Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Der Deichkronenweg in Lüttingen ist aktuell für Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt. NN-Foto: SP
23. Mai 2025 · Sabrina Peters · Xanten

Xanten: 14-Jährige sammelt Unterschriften für Öffnung des Deichwegs in Lüttingen

Alina Greef hat die über 1000 Unterschriften nun Xantens Bürgermeister überreicht hat

LÜTTINGEN. Die Bauarbeiten auf dem Deich zwischen Wardt und Lüttingen sind längst abgeschlossen. Auf einer Länge von knapp vier Kilometern ist er in diesem Bereich breiter und höher gemacht worden. Der Deichverband Xanten-Kleve hatte dies zugunsten des Hochwasserschutzes veranlasst. Oben auf dem Deich wurde ein gepflasterter Weg angelegt. In Lüttingen dürfen Bürger diesen allerdings nicht benutzen, was vor allem die 14-jährige Alina Greef ärgert – so sehr, dass sie seit Februar über 1000 Unterschriften gesammelt hat, damit der Deichkronenweg in Lüttingen zur Nutzung freigegeben wird. Den Bürgerantrag – unterschrieben und unterstützt von ihrem Vater Andre Greef – hat sie gemeinsam mit allen Unterschriften am Freitag Xantens Bürgermeister Thomas Görtz im Rathaus übergeben. Er wird nun in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses sowie im Rat der Stadt Xanten auf der Tagesordnung stehen.

Für Alina Greef, die mit ihrer Familie in Lüttingen wohnt, ist es ein Herzensanliegen. „Wir haben vor der Haustür so einen schönen Weg, auf dem wir Spazierengehen und Fahrradfahren könnten, aber dürfen es nicht“, sagte die Schülerin. Ihr Vater Dirk, der ebenfalls in Lüttingen aufgewachsen ist, erinnerte sich im Pressegespräch daran, wie er schon als Kind den Deich genutzt habe. Dass das allen folgenden Generationen verwehrt bleiben soll, finden die beiden genauso wie Mutter Lissi Greef traurig.

„Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, warum in einer so touristischen Stadt wie Xanten ein so guter und neu ausgebauter Weg auf der Deichkrone als hoch attraktive Radwegeverbindung nicht genutzt werden darf“, heißt es in dem Bürgerantrag. Mit der Fertigstellung der Deichbaumaßnahme im Bereich Lüttingen und der jetzt im Frühjahr anlaufenden „Freiluft-Saison“ werde allen vor Augen geführt, wie unglücklich und schwer vermittelbar, die Sperrung des Deichkronenweges für Fußgänger und Radfahrer sei.

Im September 2020 hatte die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde im Planfeststellungsverfahren den Deichabschnitt in Lüttingen für Fußgänger als Radfahrer gesperrt. Große Tore verhindern seither ein unerlaubtes Betreten. Als Begründung gab die Bezirksregierung damals Umwelt- sowie Arten- und Vogelschutzgründe an. Auch für Xantens Bürgermeister Thomas Görtz ist das aber nicht nachvollziehbar: „An anderen Deichabschnitten ist der Deichkronenweg freizugänglich. Dort gibt es aber ja ebenso Natur und Vögel. Da stellt sich auch mir die Frage: Wieso ist das dort erlaubt, aber in Lüttingen verboten?“

In der Bevölkerung ist Alina Greef auf jeden Fall bereits auf viel Zustimmung gestoßen. Über 1000 Unterschriften konnte sie sammeln – die allermeisten an der Haustür. Denn die 14-Jährige hat in Lüttingen an sämtlichen Haustüren geklingelt und um Unterschriften gebeten. Die positive Resonanz und die Unterstützung hätten sie selbst überrascht. 95 Prozent der Bürger hätten ihr Vorhaben gerne unterstützt. „Manche sagten sogar, dass sie am liebsten drei Mal unterschreiben würden. Ein paar wenige blieben zwar freundlich, wollten aber nicht unterschreiben“, berichtete die Schülerin. Dies seien unmittelbare Anwohner des Deiches gewesen, die an dem Deichabschnitt, der direkt an ihre Terrasse grenze, keinen öffentlichen Zugang wünschen würden.

„Für die muss man sicherlich auch eine Lanze brechen: Verstehen kann man das sicherlich, dass sie nicht wollen, dass der Deich geöffnet wird“, sagte Görtz im Pressegespräch. Allerdings stünde dem natürlich der offenbar massive Wunsch der Bevölkerung gegenüber, den Deich für einen Spaziergang oder eine Fahrradtour nutzen zu dürfen. „Wenn ich die Gesamtbetrachtung bewerte, gibt es in der Bevölkerung eine überwiegende Mehrheit, die den Deich offen haben möchte“, betonte Görtz, der selbst als Privatperson unterschrieben habe. „Auch ich bin früher gerne mit meinem Hund über den Deich spaziert“, begründete Görtz.

Der Umwelt- und Planungsausschuss wird über den Bürgerantrag am Dienstag, 1. Juli, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses diskutieren. Am Donnerstag, 3. Juli, wird das Thema dann ebenfalls ab 17 Uhr auf der Agenda des Stadtrates stehen. Letzterer soll die Verwaltung „mit der Prüfung aller rechtlich und politisch möglichen Maßnahmen“ betrauen, insbesondere gegenüber der Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde, aber auch auf landespolitischer Ebene. Für einen Bürgerantrag hätte die Familie Greef formal übrigens keine Unterschriftenaktion benötigt. „Aber über 1000 Unterschriften hinterlassen in den Gremien natürlich einen ganz anderen Eindruck“, betonte Görtz. Auf der digitalen Petitionsplattform Changeorg hat die Familie inzwischen sogar noch eine Online-Petition gestartet, um dem Ganzen noch mehr Nachdruck zu verleihen. Auch hier gibt es bis Freitagabend bereits über 900 (digitale) Unterschriften. Sabrina Peters
Xantens Bürgermeister Thomas Görtz nahm die Unterschriften von Alina Greef persönlich entgegen. NN-Foto: SP

Xantens Bürgermeister Thomas Görtz nahm die Unterschriften von Alina Greef persönlich entgegen. NN-Foto: SP

Der Deichkronenweg in Lüttingen ist aktuell für Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt. NN-Foto: SP

Prospekte