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Auch die Ausstellungen der vergangenen Jahre lässt die aktuelle Ausstellung in der Heimatstube noch einmal Revue passieren. Foto: HVV
18. Juni 2025 · Thomas Langer · Geldern

Zehn Jahre Heimatstube

Zur Kirmes eröffnet der Heimatverein Veert seine neue Ausstellung

VEERT. Der Name macht bereits deutlich: Der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) in Veert hat sich der Dorfverschönerung sowie der Brauchtums- und Geschichtspflege verschrieben. Beides kommt auch der Veerter Sommerkirmes zu Gute, die wieder am kommenden Wochenende, 21. und 22. Juni, zwei ausgelassene Tage verspricht. Ein besonderer Programmpunkt: Die Ausstellung des HVV, die am Sonntag, 22. Juni, von 11 bis 17 Uhr unter anderem das zehnjährige Jubiläum der Heimatstube in den Mittelpunkt rückt.

Zehn Jahre – so lange arbeiten die rund 50 aktiven Mitglieder bereits von der Heimatstube an der Veerter Dorfstraße aus. An eine derartige Zentrale war für den Arbeitskreis Brauchtumspflege in den ersten Jahren ab 1987 noch gar nicht zu denken: Damals fanden die Treffen noch in den Privaträumen der Mitglieder statt. „Nach längeren Bemühungen wurde dann ein Klassenraum in der ehemaligen Lehrerdienstwohnung auf der Schulstraße zur Verfügung gestellt“, erzählt Karl-Heinz Pastoors. Im Mai 1995 konnte – nach der Renovierung in Eigenleistung – die Einweihung der ersten Heimatstube vollzogen werden. Doch um 2011 herum stellten sich die Räume zunehmend als zu klein heraus. Dank Ortsbürgermeister Heinz Manten konnte im Mai 2015 Abhilfe geschaffen werden: „Er hat uns die Räume an der Veerter Dorfstraße besorgt“, sagt Franz Kubon.

Einfach vorbeibringen

Seither bildet die zweite Heimatstube das Archiv von und für Veert. Damit ist der HVV zur Anlaufstelle für Menschen geworden: Sowohl für jene, die alte Fotos und Co., die sie sonst wegwerfen würden, abgeben möchten, als auch für jene, die ihrerseits Material und Informationen brauchen. Wer etwas hat, was er nicht mehr braucht, wird gebeten, einfach vorbeizuschauen. „Wir sammeln Dokumente, Fotos, Zeitungsartikel, Totenzettel und einiges mehr“, erklärt Franz-Josef Spolders. Über die Jahre kam so einiges zusammen: „Wir haben circa 21.000 Bilder hier im Archiv“, erläutert Franz Kubon. Der Bestand sei zudem zu 98 Prozent digitalisiert – und viel davon auch namentlich erfasst.

Entsprechend aus dem vollen Schöpfen können die Mitglieder des HVV für ihre zwei jährlichen Ausstellungen. Während jene zur Kirmes stets über das Dorfgeschehen berichtet, geht es in der Herbstausstellung immer um ein bestimmtes Thema. „Seit 2015 hatten wir in der Heimatstube 17 Ausstellungen“, sagt Kubon. Egal ob es um die Bauernhöfe, alte Postkarten oder die Festkettenträger ging – 200 bis 250 Besucher schauten immer vorbei. „Unsere Ausstellungen werden also auch von der Bevölkerung angenommen.“ Hilfreich und interessant gleichermaßen: die dabei entstehenden Gespräche. „Hinter jedem Besucher verbirgt sich auch eine Geschichte. Hier wird immer wieder geklönt.“

In der anstehenden Ausstellung zur Kirmes spielt das zehnjährige Jubiläum der Heimatstube eine große Rolle. Eines von vielen Themen: der Rückblick auf die Ausstellung zu Lothar Zerfaß in 2019, eine der zwei herausragenden Ausstellungen in der letzten Dekade. Seit den 50er Jahren habe er nicht nur das gesellschaftliche Leben in Veert dokumentiert, „er hat uns in seinem Nachlass auch circa 16.000 Fotos zur Verfügung gestellt“, erzählt Kubon. Die zweite herausragende Ausstellung, die ebenfalls nochmals reflektiert wird, gilt Jan Vissers. Der Landschafts- und Portraitmaler stand 2017 in der Heimatstube im Fokus. „An dem Wochenende waren glaube ich mehr als 400 Besucher bei uns“, erinnert sich Spolders.

Natürlich ist seit 2015 noch viel mehr passiert, wie die Ausstellung am Wochenende zeigen wird: zum Beispiel das Höfeschilder-Projekt – um die oft in Vergessenheit geratenen und sich in Straßennamen wiederfindenden alten Höfe wieder zum Leben zu erwecken –, die Stele zur Veerter Geschichte am Brunnen sowie die Erinnerung an Rudi Geese, dem in 2024 verstorbenen HVV-Mitglied und Autor unter anderem der „Beiträge zur Veerter Geschichte“. „Er hat uns einen umfangreichen Schatz hinterlassen“, betont Franz Kubon.

Den zweiten Teil der Ausstellung bildet der Jahresrückblick 2024. Neben den gesellschaftlichen Events wie Karneval, der Pflanzaktion oder dem Brunnenfest spielen hier auch die laufenden oder frisch abgeschlossenen Projekte hinein: das Stelenprojekt „Historisches Veert“ etwa, bei dem bald schon fünf Stelen die aus Veert verschwundenen Orte und Gebäude zurück in die Gegenwart holen sollen – im direkten Vergleich zum heutigen Erscheinungsbild.

Aber auch den Bau des neuen Pavillons am Marktplatz kann man noch einmal nachverfolgen. Er wird am Samstag, 21. Juni, in einem Festakt ab 16 Uhr eingeweiht.

Auch die Ausstellungen der vergangenen Jahre lässt die aktuelle Ausstellung in der Heimatstube noch einmal Revue passieren. Foto: HVV

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