Zwei Punkte vom großen Traum entfernt
Union Wetten verpasst dramatisch den Sprung in die 2. Bundesliga
WETTEN. So nah waren sie dem großen Ziel – und dann entschieden nur wenige Ballwechsel über Jubel und Enttäuschung. Die Herren 35 von Union Wetten haben beim Play-off-Turnier am 26. September um den Aufstieg in die 2. Padel-Bundesliga für reichlich Spannung gesorgt.
Nach einem beeindruckenden Auftakt kämpfte sich das Team bis zum entscheidenden Duell vor. Dort platzte der Traum vom Aufstieg auf denkbar bittere Weise. Was bleibt, ist die Enttäuschung über die verpasste Chance – vor allem aber großer Stolz auf eine außergewöhnliche Saison.
Noch vor kurzer Zeit hätte sich bei Union Wetten wohl kaum jemand ausgemalt, dass die Mannschaft einmal unmittelbar vor dem Sprung in die 2. Bundesliga stehen würde. Schließlich nehmen die Herren 35 erst seit dem vergangenen Jahr am Spielbetrieb des Deutschen Padel-Verbandes teil. Doch schon in ihrer ersten Regionalliga-Saison sorgten die Wettener für Aufsehen.
Als einer von vier Gruppensiegern hatte sich Union bereits im Mai das Ticket für die entscheidende Aufstiegsrunde gesichert. In der Halle der Padellers Herdecke sollte nun die Entscheidung fallen. Nachdem Padelcity Hannover kurzfristig auf die Teilnahme verzichtet hatte, kämpften noch sieben Mannschaften um zwei begehrte Plätze in der 2. Bundesliga.
Zum Start gegen Düsselsdorf
Für Union Wetten begann das Turnier gegen die TG Nord III aus Düsseldorf. Von Nervosität war dabei zunächst kaum etwas zu spüren. Lutz Leurs und Daniel Brodhuhn erwischten einen glänzenden Start und ließen ihren Gegnern beim 6:0, 6:3 kaum eine Chance.
Felix Moeselaegen und Niklas Joosten machten anschließend mit einem 6:3, 6:4 bereits alles klar. Das Ticket für die nächste Runde war gelöst. Robin van der Heiden und Branko Sredojevic setzten mit ihrem 7:6, 6:1 schließlich noch einen drauf. Mit einem souveränen 3:0 setzte Union Wetten gleich zu Beginn ein deutliches Ausrufezeichen. Doch danach wurde es ernst.
Ab dem Halbfinale ging es im Überkreuz-Modus um die beiden Aufstiegsplätze. Union traf zunächst auf den Dorstener TC. Die Begegnung hat für die Wettener vielversprechend begonnen. Simon Könings und Andre Spittmann verloren zwar den ersten Satz mit 2:6, kämpften sich anschließend jedoch eindrucksvoll zurück. Mit 6:3 erzwangen sie den Match-Tiebreak und behielten dort mit 10:3 die Nerven. Union führte 1:0.
Doch Dorsten schlug zurück. Lutz Leurs und Daniel Brodhuhn mussten sich mit 2:6, 2:6 geschlagen geben. Auch Robin van der Heiden und Branko Sredojevic fanden beim 3:6, 3:6 nicht das entscheidende Mittel gegen ihre Gegner, die zu den Top 3 Spielern in der Altersklasse H35 gehörten. Aus der Führung wurde eine 1:2-Niederlage. Noch aber lebte der Traum.
Entscheidendes Duell
Im entscheidenden Duell wartete ausgerechnet Gastgeber Padellers Herdecke, der zuvor den Club Raffelberg und den Gladbacher HTC II ausgeschaltet hatte. Jetzt war die Ausgangslage denkbar einfach: Wer dieses Duell gewinnt, steigt auf.
Und für Union Wetten entwickelte sich die Partie zu einem echten Nervenspiel. Wetten hat den vom Tennis bekannten 7er Trick angewandt bei der Mannschaftsaufstellung und hat seine beiden spielerisch besten Spieler in die Doppel 3 und 2 aufgeteilt.
Branko Sredojevic und Felix Moeselaegen eröffneten die Begegnung und der Plan schien aufzugehen. Beide holten die ersten Punkte sicher, bis eine frühe Verletzung dafür sorgte, das Branko Sredojevic nur noch humpelnd weiterspielen konnte. Trotzdem blieb das Wettener Duo bis in die entscheidende Phase hinein im Spiel. Jeder Punkt zählte, jeder Fehler konnte vorentscheidend sein. Am Ende fehlten nur Kleinigkeiten. Mit 3:6 und 5:7 ging das erste Doppel an Herdecke. Damit stand Union bereits mit dem Rücken zur Wand.
Robin van der Heiden und Daniel Brodhuhn mussten nun gewinnen, um die Hoffnung am Leben zu halten. Nach einem 2:6 im ersten Satz meldeten sich die beiden eindrucksvoll zurück und holten sich den zweiten Durchgang mit 6:3. Der Match-Tiebreak musste entscheiden. Und dort schien der Traum plötzlich wieder zum Greifen nah.
Beim Stand von 8:7 fehlten den Wettenern nur noch zwei Punkte, um ein alles entscheidendes drittes Doppel zu erzwingen. Zwei Punkte zwischen Union Wetten und der Chance auf die 2. Bundesliga. Doch das Pendel schlug noch einmal um.
Negative Wendung für Wetten
Herdecke drehte den Match-Tiebreak und gewann schließlich mit 10:8. Für Union war es der bitterste Moment des gesamten Wochenendes. Noch bevor das letzte Doppel begonnen hatte, stand fest: Der Aufstieg war verpasst.
Während auf der anderen Seite der Jubel losbrach, mussten Lutz Leurs und Niklas Joosten noch einmal auf den Platz. Sportlich hatte ihr Doppel keine Bedeutung mehr. Nach all der Anspannung und der dramatischen Entscheidung zuvor war die Luft verständlicherweise raus. Mit 1:6, 1:6 ging auch die letzte Partie verloren.
Padellers Herdecke durfte anschließend gemeinsam mit dem Dorstener TC den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern. Union Wetten blieb dagegen die Erkenntnis, dem großen Ziel zum Greifen nahe gewesen zu sein.
Und genau deshalb dürfte die Enttäuschung noch eine Weile nachwirken. Doch mit etwas Abstand rückte bereits am nächsten Tag etwas anderes in den Vordergrund: Stolz. Stolz auf eine Mannschaft, die erst seit kurzer Zeit auf diesem Niveau antritt und trotzdem bereits an die Tür zur 2. Bundesliga geklopft hat. Stolz auf Spieler, die den kleinen Verein aus Kevelaer bis in ein Aufstiegsfinale geführt haben. Und Stolz darauf, dass am Ende nur wenige Punkte zwischen ihnen und einem der größten Erfolge der Vereinsgeschichte lagen.
Aus der Enttäuschung soll deshalb neue Motivation entstehen. Innerhalb der Mannschaft ist das Ziel bereits klar formuliert: Das soll nicht die letzte Chance gewesen sein. Im kommenden Jahr will Union Wetten wieder angreifen. Und dann soll der Traum, der diesmal nur wenige Ballwechsel vor dem Ziel geplatzt ist, endlich Wirklichkeit werden.