PL/DE/JP/FI/GB) die Brücke zwischen Komposition und Experiment. Zum 55. Festivaljubiläum kehrt die heutige Improvisationsmusik nach einem halben Jahrhundert wieder zurück in den Schlosshof. Wie in den frühen Tagen des Festivals wird der Innenhof des Moerser Schlosses zum Ort der unmittelbaren Begegnung und des freien Austauschs. Bei den moers sessions verschwimmen die Grenzen zwischen Bühne und Publikum, wenn Künstler des Hauptprogramms in spontanen Formationen den Geist des Freejazz aufleben lassen. Die Sessions werden weiterhin vom Jazzmusiker Jan Klare kuratiert. Das komplette Line-up gibt es unter www.moers-festival.de

Die Hauptbühne auf dem Kastellplatz verwandelt die Moerser Innenstadt in ein kompaktes Areal. Das Geschehen verzweigt sich in den Schlosshof, die Kirchen St. Josef und die evangelische Stadtkirche sowie das Alte Landratsamt, das Schlosstheater und das Peschkenhaus. Ein besonderer Ort der Begegnung entsteht auf der Wiese am Pulverhaus: Unter dem Titel „Wo die wilden Frösche klatschen“ finden hier tagsüber kostenlose Kinder- und Familienprogramme sowie Workshops statt, bevor sich das Areal abends in eine Konzertbühne verwandelt. Die Röhre, das Bollwerk 107 und die Skate-Bahn im Freizeitpark erweitern das Unimoersum.

Die Verbindung zwischen Stadt und Musik bildet das weitläufige Festivaldorf. In diesem Jahr umgibt der bunte Markt nicht nur die ticketierte Büne auf dem Kastellplatz, sondern erstreckt sich als lebendige Flaniermeile von der evangelischen Stadtkirche über die ‚Kleine Allee‘ bis hinein in den Schlosspark. Flankiert wird das gastronomische Angebot von einem vielfältigen Non-Food-Markt: Das Festivaldorf ist als offener Begegnungsort konzipiert: Der Besuch ist für alle Gäste kostenfrei und ohne Festivalticket möglich.

Tickets für das 55. moers festival 2026 gibt es sind unter: tickets.moers-festival.de

Aus den USA reist unter anderem die zuletzt für einen Grammy nominierte Saxophonistin Lakecia Benjamin an. Foto: Elizabeth Letizell

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