Zu Besuch in der Tierarztpraxis „Am Kapellhof“
Bürgermeister Kaiser und Wirtschaftsförderer von Laguna loben die tierische Gesundheitsversorgung
GELDERN. Hunde, Katzen, Kaninchen – aber auch Rinder, Schweine oder Schafe: Mehr als 100 tierische Patienten werden täglich in der „Tierarztpraxis Am Kapellhof“ versorgt. Einige Behandlungen, insbesondere bei Großtieren, finden direkt vor Ort bei den Tierhaltern beziehungsweise landwirtschaftlichen Betrieben statt. Mit über 50 Mitarbeitenden ist die Veerter Praxis zugleich ein bedeutender Arbeitgeber und wichtiger Bestandteil der tiermedizinischen Versorgung in der Region.
Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna besuchten die Praxis und tauschten sich mit den leitenden Tierärzten Dr. Norbert Diepers, Dr. Lutz Brimmers, Dr. Michael Kleinmans, Toni Lörcks und Dr. Severin Brimmers über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aus.
Entwicklung der Praxis
Seit 2010 befindet sich die Praxis am namensgebenden „Kapellhof“ im Gelderner Ortsteil Veert. 2019 wurde das Gebäude um einen weiteren Trakt erweitert. Begonnen hatte alles mit der Behandlung von Großtieren, dann kam ein Tierarzt für Kleintiere hinzu. Heute gehören 21 Tierärzte zum Team, davon zehn im Kleintierbereich. Mit fünf Behandlungszimmern und zwei OP-Räumen ist die Praxis gut ausgestattet, um die große Zahl an Patienten zu versorgen.
Bedeutung für die Region
Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna betont: „Die Tierarztpraxis ,Am Kapellhof‘ hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsunternehmen entwickelt. Es freut mich zu sehen, dass das Engagement im Bereich der Nachwuchsgewinnung und die Offenheit für moderne Technologien positiv zur Entwicklung beitragen.“ Neben der Tierarztpraxis Am Kapellhof gibt es zwei weitere Praxen in Geldern. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem nahen Umfeld (von Weeze bis Wachtendonk) wurde ein Notfallsystem etabliert, das eine tierärztliche Versorgung rund um die Uhr sicherstellt. „Wer außerhalb der Öffnungszeiten bei uns anruft, erhält direkt die Information, welche Praxis in der Nähe Notdienst hat“, erläutert Lutz Brimmers. So sei jederzeit eine verlässliche und schnelle Behandlung gewährleistet.
Parkflächen und Familienfreundlichkeit
Eine aktuelle Herausforderung besteht in der Knappheit der Parkflächen. „Es wird einfach zu eng“, erklärt Dr. Severin Brimmers. „Auch die Straße ist häufig zugeparkt – uns fehlen schlicht ausreichend Flächen.“ Lösungen zur Flächenerweiterung oder veränderten Nutzung werden gesucht.
Ein weiteres Anliegen ist die Familienfreundlichkeit der Praxis. Der Beruf bringt oft unregelmäßige Arbeitszeiten mit sich. „Wir möchten die Praxis möglichst familienkompatibel gestalten“, erklärt Lutz Brimmers. Notdienste werden fair verteilt, und für die Hunde der Praxismitarbeitenden gibt es zwei Ausläufe im Außenbereich, damit Mitarbeitende ihre Hunde mit zur Arbeit bringen können.
Gestiegene Ansprüche der Tierhalter
Das Praxisteam beobachtet, dass die Ansprüche der Tierhalter gestiegen sind – und damit auch die Bereitschaft, mehr in die Gesundheit ihrer Tiere zu investieren. „Haustiere sind heute feste Familienmitglieder. Entsprechend hoch ist der Stellenwert ihrer medizinischen Versorgung“, sagt Norbert Diepers.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Auch über das Thema Künstliche Intelligenz (KI) wurde beim Besuch gesprochen. Insbesondere in der Bilddiagnostik spielt KI inzwischen eine bedeutende Rolle. „Dank KI können wir schneller und effizienter arbeiten“, erklärt Diepers. Bei der Analyse von Urin- und Kotproben unterstützt die Technologie ebenfalls. Die Tierärzte betonen: „Vor einer endgültigen Diagnose prüfen wir selbstverständlich alle Ergebnisse sorgfältig“, so Severin Brimmers. Regelmäßige Fortbildungen sind unerlässlich, um KI verantwortungsvoll einzusetzen.
Nachwuchsgewinnung und Ausbildung
Ein wichtiger Aspekt ist die Nachwuchsgewinnung. „Wir stellen jedes Jahr zwei Auszubildende im Bereich tiermedizinische Fachangestellte ein“, berichtet Michael Kleinmans. Zwar sei die Zahl der Bewerbungen zuletzt leicht zurückgegangen, bewege sich aber weiterhin auf einem stabilen Niveau. Auch die Ausbildung von Tiermedizin-Studierenden liegt der Praxis am Herzen. Eine kleine Wohnung wurde für Studierende während ihres Praxissemesters eingerichtet. Der nächstgelegene Studienstandort ist Hannover, gefolgt von Gießen.