Xantener Grüne wollen Parkplätze umgestalten
Die Fraktion hat im Ratssaal Konzepte vorgestellt, wie sich graue Parkplätze zu grünen Wohlfühl-Oasen mit Aufenthaltsqualität entwickeln könnten
XANTEN. Mehr grüne Aufenthaltsqualität statt grauer Parkflächen: Die Xantener Grünen-Fraktion hat im Xantener Ratssaal Konzepte vorgestellt, wie aus Parkflächen grüne, kleine Parkanlagen werden könnten. „Das würde auch dem Einzelhandel dienen, denn wo viel Aufenthaltsqualität ist, da ist auch in der Innenstadt viel mehr los. Insbesondere für Gäste bedeuten mehr grüne Fläche mit einer höheren Aufenthaltsqualität auch mehr Willkommensatmosphäre“, ist Grünen-Fraktionsvorsitzender Peter Weichold überzeugt.
Konkret gehe es erstmal um die Parkplätze P17 (Scharnstraße), P16 (Hochstraße) und P11 (Marsstraße). „Das sind kleine Parkplätze, die wir für die Parkraumbewirtschaftung nicht explizit brauchen. Sie könnten wir aber attraktiv ausbauen“, meint Weichold. 46 PKW-Stellflächen würden damit wegfallen, die aber nicht großartig ins Gewicht fielen würden. Das neue Parkplatzkonzept in Xanten habe sich seit Oktober 2023 nicht nur bewährt, sondern auch gezeigt, dass die Parkflächen in der Xantener Innenstadt und um sie herum mehr als ausreichend seien – auch bei Veranstaltungen.
Seit Oktober 2023 sind alle öffentlichen Parkflächen innerhalb der Wallmauern gebührenpflichtig. „Das sollte nicht die städtischen Geldsäcke füllen, sondern auch bereits den Verkehr in der Xantener Innenstadt beruhigen“, erinnert Weichold. Die Fraktion der Grünen möchte dieses Vorhaben nun weiter ausbauen und hat deshalb einen Antrag gestellt, die Beschilderungen des Parkleitsystems, das auf die Parkplätze 17, 16 und 11 hinweist, abzumontieren. „Damit würde sich der Verkehr in der Innenstadt weiter beruhigen, ohne dass die Parkplatzsituation verschärft würde. Denn die Stellflächen werden nicht zwingend gebraucht“, sagt Weichold. Über diesen Antrag wird der Rat der Stadt Xanten in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 5. Dezember, abstimmen.
Als nächster Schritt möchten die Grünen diese Parkplätze dann zurückbauen und begrünen lassen. Kristina Hülshoff hat im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Medieninformatik bereits erste Ideen konzipiert. Dazu zählen nicht nur neue, grüne Aufenthaltsorte mit Bänken und Spielgeräten für Kinder auf ehemaligen Parkplätzen, sondern auch grüne Fassaden an den Gebäuden in der Innenstadt. „Stadt und Steine gehören zusammen. Wir können keinen Wald in die Gassen holen. Aber zu einem angenehmen Wohn- und Aufenthaltsort gehört auch das Grün: an Fassaden, Randstreifen und in kleinen Gartenoasen. Damit begegnen wir wirksam den weltweit und auch in Xanten zunehmenden Hitzerekorden und Überflutungen durch Starkregen“, argumentiert die Grünen-Fraktion.
„Das Stichwort an dieser Stelle ist Klimareselienz. Mit solchen Maßnahmen können wir den Klimawandel nicht aufhalten, aber wir können unsere Bürger ein Stück weit schützen“, sagt Peter Weichold. Entscheidend für die Umsetzung sei aber nicht nur das Wohlwollen des Xantener Rates, sondern auch eine dringend notwendige Verkehrswende. „Um auf noch mehr Parkplätze in der Innenstadt verzichten zu können, brauchen wir natürlich auch einen besseren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Zudem geht es natürlich nicht ohne die Bürger“, betont Weichold. In Den Haag (Niederlande) hätten Bürger beispielsweise bei der Umgestaltung von ehemaligen Parkflächen zu grünen Wohlfühloasen mitgeholfen. Auch die Pflege würden sie übernehmen.
Weicholds Wunsch ist es, dass im nächsten Jahr schon die drei kleineren Parkplätze 17, 16 und 11 umgebaut werden könnten. Er rechne mit Kosten von etwa 30.000 Euro pro Parkplatz. „Es gibt zudem aktuell noch Förderprogramme, die eine Umgestaltung unterstützen würden“, sagt Weichold. Zwischen 2030 und 2035 würde sich der Grünen-Fraktionsvorsitzender wünschen, dass mit den Parkplätzen P10 (Bemmelstraße; 45 Stellflächen), P14 (Niederstraße, 32 Stellflächen) und P3 (Gasthausstraße, 41 Stellfläche) auch größere Parkplätze künftig mehr grüne Aufenthaltsqualität bieten würden. „Das geht aber alles nur in Etappen“, betont Weichold.
Sabrina Peters
So könnte der Parkplatz an der Hochstraße künftig aussehen.Grafik: Kristina Hülshoff
Auch neue Wohnbebauung mit Fassaden-Begrünungen sind Teil des Konzepts.Grafik: Kristina Hülshoff
Grünen-Fraktionsvorsitzender Peter Weichold erklärt an einer Karte der Xantener Innenstadt, welche Parkplätze zuerst umgestaltet werden könnten. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich