Zehn Jahre Heimspiel
Eine Liebeserklärung ans Dorf
SCHAEPHUYSEN. Als Erik Brümmer, Peter Hoyer und Axel Schmieding 2016 die Idee hatten, ein eigenes Musikfestival nach Schaephuysen zu holen, ahnte wohl niemand, was daraus einmal werden würde. Was mit einer Handvoll Organisatoren und viel Improvisation begann, ist heute eines der größten ehrenamtlich organisierten Benefizfestivals der Region.
Am Freitag und Samstag, 19. und 20. Juni, feiert das Schaephuysen Heimspiel unter dem Motto „All You Need Is Heimspiel – 10 Years of Dorfliebe“ sein zehnjähriges Bestehen. Knapp 1.000 Besucher kamen zur ersten Ausgabe auf den Marktplatz. Heute besuchen rund 2.000 Menschen das Festivalwochenende. Geblieben ist dabei die ursprüngliche Idee: gute Musik ins Dorf zu holen, Menschen zusammenzubringen und mit dem Erlös soziale Projekte zu unterstützen.
Rund 48.000 Euro konnten in den vergangenen zehn Jahren für den guten Zweck gespendet werden. Unterstützt wurden unter anderem der Verein Gänseblümchen, Glycokids, das Hospiz Haus Brücke Friedel, Aktion Lichtblicke, die Flüchtlingshilfe Rheurdt, das Kinder- und Jugendhospiz Stups sowie das WDR2-Weihnachtswunder.
Doch die Geschichte des Heimspiels lässt sich nicht allein an Zahlen messen. Sie zeigt sich vor allem in den Menschen, die das Festival möglich machen. Rund 150 Ehrenamtliche engagieren sich jedes Jahr für das Heimspiel. Sie bauen Bühnen auf, organisieren Technik, betreuen Künstler, stehen hinter den Theken oder helfen beim Auf- und Abbau. Unterstützt werden sie von Vereinen, Familien, Freunden und vielen weiteren Helfern aus dem Dorf.
Ein Dorf-Projekt
„Das Heimspiel ist mit den Menschen gewachsen, die es unterstützen“, sagt Miriam Kerberg Volk aus dem Organisationsteam. „Es ist längst nicht mehr das Projekt einiger weniger. Es gehört inzwischen dem ganzen Dorf.“
Dabei steht das Festival vor denselben Herausforderungen wie viele andere Veranstaltungen. Steigende Kosten für Technik, Infrastruktur, Sicherheit und Künstlerhonorare machen die Planung zunehmend anspruchsvoll. Trotzdem bleibt das Ziel, das Heimspiel für möglichst viele Menschen zugänglich zu halten und gleichzeitig fair mit Künstlern, Dienstleistern und Partnern umzugehen. „Wir möchten, dass man spontan zum Heimspiel kommen kann, ohne lange über Eintritts- oder Getränkepreise nachdenken zu müssen“, sagt Kerberg Volk.
Musikalische Vielfalt
Von Anfang an setzte das Heimspiel bewusst auf musikalische Vielfalt. Statt ausschließlich auf bekannte Namen oder klassische Festzeltmusik zu setzen, wollten die Organisatoren Künstler nach Schaephuysen holen, die man nicht überall hört.
So standen in den vergangenen Jahren Musiker aus Deutschland, Europa, Australien und Neuseeland auf den Bühnen. Rock, Folk, Indie, Hip-Hop, Singer-Songwriter, Weltmusik oder auch ungewöhnlichere Projekte fanden ihren Platz im Programm.
Auch im Jubiläumsjahr bleibt das Heimspiel dieser Linie treu. Beim traditionellen Kirchenkonzert am Freitagabend eröffnen das Alina Sebastian Duo und Fabian Kuhn mit Band das Wochenende. Am Samstag sorgen elf verschiedene Acts auf zwei Bühnen für musikalische Vielfalt. Mit Zauberlehrling kehrt dabei eine Band zurück, die bereits beim allerersten Heimspiel auf der Bühne stand – und damit zehn Jahre später einen besonderen Kreis schließt.
„Wenn am Samstagabend die letzte Band auf der Bühne steht und man in die vielen strahlenden Gesichter schaut, weiß man sofort wieder, warum man das macht“, sagt Kerberg Volk. „Dann sieht man, was entstehen kann, wenn ein ganzes Dorf über Jahre an eine gemeinsame Idee glaubt.“
Das Jubiläums-Heimspiel findet am 19. und 20. Juni auf dem Schaephuysener Marktplatz statt. Tickets und weitere Informationen sind unter heimspiel-festival.de erhältlich.