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Anette Artz, Annette Thiemann, Anton Artz, Elke Demuth und Wolfgang Schneider (v.l.) bilden das Umzugsteam des Xantener Weltladens. NN-Foto: SP
21. Mai 2026 · Sabrina Peters · Xanten

„Xanten hält zusammen“: Weltladen plant besonderen Umzug

Mit einer Menschenkette und 200 Freiwilligen möchte der Weltladen vorübergehend an den Markt ziehen

XANTEN. Der Eine-Welt-Gruppe-Xanten muss für ein Jahr umziehen. Das steht schon seit einigen Monaten fest, da das Gebäude der Evangelischen Kirche an der Kurfürstenstraße 5 in Xanten, in dem der Weltladen seit 2018 seine Verkaufsflächen hat, umfassend saniert werden muss. In diesem Sommer sollen die Arbeiten beginnen, sodass der Weltladen im Juli für ein Jahr ausziehen muss. Für diese zwölfmonatige Übergangszeit hat die Eine-Welt-Gruppe-Xanten (EWGX), die den Weltladen betreibt, aber eine Übergangslösung gefunden: Der Weltladen zieht bis Ende Juni 2027 nämlich in das aktuell leerstehende Ladenlokal am Markt 34 (ehemals Kodi). Für den Umzug plant die Eine-Welt-Gruppe-Xanten eine ganz besondere Aktion: Eine Menschenkette mit 200 Teilnehmenden soll die Waren in Kisten verpackt am Samstag, 4. Juli, von 10 bis 12 Uhr von Hand zu Hand weiterreichen und so zum Übergangsstandort „transportieren“.

„Der Weltladen lebt vom Mitmachen. Also dachten wir uns: Warum nicht auch der Umzug?“, sagt Anton Artz, der auch der Initiator dieser Idee ist. Neben dem praktischen Umzug stehe dabei vor allem die Idee des Zusammenhalts im Mittelpunkt. Dieser soll auch durch eine Aktions-Warnweste, die auf der Rückseite die Aufschrift „FAIR-Tragen“ trägt, für alle sichtbar dargestellt werden. 200 dieser Aktions-Warnwesten hat die Eine-Welt-Gruppe-Xanten optimistisch angeschafft. Sollten mehr als 200 Freiwillige an der Aktion teilnehmen wollen, würden die Warnwesten an die ersten 200 Personen, die sich online unter www.ewgx.de oder direkt im Weltladen angemeldet hätten, verteilt werden. Für Getränke und eine Stärkung sei am 4. Juli ebenfalls gesorgt. „Wenn 200 Menschen eine Kette bilden, wird aus einem einfachen Umzug ein starkes Zeichen: Xanten hält zusammen. Genau dieses Gefühl möchten wir am 4. Juli sichtbar und erlebbar machen“, betont Anton Artz.

Pläne und Listen für den Umzug des Weltladens hat das Organisationsteam der Eine-Welt-Gruppe-Xanten schon längst erstellt. Auch die Umzugskisten lagern bereits in den Büroräumlichkeiten des Weltladens an der Kurfürstenstraße. Hier hat unter anderem bereits die Dom-Buchhandlung geholfen und damit ebenfalls gezeigt: „Xanten hält zusammen.“ Über 500 verschiedene Artikel müssen bis Anfang Juli verpackt werden, damit sie den Umzug an den Markt antreten können.

Für das Gebäude an der Kurfürstenstraße 5 sei es die erste Sanierung, wie Anette Artz, ebenfalls von der EWGX, berichtet. Das Team des Weltladens, zu dem 40 Mitarbeiter gehören, sei froh darüber, in dem Ladenlokal am Markt eine Übergangslösung gefunden zu haben. „Wir hatten ja nur die Alternative, das Lokal für die Dauer der Sanierung zu schließen oder umzuziehen“, sagt Artz. Eine zwölfmonatige Verkaufspause sei keine Option gewesen, insofern sei der Umzug nun eine gute Sache. Schon „sehr früh“ sei die Firmengruppe Gerstner an den Weltladen herangetreten und hatte das bis Sommer 2027 leerstehende Ladenlokal, in dem in den vergangenen Jahren eine Filiale des Discounters Kodi untergebracht war, als vorübergehende Alternative und „zu angepassten Konditionen“ angeboten. Zwar sei die Geschäftsfläche mit 450 Quadratmetern „überdimensioniert“, „aber dafür können wir alles unterbringen, was wir auch bisher untergebracht haben“, betont Artz. Dazu gehöre etwa nicht nur das vielfältige Sortiment im Verkaufsraum, sondern auch Büroflächen und das Lager. Dazu würden die neuen Räumlichkeiten mit Trennwänden in separate Flächen unterteilt werden. Trotzdem werde der Weltladen nicht die vollen 450 Quadratmeter in Anspruch nehmen.

Der Vertrag für das Ladenlokal gelte bis zum 30. Juni 2027. „Am 1. Juli müssen wir raus sein, da dann der Nachmieter mit seinen Arbeiten beginnen möchte“, sagt Wolfgang Schneider von der EWGX, die hofft, dass die Arbeiten an der Kurfürstenstraße 5 bis dahin abgeschlossen seien und der Weltladen nahtlos wieder in seine eigentlichen Räumlichkeiten zurückziehen kann. „Dabei sind wir optimistisch“, betont Schneider. Falls es Verzögerungen gebe, seien weitere Übergangslösungen möglich, wobei nicht ein zweites Mal übergangsweise ein neues Ladenlokal angemietet werden könne. Da die Sanierungsarbeiten an der Kurfürstenstraße 5 bis zum Sommer 2027 terminiert seien, geht die EWGX aber aktuell auch davon aus, dass sie zeitnah nach dem 30. Juni 2027 wieder zurückziehen könne. Mit dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Xanten, dem Vermieter des Weltladens an der Kurfürstenstraße, stehe die Eine-Welt-Gruppe-Xanten aktuell noch in Verhandlungen für den neuen Mietvertrag. „Die Konditionen werden angepasst, aber wir werden mit dem Presbyterium eine gemeinsame und gute Lösung finden. Das Presbyterium hat schon deutlich gesagt, dass es starkes Interesse daran hat, dass der Weltladen an der Kurfürstenstraße bleibt“, betont Schneider. Gleiches gelte auch für die Eine-Welt-Gruppe-Xanten, die nach der Sanierung mit dem Weltladen ebenfalls unbedingt an den altbewährten Standort zurückziehen möchte.

Der letzte Verkaufstag des Weltladens an der Kurfürstenstraße vor der Sanierung ist am 27. Juni. Für Samstag, 4. Juli, ist der Umzug von 10 bis 12 Uhr mithilfe der Menschenkette geplant. Interessierte können sich online unter www.ewgx.de oder direkt im Weltladen anmelden. Am Donnerstag, 9. Juli, öffnet der Weltladen um 10 Uhr am vorübergehenden Standort am Markt 34 (ehemals Kodi). Alle Kundinnen würden an diesem Tag mit einer fair gehandelten Rose begrüßt werden. Größere Aktionen seien erst für die Wiedereröffnung am alten Standort an der Kurfürstenstraße nach der Sanierung im Sommer 2027 geplant.

Anette Artz, Annette Thiemann, Anton Artz, Elke Demuth und Wolfgang Schneider (v.l.) bilden das Umzugsteam des Xantener Weltladens. NN-Foto: SP

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