Zahlreiche Pilger bei Kreuztracht
Kardinal Eijk predigt beim Kreuzfest in Kranenburg
KRANENBURG. Das „Wundertätige Heilige Kreuz“ hat am 20. September, erneut Pilger nach Kranenburg geführt. Beim traditionellen Kreuzfest predigte in diesem Jahr der Utrechter Erzbischof, Kardinal Willem Jacobus Eijk, über die befreiende Kraft des Kreuzes Christi.
Dabei rückte der Kardinal die Bedeutung des Kreuzes für das Leben der Christen in den Mittelpunkt. Viele Menschen seien an Kreuze in Kirchen und Wohnungen so gewöhnt, dass man kaum noch darüber nachdenke. Das Fest lade dazu ein, wieder bewusst auf den gekreuzigten Christus zu schauen. Ausgehend vom Evangelium des Tages verwies Eijk auf die biblische Erzählung von der kupfernen Schlange, die Mose an einem Fahnenmast aufzieht, damit die Israeliten von den Folgen giftiger Schlangenbisse geheilt wurden. Auch heute gebe es „Gift in unseren Herzen“, etwa durch negative Gefühle, Unzufriedenheit und Verletzungen. „Wenn wir zum Kreuz Jesu aufblicken, wird das Gift in unseren Herzen durch Gottes Liebe ersetzt“, sagte der Kardinal. Diese Befreiung könne der Mensch nicht aus eigener Kraft bewirken.
Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Wallfahrtsrektor Pfarrer Christoph Scholten die Gläubigen zum Kreuzfest in der Stifts- und Wallfahrtskirche begrüßt. Im Anschluss an die feierliche Messe zog die traditionelle Kreuztracht durch den Ortskern. Die Kreuzbrüder trugen dabei das „Wundertätige Heilige Kreuz“, Pfarrer Scholten das Segenskreuz mit einer Kreuzreliquie. Nach der Rückkehr zur Kirche spendete Kardinal Eijk den Kreuzsegen. Am Abend klang das Kreuzfest mit der Lichterprozession über die alten Wälle aus, wobei die Firmlinge und die anderen Gläubigen Kerzen in Händen hielten und von der Freiwilligen Feuerwehr Kranenburg mit Pechfackeln begleitet wurden.
Den Abschluss des Festtages bildete am Abend eine Lichterprozession über die Kranenburger Wälle. Die Kreuzfestwoche endet am 26. September mit der Schließung der Pilgerpforte und dem Kreuzamt ab 17.30 Uhr.